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29. März 2012, 19:26 Uhr

Streit um Energiewende

Bürger scheitern mit Klagen gegen Windräder

Laut, hässlich, gesundheitsschädlich - immer wieder klagen Bürger gegen Windkraftanlagen in ihrer Umgebung. Meist bleiben sie erfolglos. Das Verwaltungsgericht Gießen hat nun eine weitere Klage abgewiesen. Doch es gibt auch Fälle, in denen die Bürger Recht bekommen.

Gießen - "Unzumutbar" sei die Geräuschbelastung, beschwerten sich die Bürger. Doch die Richter am Verwaltungsgericht Gießen blieben hart: Sie wiesen am Donnerstag mehrere Klagen gegen die Lärmbelästigung durch Windkraftanlagen ab.

Fälle wie diesen gibt es zu Dutzenden. Zwar sind die meisten Deutschen Umfragen zufolge gegen Atomkraft. Vor ihrer Haustür soll die politisch angestrebte Energiewende aber bitte nicht stattfinden. Immer wieder versuchen Bürger deshalb durch Klagen oder Beschwerden den Bau von Windrädern in ihrer unmittelbaren Umgebung zu verhindern. Meist scheitern sie damit.

In diesem Fall hatten sechs Grundstückseigentümer aus dem hessischen Driedorf im Lahn-Dill-Kreis geklagt, deren Häuser in unmittelbarer Nähe von zwei Windenergieanlagen liegen, die im vergangenen Jahr in Betrieb genommen worden waren. Sie machten geltend, dass die zulässigen Höchstwerte aus dem Genehmigungsverfahren für die Anlagen überschritten worden seien.

"Es ist uns nicht mehr möglich, nachts mit offenem Fenster zu schlafen", berichtete die Eva Zapieranski, deren Haus rund 450 Meter von einer der Anlagen entfernt liegt. Sie nannte die Lärmbelästigung einen "Verlust an Lebensqualität". Ihr Grundstück könne dadurch an Wert einbüßen. Zudem stellten die zwei Windräder eine "optische Beeinträchtigung" dar.

Das Regierungspräsidium Gießen, das die Windräder genehmigt hat, und der Betreiber der Anlagen hielten dem entgegen, dass sich die Geräuschbelastung innerhalb der rechtlich zulässigen Grenzen bewege.

Das Gericht sah das ähnlich. Ob der tatsächliche Lärm der beiden Anlagen die in der Genehmigung festgesetzten Grenzwerte überschreite, sei allerdings nicht Gegenstand der Klageverfahren. Die Überwachung der Einhaltung der vorgegeben Lärmwerte obliege den zuständigen Behörden.

Auch in anderen Fällen waren Anwohner im Kampf gegen Windräder wenig erfolgreich:

Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer für renitente Windkraftgegner:

stk/dapd

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