Jahresbilanz der Netzagentur Beschwerden über Telefonwerbung auf Rekordniveau

Lange Warteschleifen, unerwünschte Werbung: 220.000 Mal haben sich Verbraucher im vergangenen Jahr bei der Bundesnetzagentur über Telefonfirmen beschwert - mehr als je zuvor.

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Immer mehr Verbraucher klagen über unerwünschte Telefonwerbung oder andere Ärgernisse mit Telekommunikationsanbietern. 220.000 Beschwerden sind bei der Bundesnetzagentur 2016 eingegangen, sagte Jochen Homann, Chef der Behörde, bei der Vorstellung des Jahresberichts.

Die Zahl der Verbraucheranfragen und -beschwerden im Telekommunikationsbereich erreichte im Jahr 2016 damit einen neuen Höchststand. Zum Vergleich: 2015 gingen 178.000 Beschwerden ein, 2014 waren es 139.000.

Die Aufsichtsbehörde hat nach eigenen Angaben über 3000 Telefonnummern zwangsabgeschaltet und fast 900.000 Euro an Bußgeldern verhängt. Viele Beschwerden betreffen die Störung von Anschlüssen, den Wechsel des Telekommunikationsanbieters sowie den Umzug von Telekommunikationsdiensten. Ferner monierten Verbraucher häufig den Kundenservice der Anbieter, insbesondere lange Warteschleifen sowie lange Reaktionszeiten auf Beschwerden. Bei unerwünschter Werbung gehe es etwa um Hundefutter und Pornoangebote.

Mehr Kraftwerke als Notreserve für eine sichere Stromversorgung

Zudem rechnet die Netzagentur damit, dass im nächsten Winter deutlich mehr Kraftwerke als Notreserve für eine sichere Stromversorgung bereitgehalten werden müssen. Der Bedarf werde dann bei 10.400 Megawatt liegen und damit fast doppelt so hoch sein wie zuletzt, sagte Homann. Dies entspricht der Leistung von etwa zehn Atomkraftwerken. Im vergangenen Winter waren Anlagen mit einer Leistung von 5400 Megawatt in Reserve gehalten worden. Hauptursache für den Anstieg seien erhöhte Sicherheitsstandards, sagte Homann. Die Reservekraftwerke springen ein, um das Stromnetz in kritischen Phasen stabil zu halten. Diese Phasen haben durch den hohen Anteil des je nach Wetterlage schwankenden Ökostroms in den vergangenen Jahren zugenommen.

man/Reuters/dpa-AFX



insgesamt 33 Beiträge
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jj2005 08.05.2017
1. Immer höflich bleiben!
Bei unerwünschter Telefonwerbung sage ich immer ganz höflich, "junge Frau, ich bin schockiert und zutiefst betrübt, dass Sie gezwungen sind, diesen Job auszuüben, und wünsche Ihnen alles Gute". Sollte ich jemals den Chef an die Strippe kriegen, werde ich ihm allerdings wünschen, er möge zur Hölle fahren. Es gibt bei uns im Dorf ein gutes Dutzend Einzelhändler, keiner ist jemals auf die schwachsinnige Idee gekommen, von Tür zu Tür zu laufen und die Leute aus dem Mittagsschlaf zu klingeln. Dass der Staat Telefonwerbung erlaubt, muss wohl ein Relikt aus FDP-Zeiten sein. Schauder.
quark2@mailinator.com 08.05.2017
2.
Zitat von jj2005Bei unerwünschter Telefonwerbung sage ich immer ganz höflich, "junge Frau, ich bin schockiert und zutiefst betrübt, dass Sie gezwungen sind, diesen Job auszuüben, und wünsche Ihnen alles Gute". Sollte ich jemals den Chef an die Strippe kriegen, werde ich ihm allerdings wünschen, er möge zur Hölle fahren. Es gibt bei uns im Dorf ein gutes Dutzend Einzelhändler, keiner ist jemals auf die schwachsinnige Idee gekommen, von Tür zu Tür zu laufen und die Leute aus dem Mittagsschlaf zu klingeln. Dass der Staat Telefonwerbung erlaubt, muss wohl ein Relikt aus FDP-Zeiten sein. Schauder.
Soweit ich weiß, ist diese Art Werbung verboten und wenn Sie Pech haben, war die FDP an der Regierung, als das Verbot vor paar Jahren kam. Gäbe es in DE die Möglichkeit zur Sammelklage ...
Sabin Chen 08.05.2017
3. mein goldener Tipp
ich hab eine Weile im Callcenter gearbeitet und kann nur sagen, egal wie unfreundlich jemand am anderen Ende war - die Nr. wurde wieder angerufen! Wenn ihr wirklich aus dem Verteiler genommen werden wollt, hilft es entweder zu sagen: "Sie haben hier gerade in Firma XY angerufen!" oder "Sie sind im Krankenhaus gelandet." oder dergleichen, denn Firmen durften wir nicht auswählen. War bereits hinter der zufällig gewählten Nummer ein Haushalt ausgemacht und sogar schon eine Zielperson gefunden, half nur die Angabe "leider verstorben". Sagt man stattdessen freundlich oder auch ungehalten, man habe kein Interesse, wird man wieder und wieder und wieder angerufen!
ssc58 08.05.2017
4. Anrufe aus dem Ausland
Viele der Anrufe kommen aus Call-Centern im Ausland. Billig per Internet mit gefakten Rückrufnummern. Da ist der hiesige Gesetzgeber weitgehenst machtlos. Er könnte aber den teilweise unseriösen Anrufern den Saft abdrehen, indem er zwingend eine schriftliche Bestätigung eines vermeintlichen mündlichen Vertragsabschlusses per Telefon fordert. Dazu müssen zwar einige Paragraphen des BGB geändert werden, aber das ist m.E. die einzige Möglichkeit, den Telefonterror in den Griff zu kriegen.
godfather58 08.05.2017
5. Wer das überbürokratische Formular zur Reklamation kennt
kanns sich nur wundern, dass überhaupt sich jemand beschwert. Die Fragen in diesem Formular halte ich persönlich für derart hirnrissig, das es mit Sicherheit einen Abschreckcharakter hat. Einfach kommentarlos auflegen ist meiner Meinung nach die einizig wahre Alternative. Ich habe auf jeden Fall keine Lust auch noch 10 Min. blöde Fragen der Bundesnetzagentur zu beantworten.
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