Pendlerprojekt Was hinter den Daten steckt

Millionen Menschen pendeln zur Arbeit. Der SPIEGEL hat die Pendlerströme in Deutschland untersucht - und dazu Millionen Daten ausgewertet.

Pendler in Frankfurt (Main)
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Pendler in Frankfurt (Main)

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Hält man sich an die Verkehrsforschung und die Arbeitsmarktstatistik, hat die Länge des Arbeitswegs nichts damit zu tun, ob man zur Gruppe der Pendler gehört. Entscheidend ist stattdessen: Verlassen Sie zum Arbeiten die Gemeinde, in der Sie wohnen? Ist das der Fall, pendeln Sie. Ansonsten gehören Sie zu den sogenannten Binnenpendlern, die nur innerorts unterwegs sind.

Dieser Definition folgend hat der SPIEGEL für sein Spezial zum Thema Pendeln Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) ausgewertet. Die erhebt für alle rund 32 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland Angaben zum Erstwohnsitz und dem vom Arbeitgeber gemeldeten Arbeitsort. Daraus lassen sich die Pendelbeziehungen zwischen den deutschen Kommunen ableiten.

Die BA veröffentlicht diese Daten in aggregierter Form auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte. Gegen Bezahlung bietet sie die Daten auch in der höchsten Auflösung an, der Gemeindeebene. Erst auf dieser Ebene lassen sich Pendlerströme auch innerhalb eines Landkreises nachvollziehen. Die Daten stellen eine Momentaufnahme zum Stichtag 30. Juni 2017 dar.

Wir haben diese Daten aufbereitet. Ergebnis ist ein personalisierter Artikel, in dem Sie nachvollziehen können, wie die Menschen in Ihrer Region pendeln.

Der Datensatz der Arbeitsagentur ist in manchen Punkten nur eingeschränkt aussagekräftig. So finden etwa Selbstständige, Beamte und ausschließlich geringfügig Beschäftigte in der Erhebung keine Berücksichtigung. Zudem kann es in Grenzregionen zu Verzerrungen kommen: Zum einen fallen in Deutschland wohnende Menschen aus der Statistik, wenn sie im Ausland arbeiten. Zum anderen ist für Beschäftigte, die aus dem Ausland einpendeln, der genaue Wohnort nicht erfasst.

Fragen der Verkehrsforschung

Zu Verzerrungen können auch die unterschiedlichen Gemeindegrößen in Deutschland führen: So sind etwa die Gemeinden in Rheinland-Pfalz sehr viel kleinteiliger zugeschnitten als jene in Nordrhein-Westfalen; das wirkt sich auf die Wahrscheinlichkeit aus, ob auf dem Arbeitsweg eine Ortsgrenze überschritten wird. Und wer am einen Ende einer Großstadt wohnt und am anderen Ende arbeitet, fährt vielleicht eine Dreiviertelstunde, wird aber statistisch nur als Binnenpendler erfasst.

Außerdem hält die Arbeitsagentur besonders kleine Fallzahlen geheim, um keine Rückschlüsse auf einzelne Personen oder Unternehmen zuzulassen. Daher ist für manche Orte keine persönlich zugeschnittene Erzählung möglich.

Die Daten gewähren dennoch einen detaillierten Einblick in das Pendelverhalten von Millionen von Menschen. Nun wollen wir, gemeinsam mit Verkehrsforschern der TU Dortmund, zu einer Verbesserung der Datenlage beitragen.

Wie viele Menschen pendeln so wie Sie?

Dafür speichern wir - mit Ihrer Zustimmung - im personalisierten Artikel die Angaben, die Sie in die Formularfelder eingeben. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich kurz Zeit nähmen, auch den ausführlichen Fragebogen am Ende des Artikels auszufüllen. Die Speicherung erfolgt anonymisiert, personenbezogene Daten, wie etwa Ihre IP-Adresse, werden für diesen Zweck nicht mitgespeichert. (Sie können allerdings, wenn Sie möchten, auch Ihre E-Mail-Adresse angeben, um uns bei der Suche nach interessanten Pendler-Geschichten zu unterstützen. Die Angabe wird nur für diesen Zweck gespeichert, fließt nicht in die wissenschaftliche Auswertung ein, sondern wird vorher wieder gelöscht.)

Gemeinsam mit den Wissenschaftlern der TU Dortmund wollen wir Fragen auf den Grund gehen, auf die die Verkehrsforschung bislang noch keine Antworten hat. So ist kaum etwas darüber bekannt, ab welcher Strecke Menschen anfangen, wöchentlich statt täglich zu pendeln. Oder wie sich die sogenannten Binnenpendler verhalten. Erkenntnisse darüber können die Grundlage verkehrs-, sozial- und gesundheitspolitischer Maßnahmen werden.



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