Präsentation in Berlin Neuer Apparat soll Kükenschreddern stoppen

Männliche Küken landen in Deutschland im Schredder - für sie gibt es keine ökonomische Verwendung. Nun will CSU-Minister Schmidt ein Gerät vorstellen, welches das massenhafte Töten beenden soll.

Männliche Küken
DPA

Männliche Küken


Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vermeldet einen "Durchbruch" im Kampf gegen das sogenannte Kükenschreddern. Demnach sollen Forscher einen Apparat entwickelt haben, der das Geschlecht der Küken bereits vor dem Schlüpfen bestimmen kann.

Bisher werden männliche Küken in Deutschland direkt nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast - sie haben für die Eierbetriebe keinen ökonomischen Nutzen.

Mit dem neuen Verfahren könnten die Eier in der industriellen Produktion künftig früh sortiert werden. Nur noch Eier mit weiblichen Embryonen sollen weiter bebrütet werden. Als männlich identifizierte Eier würden hingegen bald nach der Befruchtung zerstört und als hochwertiges Protein in der Industrie weiterverarbeitet. Das Töten von bereits geschlüpften Küken wäre nicht mehr nötig.

Minister Schmidt will das massenhafte Töten männlicher Küken schon länger beenden, ein Verbot des Schredderns oder Vergasens hat er aber stets ausgeschlossen. Erstmals kündigte Schmidt die neue Maschine bereits im Mai 2015 an. Wie der SPIEGEL damals meldete, sollte der Apparat bis Ende 2016 einsatzbereit sein.

Jetzt versprach der CSU-Politiker, das Gerät bei der Landwirtschaftsschau "Internationale Grüne Woche" in Berlin ab 20. Januar der Öffentlichkeit vorzustellen.

Bundesagrarminister Schmidt (CSU) will das Schreddern beenden
DPA

Bundesagrarminister Schmidt (CSU) will das Schreddern beenden

Das Verfahren wurde von Wissenschaftlern der Universität Leipzig mithilfe von Bundesmitteln entwickelt. Die Technik gilt jedoch als aufwendig und teuer. Wann die Maschine marktreif ist, bleibt weiter ungewiss: Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, gehen die Leipziger Wissenschaftler bislang davon aus, dass erste Geräte erst in rund drei Jahren in Brütereien stehen werden.

In Niedersachsen ist Ende 2017 mit dem Kükenschreddern Schluss, ob mit oder ohne vorherige Durchleuchtung: Das Bundesland wird die Ausnahmegenehmigung für die massenhafte Tötung durch Schredder oder Gas zum nächsten Jahr nicht noch einmal verlängern.

cht/dpa

insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nguelk 14.01.2017
1. Und wo ist die Verbesserung?
Ob ich die Küken vor oder nach dem Schlüpfen schreddere ist doch mehr oder minder egal. Aus meiner Sicht gibt es nur 2 Optionen: entweder man kann das Geschlecht bei der Zeugung beeinflussen oder man geht zurück auf Zweinutzungshühner. Alles andere ist doch Augenwischerei - pseudohuman!
spmc-121676002122637 14.01.2017
2. Keine ökonomische Verwendung! Warum?
Diese Feststellung wird weder belegt noch hinterfragt. Nur übernommen! Sind Hähne soweit weniger zur Mast geeignet als Hühner? Ist das dann ökonomisch nicht mehr vertretbar?
Byrne 14.01.2017
3. Legehennen
Zitat von spmc-121676002122637Diese Feststellung wird weder belegt noch hinterfragt. Nur übernommen! Sind Hähne soweit weniger zur Mast geeignet als Hühner? Ist das dann ökonomisch nicht mehr vertretbar?
Es geht um Legehennen. Die sind züchterisch soweit auf das Legen von Eiern hin spezialisiert worden, dass die männlichen Tiere natürlich weder Eier legen können noch ökonomisch gemästet werden können. Die Umsetzung von Futter zu Fleisch funktioniert sehr schlecht. Des Europäers Lieblingsteil vom Huhn, die Brust, entwickeln die auch bei langer Mast kaum.
th.diebels 14.01.2017
4. Was für ein Irrsinn !
50 Mio Küken werden in einem hoch-zivilierten Land (BRD) jedes Jahr geschreddert ! Immer noch ! Alles zum Wohle der Agrar-Lobbyisten und mit dem Segen der Bundesregierung ! Einfach nur beschämend !
Zaunsfeld 14.01.2017
5.
Zitat von spmc-121676002122637Diese Feststellung wird weder belegt noch hinterfragt. Nur übernommen! Sind Hähne soweit weniger zur Mast geeignet als Hühner? Ist das dann ökonomisch nicht mehr vertretbar?
Es geht doch nicht um Masthühner, sondern um Hühner zur Eierproduktion. Eier werden normalerweise nur von Weibchen produziert. Für die Mast hingegen werden in der Regel Hähnchen benötigt, da diese schneller größer und schwerer werden als Hühner. Aber die Hühnerrassen, die sich zur Eierproduktion besonders eignen, sind nicht die gleichen wie die, die sich zur Mästung besonders eignen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.