Wirtschaft

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300.000 Euro Strafe

Telefonterror - Firma muss hohes Bußgeld zahlen

Die Bundesnetzagentur wirft einem Vermittler von Strom- und Gasverträgen vor, am Telefon "aggressiv und teilweise bedrohend" um Kunden geworben zu haben - und verhängte die höchstmögliche Geldstrafe.

Montag, 10.12.2018   19:01 Uhr

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Ein Vermittler von Strom- und Gasverträgen muss 300.000 Euro Bußgeld wegen unerlaubter Telefonwerbung zahlen.

Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, verhängte sie die höchstmögliche Geldstrafe gegen die Energysparks GmbH wegen "aggressiver Gesprächsführung und Telefonterror".

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Die Anrufer seien "äußerst hartnäckig, aggressiv, beleidigend und teilweise bedrohend" gewesen. Der Unternehmensleitung seien die Verstöße bekannt gewesen, sie habe aber nichts unternommen, um sie abzustellen. Von Energysparks war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

"Es ist das größte Verfahren wegen unerlaubter Telefonwerbung, das die Bundesnetzagentur bislang geführt hat", sagte Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Mehr als 6000 Verbraucher hätten sich über die Anrufe der Vermittler, die unter dem Markennamen "Deutscher Energievertrieb" auftraten, beschwert. Die Betroffenen seien häufig mehrmals kontaktiert worden, obwohl sie weitere Anrufe bereits im ersten Gespräch untersagt hätten. Anrufe ohne die Zustimmung der Betroffenen seien rechtswidrig.

Subunternehmer waren bereits verurteilt

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Obwohl die Bundesnetzagentur das Unternehmen mehrfach angehört habe, seien die Anrufe weitergegangen. Energysparks habe unter anderem auch mit Vertriebspartnern in der Türkei zusammengearbeitet, die als Subunternehmer Anrufe in Deutschland getätigt oder Adressdaten beschafft hätten.

Unter den Partnern sei auch ein Unternehmen gewesen, das bereits einschlägig wegen unerlaubter Telefonwerbung verurteilt worden sei. "Wer Subunternehmen beauftragt, muss sicherstellen, dass diese die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Dies gilt erst recht, wenn die Eignung der Unternehmen zweifelhaft ist", sagte Homann. Das Bußgeld ist noch nicht rechtskräftig. Über einen möglichen Einspruch entscheidet das Amtsgericht Bonn.

Im Video: Tricks eines türkischen Callcenters

kko/dpa

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