Brexit-Folgen Häuserpreise in London fallen erstmals seit 2009

Acht Jahre lang kannten die Immobilienpreise in London nur eine Richtung: nach oben. Nun sind Häuser dort wieder billiger zu haben. Grund dürfte die Pfund-Abwertung nach dem Brexit-Votum sein.

Straßenzug in London
REUTERS

Straßenzug in London


Die Tendenz war in den vergangenen Monaten bereits zu beobachten: Schon im vergangenen November meldeten Immobilienexperten niedrigere Preise für Häuser in den besten Gegenden Londons, im Juni wurde bekannt, dass sich die Mieten in der britischen Hauptstadt verbilligt haben. In diesem September sind nun die Preise für Häuser in ganz London erstmals seit acht Jahren gesunken. Sie kosteten im Schnitt 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte die Bausparkasse Nationwide mit.

Damit ist die britische Hauptstadt - die Investoren aus der ganzen Welt anlockt - erstmals seit 2005 die Region mit der schlechtesten Entwicklung in Großbritannien. Landesweit stiegen die Immobilienpreise nämlich im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um zwei Prozent an. Allerdings war das der kleinste Zuwachs seit mehr als vier Jahren.

Nationwide führt die Entwicklung auf die geringere Kaufkraft der britischen Haushaltseinkommen zurück. Diese leidet unter der stärkeren Inflation, die wiederum durch die Abwertung der Landeswährung nach dem Volksentscheid für einen EU-Austritt im Juni vergangenen Jahres anzieht. Gleichzeitig wachsen die Löhne langsamer.

Die britische Zentralbank dürfte voraussichtlich schon im November ihren Leitzins anheben. Eine moderate Erhöhung dürfte sich Nationwide zufolge vorerst nicht allzu sehr am Immobilienmarkt bemerkbar machen.

fdi/Reuters



insgesamt 9 Beiträge
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Tharsonius 29.09.2017
1. Lachhaft
0,6% weniger? Sprich eine Immobilie für 300.000 Pfund kostet dann nur noch 282.000. Sensationell!
kumi-ori 29.09.2017
2. Eigentor!
Zitat von Tharsonius0,6% weniger? Sprich eine Immobilie für 300.000 Pfund kostet dann nur noch 282.000. Sensationell!
Nochmal nachrechnen: ich komme auf 298.200 Pfund. Übrigens glaube ich, dafür bekommen Sie in London gerade mal einen Tiefgaragenstellplatz.
ein_Nachdenker 29.09.2017
3. wo ist Farage?
mit Spannung verfolgt der Außenstehende das unaufhaltsame ökonomische Abschmieren little britains und die verzweifelten Versuche (noch verbliebener) Brexitfans, eindeutige Indikatoren zu verulken. bedauernswürdig freilich die am meisten betroffenen, also die rattengefangenen ehemaligen Brexitwähler, geleimt von den Rassisten, den Profilneurotikern, den Polithasardeuren, die am schmerzhaftsten die Folgen erleiden.
Papazaca 29.09.2017
4. Schadenfreude? Nein? Kaufinteresse? NÖ!
London ist einfach zu teuer. Und wir verstehen die Brits ja auch nicht, selbst wenn wir gut Englisch sprechen. Also keinen englischen Regen. Statt dessen die vertrauten Maß Bier auf den Wiesen. Ist wahrscheinlich besser.
Murmeltier 29.09.2017
5. Brandmauern
Natürlich klingt es erst mal toll, wenn was billiger wird. Für alle, die aber ihr Eigenheim verkaufen wollen oder müssen oder das als Geldanlage betrachtet haben, wird so eine Entwicklung brandgefährlich. Ebenso gefährlich wird es freilich auch für all die Immobilienfonds, an denen sich womöglich auch unsere Banken beteiligen. Ich hoffe mal, die haben entsprechende Brandmauern hochgezogen - noch eine geplatzte Immobilienblase können wir nämlich echt nicht brauchen.
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