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Büro-Alltag: Hilfe, ich muss einen Vortrag halten!

Für Viele ist es der blanke Horror: Man soll vor vielen Leuten einen Vortrag halten - doch der Puls schießt in die Höhe, man verhaspelt sich mit Hunderten "Ähs". Dabei ist es für die Karriere extrem relevant, wie man sich darstellt. Managementberater Rüdiger Klepsch verrät, wie eine Präsentation gelingt.

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Corbis

Vortrag im Büro: Immer Blickkontakt zum Publikum halten

Hamburg - Diese Situation kennt fast jeder: Der Vortrag ist fachlich gut, doch der Präsentationsstil ist unmöglich. Viel zu viele "Ähs", die Zuhörer folgen einfach nicht. Es ist schon erstaunlich: Studien zufolge werden weltweit rund 30 Millionen Präsentationen pro Tag gehalten, doch viele davon enden als Bulletpoint-Orgien, vollkommen überfrachtet mit schönen Effekten.

Dabei ist schnell zusammengefasst, was man formal machen kann, um wirksam zu präsentieren. Besonders hilfreich ist das System"KISS" (Keep it short and simple). Auch die Konversationsregel 10-20-30 ist zu empfehlen: Ein guter Power-Point-Vortrag hat nicht mehr als zehn Folien, dauert nicht länger als 20 Minuten und hat keine Schriftgröße unter Punktgröße 30.

Um wirklich wirksam zu sein, muss der Vortragende als Person überzeugen. 80 Prozent der Information werden schließlich über Mimik, Gestik und Stimme übertragen. Aber das scheint nicht ganz so einfach zu sein: Nicht umsonst haben laut einer Studie 41 Prozent der Befragten Angst, vor anderen Menschen eine Rede zu halten. Die Angst zu sterben, wurde von den gleichen Befragten nur zu acht Prozent genannt.

Die Angst entsteht im Kopf. Deswegen ist es wichtig, nicht in den eigenen Phantasien über das, was als nächstes passiert, unterzugehen, sondern in der Realität zu bleiben. Das wiederum heißt: Kontakt mit dem Publikum finden!

Blickkontakt zum Publikum halten

Aber wie stellt man Kontakt her? Versuchen Sie 90 Prozent der Redezeit, Blickkontakt zum Publikum zu halten. Falls Sie damit Schwierigkeiten haben, können Sie zum Übergang auf den Haaransatz schauen: Sie profitieren so von dem Teleprompter-Effekt. Nachrichtensprecher gucken auf den Teleprompter, der Zuschauer fühlt sich jedoch persönlich angesprochen.

Auch die Körperhaltung bei der Präsentation sendet Botschaften: Hände in den Hosentaschen oder verschränkte Arme wirken nicht etwa locker, sondern hilflos. Selbstbewusstsein wird ausgestrahlt, wenn die Beine durchgestreckt und leicht geöffnet stehen, die Arme gewinkelt sind und der Rücken gerade ist. Die Hände liegen aneinander. Ein Bleistift in der Hand hilft dabei.

Aber all das hilft nicht gegen trockenen Mund, hochschnellenden Puls und zusammenschnürenden Hals: Lampenfieber! Hier hilft doppelt so lange ausatmen wie einatmen, wenn man es mehrmals wiederholt. Schütteln Sie sich vorher mehrfach aus. Dass Sie sich mit dem Vortragsraum vertraut gemacht haben, sollte ohnehin klar sein.

Lampenfieber treibt zu Höchstleistungen an

Anfänger sollten sich zu Beginn der Präsentation ein sympathisches Gesicht unter den Zuhörern suchen. Auch hier gilt: Je stärker der Kontakt zu den Zuhörern, desto geringer die Panik. Interpretieren Sie Ihr Lampenfieber als das, was es ist: ein Antreiber zu Höchstleistungen.

Der nächste Schock: Der rote Faden reißt. Hier hilft am besten, Zeit zu gewinnen: Fassen Sie das Gesagte noch einmal zusammen. Oder noch cleverer: Machen Sie eine Denkpause, das wird als intellektuelle Größe ausgelegt. In diesen Pausen steigt allerdings die Gefahr der sogenannten Überbrückungslaute, und zu viele "Ähs" wirken unbeholfen. Gehen wir davon aus, dass Sie wissen, was Sie sagen wollen, dann helfen kurze Sätze. Hauptsachen in Hauptsätzen, heißt die Devise.

Außerdem sollten Sie üben, auf den Punkt zu sprechen. Das bedeutet: Runter mit der Stimme am Ende des Satzes. Sonst denken alle, da kommt noch was. Wenn man immer mit der Stimme nach oben geht, leitet man nicht nur das Publikum, sondern auch sich selbst in die Irre. Sie selbst und das Publikum merken nicht mehr, dass der Punkt schon gemacht wurde. Die dann entstehende Irritation beim Redner wird schnell wieder mit "Äh" gefüllt.

Manche Redner sprechen sehr schnell - entweder grundsätzlich oder aber, um Unsicherheit zu übertünchen. Wenn Sie sich also beim Reden entschleunigen müssen, versuchen Sie, Ihre Bewegungen stark zu verlangsamen. Ihre Stimme folgt der Körperspannung. Wenn Sie entspannen, werden Sie auch langsamer sprechen.

Alles das muss man natürlich üben. Und nur wenn Sie Sie selbst bleiben, werden Sie überzeugen.

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Jeder kennt sie, die kleinen Ärgernisse des Büroalltags. Die Kollegen tratschen statt zu arbeiten, der Chef hat von Tuten und Blasen keine Ahnung - und für Sauberkeit in der Kaffeeküche fühlt sich keiner zuständig.

Wenn es Ihnen ähnlich geht, dann schildern Sie uns Ihre Bürosorgen per Mail , gern auch anonym. Managementberater Dr. Rüdiger Klepsch nimmt sich des Problems an - und gibt Tipps, wie Sie die Situation am besten meistern.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
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    Seite 1    
1. Das Erfolgsrezept per se, ..
PatNick, 27.09.2010
Zitat von sysopFür viele ist es der blanke Horror: Man soll vor vielen Leuten einen Vortrag halten - doch der Puls schießt in die Höhe, man verhaspelt sich*mit Hunderten "Ähs". Dabei ist es für die Karriere extrem relevant, wie man sich darstellt. Managementberater Rüdiger Klepsch verrät, wie eine Präsentation gelingt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,718454,00.html
.. sicheres Auftreten bei vollkommener Ahnungslosigkeit! So kann man sogar Bundeskanzler/in werden
2. Büro-Alltag: Vortrag...
Guitas 27.09.2010
...kann nur der halten, der sich mit der Materie vertraut macht, sie aber auch versteht. "Eselbrücken" sind u.a. Bilder, respektive Texte; oder zwischendurch Verständnisfragen an die Zuhörer richtet, die den Vortragsinhalt und Vortragenden 'lebendiger' erscheinen lassen und damit die Aufmerksamkeit.
3. Prizent
harrybr 27.09.2010
Zitat von sysopFür viele ist es der blanke Horror: Man soll vor vielen Leuten einen Vortrag halten - doch der Puls schießt in die Höhe, man verhaspelt sich*mit Hunderten "Ähs". Dabei ist es für die Karriere extrem relevant, wie man sich darstellt. Managementberater Rüdiger Klepsch verrät, wie eine Präsentation gelingt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,718454,00.html
...80 Prizent der Information werden schließlich über Mimik, Gestik und Stimme übertragen. Aber das scheint nicht ganz so einfach zu sein: stimmt
4. suboptimale theorie-sprüche
graubeer 27.09.2010
"Auch die Konversationsregel 10-20-30 ist zu empehlen: Ein guter Power-Point-Vortrag hat nicht mehr als 10 Folien, dauert nicht länger als 20 Minuten und hat keine Schriftgröße unter 30 pt." der spruch klingt so "griffig", dass er falsch sein muss! 10 folien: anzahl hängt vom thema, vom kenntnisstand das publikums, von der geplanten zeit und weiteren einflüssen ab. 20 minuten: dauer hängt von der gesamtplanung der veranstaltung ab. 30 pt: schriftgröße hängt vom raumgröße, beleuchtung, visualisierung ab. meine beobachtung zu fachvorträgen: die "angst" ist nicht die angst vor dem publikum, sondern vor der eigenen vergesslichkeit - vergessen der passenden reihenfolge, der vorbereiteten argumentationskette. dagegen helfen folien: vollständige stichwörter und abbildungen - aber ohne vollständigen vorlesetext, sondern nur stichworte. keine "künstlerischen" von design-profis, sondern sachliche folien. authentisch müssen sie sein.
5. Schleichwerbung!!
anin, 27.09.2010
Zitat von sysopFür viele ist es der blanke Horror: Man soll vor vielen Leuten einen Vortrag halten - doch der Puls schießt in die Höhe, man verhaspelt sich*mit Hunderten "Ähs". Dabei ist es für die Karriere extrem relevant, wie man sich darstellt. Managementberater Rüdiger Klepsch verrät, wie eine Präsentation gelingt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,718454,00.html
Managementberater Rüdiger Klepsch spricht ständig von "power point". Wird er von Microsoft bezahlt? Oder kennt er nichts anderes?
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Zum Autor
Rüdiger Klepsch
Rüdiger Klepsch arbeitet seit 1990 als Managementberater (Dr. Klepsch & Partner). Er hilft Führungskräften und Mitarbeitern, ihre kommunikativen und sozialen Fertigkeiten zu verbessern. Zuvor war der studierte Psychologe als Psychotherapeut am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg tätig.

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