Attentat auf BVB-Bus So funktionieren Optionsscheine

Der mutmaßliche Attentäter von Dortmund hat offenbar an der Börse auf einen Kursverfall der BVB-Aktie gewettet. Wie funktionieren solche Wetten? Und wie viel Geld kann man damit verdienen?

Börse in Frankfurt
DPA

Börse in Frankfurt


Mit Optionsscheinen können Anleger auf steigende oder fallende Kurse von Aktien oder anderen Wertpapieren wetten und dabei mit vergleichsweise kleinen Einsätzen hohe Gewinne erzielen. Möglich wird das durch die sogenannte Hebelwirkung.

Theoretisch erwirbt der Anleger mit dem Optionsschein das Recht, eine bestimmte Anzahl von Aktien bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten, vorher festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, ohne die Aktien selbst vorher zu besitzen. Er muss dafür nur den vergleichsweise niedrigen Preis für den Optionsschein zahlen, kann im besten Fall aber immens hohe Gewinne machen, wenn sich der Aktienkurs so entwickelt, wie vom ihm erhofft.

Man unterscheidet dabei zwischen Wetten auf steigende Kurse, sogenannten Calls, und solchen auf fallende Kurse, sogenannte Puts.

Ein Beispiel : Der Kurs der BVB-Aktie stand am 11. April, wenige Stunden vor dem Spiel, bei 5,62 Euro. Mit einem Optionsschein konnte ein Anleger darauf setzen, dass der Kurs bis 16. Juni unter vier Euro fällt. Die vier Euro sind dabei der sogenannte Basispreis.

Ein solcher Optionsschein kostete damals etwa einen Cent. Wäre der Wert der Aktie infolge des Bombenanschlags beispielsweise auf einen Euro gefallen, hätte der Anleger pro Optionsschein einen Gewinn von etwa drei Euro gemacht - bei einem Einsatz von einem Cent.

Instrumente wie Optionsscheine sind für Privatanleger hochriskant, weil sie auch einen Totalverlust bedeuten können, wenn die Wette nicht aufgeht. So dürfte es auch dem BVB-Bomber ergangen sein - weil der Anschlag aus seiner Sicht nicht erfolgreich war, brach auch der Kurs der BVB-Aktie nicht stark genug ein. Sein eingesetztes Geld war verloren.

stk



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