Städtevergleich Karlsruhe surft doppelt so schnell wie München

Westdeutsche surfen schneller als Ostdeutsche, auf dem Land kostet ein Netzanschluss teils 170 Euro mehr als in der Stadt. Wie schneidet Ihre Region ab? Der Check.

Serverraum in München
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Serverraum in München

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Deutsche Verbraucher surfen mit großen Tempounterschieden. In Karlsruhe ist die Verbindung mit durchschnittlich 70 Megabit pro Sekunde die schnellste. Schlusslicht ist Erfurt mit 31 Megabit pro Sekunde. Das zeigt eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox, die die Surfgeschwindigkeit in 25 deutschen Großstädten vergleicht und die dem SPIEGEL vorliegt.

Generell werden High-Speed-Verbindungen vor allem im Westen und Südwesten der Republik gebucht, im Osten und Südosten herrschen dagegen langsamere Verbindungen vor. Die großen Tempounterschiede hängen einerseits mit den Präferenzen der Kunden zusammen; andererseits aber auch mit technischen Begrenzungen. In manchen Regionen Deutschlands sind noch keine schnellen Internetverbindungen verfügbar.

Gebuchte Durchschnittsgeschwindigkeit

Durchschnittsgeschwindigkeit aller in den vergangenen zwölf Monaten über Verivox gebuchten Internetanschlüsse in einer Stadt.Klicken Sie auf einen Punkt in der Karte, um sich die Geschwindkeit in MBits/s anzeigen zu lassen.

Überdurchschnittlich
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich
Quelle: Verivox; Stand: August 2016

Internetnutzer in ländlichen Regionen haben bei der Wahl ihres Anbieters zudem im Schnitt nur eine etwa halb so große Auswahl wie die Nutzer in größeren Städten. In Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es die größten Unterschiede: Hier stehen Großstädtern jeweils sieben Anbieter mehr zur Verfügung als im Umland. Am geringsten ist der Unterschied im Saarland und in Rheinland-Pfalz.



…

Internet-Nutzer auf dem Land zahlen zudem teils heftige Aufpreise für ihre Anschlüsse. "Außerhalb der Großstädte stellt oft nur die Telekom DSL-Leitungen zur Verfügung", sagt Christian Schiele, Experte für Telekommunikation bei Verivox. "Andere Anbieter müssen diese anmieten und geben einen Teil dieser Mehrkosten häufig in Form sogenannter Regio-Zuschläge an die Verbraucher weiter." Aufs Jahr gerechnet betragen die Preisdifferenzen zwischen Stadt und Land bis zu 56 Euro.



Vergleicht man den günstigsten Tarif in der Großstadt mit dem teuersten Kleinstadt-Tarif, so ergibt sich für Schleswig-Holstein sogar ein maximaler Mehrbetrag von mehr als 170 Euro jährlich. In den meisten anderen Bundesländern liegt die Höchstdifferenz bei rund 105 Euro.



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insgesamt 73 Beiträge
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spon_2999637 09.12.2016
1. Surfen in München
Surfen in München geht so: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2f/Eisbach_die_Welle_Surfer.JPG/800px-Eisbach_die_Welle_Surfer.JPG Wo macht man das in Karlsruhe?
wexelweler 09.12.2016
2. Nachbarländer
In einem 500 Seelen Dorf im Schweizer Jura Glasfasererschlossen mit 500Mbit, HD-Fernsehen zu Fr.125.-- (Anschluss Provider EBL, Internetprovider UPC), stabil, zuverlässig, schnell. Mobil schweizweit meist mit 4G egal welcher Provider.
treime 09.12.2016
3. Neuland
So lange der Bund Anteilseigner an Telekom, Bahn & Co. ist, auf die Regulierung des Marktes Einfluß nimmt, wird sich hier auch nichts ändern. Im Osten im großen Maßstab Glasfaser verlegt und zuletzt entschieden, es weiter mit dem Kupferdraht anzugehen. Wie rückständig und wenig zukunftsträchtig ist das? Das ist typisch, wenn der Staat sich auf mehr als nur die Regulierung einläßt. Die Telekom müßte 50% ihrer Kupferleitungen an geeignete Mitbewerber abgeben, welche vertraglich fixiert dafür sorgen müssen, das diese Leitungen erneuert/ersetzt werden. Und dann, wenn die Telekom selber mal "die letzte Meile" bei der Konkurrenz anmieten muss, sind wir irgendwann in der Zukunft angekommen.
rst2010 09.12.2016
4. das foto
zeigt keinen 'serverraum in münchen', sondern lediglich eine kleinen teil einer portgruppe eines access switches. man kann hier über den kabelanbieter surfen, man bekommt glasfaser ins haus; sowas ist für den normalen telekom kunden ein traum. billigste zweidraht leitungen, die schon seit jahrzehnten verbuddelt sind, dadurch schlechte qualität und eine miese bandbreite.; hauptsache keine kosten, dafür unerhört hohe gebühren für den netzwerkzugriff. wenn, wie zuletzt die cpe router im telekomnetz ausfallen, wer ist dann haftbar, wenn im notfall es nicht mehr möglich ist, notrufnummern zu erreichen? die telekom, weil sie auf ein unzuverlässige technik setzt? oder der kunde, weil er selber schuld ist, wenn er bei der telekom ist?
Poco Loco 09.12.2016
5. Die Breitbandoffensive....
.....wird uns nun schon seit ca. 10 Jahren versprochen, passiert ist wenig. Nachdem ich festgestellt habe, dass in Österreich so gut wie jedes Bergdorf über schnelles Internet verfügt, ich hier aber, nur 18 KM vom Münchner Flughafen entfernt, seit 15 Jahren auf die großspurig angekündigte "Breitbandoffensive" warte. Das verdeutlich wie tief hier geschlafen wird, viele Worthülsen, leere Wahlversprechen, ahnungslose Politiker und die ausschliesslich auf den kurzfristigen Profit orientierte Telekom, so wird das nichts mehr.
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