Teure Energie Deutsche knausern bei Strom und Heizung

Dicker Pulli statt Heizung, Stromsparen beim Kochen und Waschen: Wegen der steigenden Energiekosten werden zahlreiche Deutsche zu Sparfüchsen. Laut einer Umfrage senkt gut die Hälfte der Bundesbürger die Raumtemperatur, die große Mehrheit versucht den Verbrauch von Elektrizität zu drücken.

Strommast: 2013 wird teuer für Millionen von Stromkunden
dapd

Strommast: 2013 wird teuer für Millionen von Stromkunden


Stuttgart - Egal ob Strom oder Heizung - die Energiekosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Zahlreiche Deutsche ziehen daraus offenbar Konsequenzen. Laut einer Umfrage der Prüforganisation Dekra müht sich ein großer Teil der Bevölkerung, Energiekosten zu sparen. (Zehn Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand bares Geld sparen können, finden Sie hier.)

  • 46 Prozent der Befragten senken der Umfrage zufolge die Raumtemperatur und ziehen sich wärmer an.
  • Vier von zehn heizen außerdem weniger Räume.
  • 86 Prozent versuchen Strom zu sparen, zum Beispiel, indem sie beim Kochen, Waschen und bei der Beleuchtung den Verbrauch drücken.
  • 42 Prozent gaben an, zu einem günstigeren Strom- oder Gasanbieter zu wechseln oder wechseln zu wollen.

Für die Umfrage wurden 1124 Menschen in der ganzen Bundesrepublik befragt. Die Umfrage wurde zum ersten Mal durchgeführt. Mangels Vergleichswerten lässt sie nur bedingt Rückschlüsse darauf zu, ob die Verbraucher ihr Verhalten aufgrund der Energiewende geändert haben - oder ob sie auch vorher ähnlich sparsam waren.

Planungschaos lässt die Kosten steigen

So sehen 63 Prozent der Befragten die Energiewende als einen der größten Kostentreiber für Strom und Heizung. Trotzdem halten drei Viertel der Befragten die Energiewende für richtig. Für die gestiegenen Energiekosten machen obendrein vier von fünf Deutschen die Preispolitik der Energiekonzerne verantwortlich. Verbraucherschützer haben immer wieder kritisiert, dass die großen Versorger die Preise wegen der steigenden Zuschläge beim Ökostrom gar nicht so stark erhöhen müssten - die Energiewende also nur als Vorwand nutzen.

Opposition und Wirtschaft kritisieren die teils chaotische Planung der Bundesregierung bei der Umstellung des Kraftwerkparks auf mehr Ökostrom. Tatsächlich stimmt das Timing an vielen Stellen nicht: Die verschiedenen Bausteine der Energiewende laufen teils zu schnell, teils zu langsam ab - was unnötige Kosten verursacht.

Zahlreiche Politiker hatten sich zuletzt besorgt über die stark steigenden Strompreise geäußert - und einen sozialen Ausgleich gefordert. EU-Energiekommissar Günther Oettinger etwa will Langzeitarbeitslosen mehr Geld geben, damit sie ihre Strom- und Gasrechnungen bezahlen können.

ssu

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insgesamt 249 Beiträge
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Seite 1
digitus_medius 02.01.2013
1. Knausern?
Was ist das wieder für eine Schlagzeile? Immer wird zum Energie sparen aufgerifen und plötzlich ist man ein Knauser!
shatreng 02.01.2013
2. wir waren schon mal weiter
Unabhängig davon, dass die Industrie mehr bei den Kosten der Energiewende beteiligt werden sollte, ist das doch eine positive Entwicklung: 46 Prozent der Befragten senken der Umfrage zufolge die Raumtemperatur und ziehen sich wärmer an. Vier von zehn heizen außerdem weniger Räume. 86 Prozent versuchen Strom zu sparen, zum Beispiel, indem sie beim Kochen, Waschen und bei der Beleuchtung den Verbrauch drücken. 42 Prozent gaben an, zu einem günstigeren Strom- oder Gasanbieter zu wechseln oder wechseln zu wollen. Solange diese Maßnahmen möglich sind, ist das doch ein Anzeichen dafür, dass man Energie einsparen kann. Und Energiesparen ist und war schon seit Jahrzehnten politischer und gesellschaftlicher Konsens. Vor 15 Jahren wurde Energie gezielt verteuert, um die selben Effekte zu bewirken, wenn wir heute wieder über hohe Energiekosten reden, obwohl sich die Kosten durch Einsparungen ausgleichen lassen, dann diskutieren wir rückwärtsgewand - wir waren mal weiter...
warndtbewohner 02.01.2013
3. Und das ist erst der Anfang!
demnächst wird Energie so teuer dass nur noch überdurchschnittlich gut verdienende sich das noch Leisten können. Aber selbst Schuld wenn der Wähler es zulässt dass Strompreiserhöhungen nicht mehr genehmigt werden müssen und damit quasi Profite ohne Ende gemacht werden. Die gekauften Politiker die die Interessen der Wirtschaft vertreten kann man getrost vergessen. Es muß noch viel schlimmer kommen bis was passiert!!!
nadennmallos 02.01.2013
4. Macht doch Sinn ...
Zitat von sysopdapdDicker Pulli statt Heizung, Stromsparen beim Kochen und Waschen: Wegen der steigenden Energiekosten werden zahlreiche Deutsche zu Sparfüchsen. Laut einer Umfrage senkt gut die Hälfte der Bundesbürger die Raumtemperatur, die große Mehrheit versucht den Verbrauch von Elektrizität zu drücken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/deutsche-sparen-energiekosten-bei-strom-und-heizung-a-875381.html
... nicht zuletzt der Gesundheit zuliebe. Unser neues Motto: Back to the roots, unsere Vorfahren kamen schließlich aus Höhlen und wir sind auf dem Weg dorthin, aber dabei immer noch sehr komfortabel. Spaß beiseite, irgendwann müssten auch die dümmsten Wirtschaftslenker verstehen, dass ein Markt dann funktioniert, wenn viele Leute die entsprechenden Produkte auch kaufen können. Es ist ein Trugschluss immer weiter an der Preisschraube zu drehen, denn eines Tages geht's halt nimmer. Und Energie ausschließlich in den Händen von gewinnmaximierenden Unternehmen zu lassen ist auf Dauer fahrlässig.
huettenfreak 02.01.2013
5. Wie beim Wasser
Der "Michel" tut wieder was ihm aufgetragen wurde. Wie war das nochmal beim Wasser? Erst zu Tode gespart und nun doch doppelt so teuer wie vor 10 Jahren. Und obendrein gehen die Abwasserkanäle kaputt. Strom/Gas: ich empfehle auf gesunde Mikrowellengerichte zurückzugreifen, da braucht man dann fast gar keine Energie mehr um es aufzuwärmen: Kling, Essen ist fertig! ;-)
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