Deutschlandkarte zu Sanierung Diese ICE-Strecken will die Bahn sperren

Wegen geplanter Sanierungen wird es von Mitte 2019 an monatelange Vollsperrungen auf wichtigen ICE-Routen geben. Wo es zu Umleitungen und längeren Fahrzeiten kommt, sehen Sie in der Deutschlandkarte.

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Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich von Mitte 2019 an auf monatelange Vollsperrungen wichtiger Fernrouten einstellen. Betroffen sind die Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart, teilte die Bahn mit. Grund ist eine komplette Sanierung der beiden Schienenstränge.

Als erstes wird der Abschnitt Hannover-Göttingen von Juni bis Dezember 2019 gesperrt. Es folgt die Strecke Mannheim-Stuttgart, die von April bis Oktober 2020 nicht befahrbar sein wird. Der Abschnitt Göttingen-Kassel wird für die Erneuerung von Gleisen, Weichen und Sicherungstechnik von April bis Juli 2021 unterbrochen.

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Die Züge werden während der Bauarbeiten jeweils umgeleitet. Die Fahrzeiten zwischen den Städten verlängern sich nach Auskunft der Bahn um etwa 30 bis 45 Minuten. Auch alle Fahrgäste, deren Verbindungen über die gesperrten Strecken führen, werden länger unterwegs sein. Zu diesen Routen gehören etwa Hamburg-Frankfurt, Berlin-Frankfurt und Frankfurt-München. Auf den Umleitungsstrecken können nach Angaben der Bahn weniger Züge eingesetzt werden als sonst üblich.

Auch Nahverkehr betroffen

Von den von 2019 an geplanten Sperrungen auf Fernbahnstrecken wird nach Angaben des Fahrgastverbandes Pro Bahn auch der Nahverkehr "indirekt betroffen" sein. Während der Bauarbeiten müssten sich Fern- und Nahverkehrszüge auf Ausweichrouten dieselben Strecken teilen, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann.

So würden etwa während der Sanierung des ersten Abschnitts zwischen Hannover und Göttingen von Juni bis Dezember 2019 ICE und Intercity-Züge über die alte Strecke im Leinetal umgeleitet. Dort seien aber schon jetzt viele Güter- und Nahverkehrszüge unterwegs, und die Strecke sei gut ausgelastet. "Das wird sich im Nahverkehr auswirken. Da werden auch einige Züge nicht fahren können", sagte Naumann. Im Südharz sollen nach seiner Kenntnis mehrere Zugverbindungen durch Busse ersetzt werden.

Bei der Planung müsse man einen Kompromiss finden, der sowohl Pendlern als auch Fernreisenden gerecht werde. "Das Wichtigste ist, dass die Baumaßnahmen gut geplant und die Fahrgäste rechtzeitig informiert werden", sagte Naumann. Dabei brauche die Bahn auch ein paar Reserven. "Nichts ist schlimmer für die Fahrgäste, als einen Ersatzfahrplan zu haben, der dann aber nicht eingehalten wird, wenn also zu der planmäßig längeren Fahrzeit dann auch noch eine Verspätung hinzukommt."

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kab/cop/dpa-AFX



insgesamt 22 Beiträge
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Bernd.Brincken 01.10.2018
1. Verspätungen
Grundsätzlich ist das Problem mit den Verspätungen bei der Bahn nicht die Verspätung an sich, sondern die Weigerung, den Fahrplan auf die (inzwischen) üblichen Verspätungen auszurichten. Wenn es regelmäßig zu 5 bis 10 Minuten Verspätung zwischen zwei Ballungszentren kommt, dann kann man die Plan-Umsteigezeit auf 15 bis 20 Minuten verlängern, und alles ist ok. Stattdessen verdrängt die eine Seite des Unternehmens, welche Fahrpläne entwirft, offenbar die Realität der anderen Seite, die Züge praktisch fährt. Das ist ein klarer Organisationsfehler, und es wäre ein Anlaß für Eingriff durch den Verkehrsminister, bleibt leider aus. Planmäßige Verspätungen wie hier vorgestellt sind dagegen harmlos und natürlich akzeptabel (wiewohl man sich für jeden Einzelfall eine transparente Verhandlung der Interessen der Bahnkunden wünscht).
wo_st 01.10.2018
2. Nicht nur die Bahn....
In unserem Umfeld werden von den heutigen Planern wichtige Straßen so gesperrt, daß man einen vielfach längeren Weg zu fahren hat. Früher wurden Straßen so repariert, das nur geringe Umwege notwendig waren. Die Zeiten haben neue "schlaffe" Planer geboren und die sind in der öffentlichen Verwaltung.
giostamm11 01.10.2018
3. absurdes Konzept der DB
kein einziges anderes Land lässt auf HG Strecken langsame, schwere Güterzüge fahren. In Europa in den beiden Vergleichsnationen Italien und Frankreich werden Schnellstrecken ausschliesslich von HG Passagierzügen benutzt und halten daher auch länger. Die erste HG Strecke Europas, Rom-Florenz wurde 1977 in den Dienst gestellt und nicht 1991, wird von 170 Zügen pro Richtung gefahren. Aber es gibt keine Monatelangen Vollsperrungen wie in Deutschland. Auch von Frankreich ist mir das nicht bekannt. Arbeiten werden in der Nacht durchgeführt
w.gambler 01.10.2018
4. Mir egal
Wenn ich mit dem Auto im Stau stehe komme ich auch 3 Stunden zu spät. Im ICE kann ich aber noch einen Kaffee trinken, einen Film anschauen, etwas essen und auf die Toilette. Ich verstehe nicht warum sich die Menschen so auf die Bahn einschiessen. Viele Flieger fallen komplett aus, so kommt an erst am nächsten Tag. Mit dem PKW auf langer Strecke sind 2- 3 Std. inzwischen auch keine Seltenheit und bei der Bahn dreht man wegen 10 Minuten von Hamburg nach München durch. Na, dann ...................
bibabuzelmann 01.10.2018
5. Erfurt-Gotha-Leinefelde-Göttingen
Wäre ja jetzt sehr schön, wenn zw. Gotha und Leinefelde auch schon ein Fahrdraht hinge, dann könnte man den Nord-Südverkehr Hamburg - München über die nagelneue Schnellfahrstrecke Erfurt-München abwickeln (mit Fahrtrichtungswechsel in Erfurt). Aber leider, leider ... gibt es da halt keinen Oberleitung. Moral: Sparzwänge rächen sich immer besonders dann, wenn es keine passenden Umleiterstrecken gibt.
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