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Diebstahlserie: Banden klauen massenweise Solaranlagen

Von Henning Zander

Der Solarboom in Deutschland hat eine Diebstahlserie ausgelöst: Vom Emsland bis nach Bayern ziehen Banden übers Land und montieren bei Nacht Solaranlagen von den Dächern. Der Schaden geht in die Millionen, die Polizei hat eigens Beamte für die Fälle abgestellt.

Solaranlage (in Brandenburg): Abgelegene Objekte sind besonders beliebt Zur Großansicht
dpa

Solaranlage (in Brandenburg): Abgelegene Objekte sind besonders beliebt

Hannover - Bauer Berthold Krug kann nur staunen, wie es die Diebe geschafft haben, unbemerkt zu bleiben. 15 Wechselrichter haben sie von seinem Hof gestohlen. Im Mai dieses Jahres war das. Die Wechselrichter waren für die Solaranlage auf seinem Stall gedacht, jeder für sich wog 30 Kilo. "Das müssen Profis gewesen sein. So ein Gerät steckt man nicht einfach in den Rucksack und spaziert davon", sagt Krug. Und zufällig verirrt sich wohl kaum ein Dieb nach Kieselbach im Werratal in Thüringen.

Bauer Krugs Schaden: 32.000 Euro.

Eigentlich verdient Berthold Krug sein Geld mit der Aufzucht von Rindern, außerdem baut er Getreide und Raps an. Doch es gibt kaum ein Gebäude auf dem Hof, das nicht mit einer Photovoltaikanlage geschmückt ist. Krug verpachtet seine Dächer und ist am Gewinn beteiligt, wenn der Sonnenstrom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Insgesamt beträgt die Solarfläche auf Scheunen, Wirtschaftshäusern und Stallungen 15.000 Quadratmeter. "Das ist ein schönes Zubrot. Außerdem tun wir was für die Umwelt", sagt der 56-Jährige. Wenn nur die Diebstähle nicht wären.

Organisierte Banden haben es auf Solarmodule in Deutschland abgesehen. Vor allem Landwirte sind betroffen: Ihre Anlagen liegen oft abseits und sind ungeschützt zugänglich - auf dem weiten Gelände der Höfe ist Kontrolle nicht möglich. "Auch wenn die Preise für Module im vergangenen Jahr deutlich gefallen sind, scheint sich der Diebstahl immer noch zu lohnen", sagt Ralf Haselhuhn von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS).

Im vergangenen Jahr wurde vor allem das Emsland von einer Diebstahlserie heimgesucht. 30 Fälle sind hier bislang bekannt, insgesamt wurden 700 Module nebst Zubehör gestohlen. Der Schaden summiert sich allein in diesen Fällen auf mehrere hunderttausend Euro. Vor allem Hähnchenmastställe entlang der Autobahn A31, nicht weit von der holländischen Grenze, sind betroffen. "Die Anlagen sind sehr gut zu erreichen, aber trotzdem so abgelegen, dass die Diebe nicht bemerkt werden", sagt Kriminalhauptkommissar Achim van Remmerden von der Polizeiinspektion Emsland in Lingen.

Zwei Beamte sind für die Solarfälle abgestellt

Gestohlen werden meist 25 bis 30 Module in einer Nacht. "So viele bekommt man ungefähr in einen kleinen Transporter", sagt van Remmerden. Rund ein Viertel des Marktpreises könnten die Diebe mit den gestohlenen Modulen noch erzielen.

Sicher ist, dass es sich um Banden und keine Einzelpersonen handelt: Die Solaranlagen wurden stets fachmännisch abmontiert, außerdem waren die Tatorte zuvor professionell ausgespäht worden. Derzeit sind bei der Polizeiinspektion zwei Beamte allein mit dem Solardiebstahl voll ausgelastet.

Anfang September konnte die Polizei drei Männer festnehmen, die im Ruhrgebiet 250 Solarmodule im Wert von 200.000 Euro gestohlen haben sollen. Das mutmaßliche Diebesgut hatten die Männer im Internet zum Kauf angeboten.

Auch in Bayern schlagen die Diebe immer wieder zu. Branchenkenner schätzen den dadurch entstandenen Schaden auf mehr als 700.000 Euro. Nachdem sich die Fälle schon 2007 stark gehäuft hatten, gab das bayerische Landeskriminalamt eine Empfehlung für die Sicherheit von Solaranlagen heraus. Demnach sollen die Besitzer Wert legen auf eine "Befestigung, die sich nur mit Spezialwerkzeug oder durch Zerstörung lösen lässt". Für die Diebe steigt dadurch die Arbeitszeit, und damit das Risiko, entdeckt zu werden.

"Es gibt bereits sehr kostengünstige Systeme, mit denen die Anlagen überwacht werden können", sagt Ralf Haselhuhn von der DGS. Immer mehr Betreiber gehen dazu über, zusammen mit den Solarmodulen gleichzeitig eine Videoüberwachung und eine Alarmanlage zu installieren.

Die Versicherung hat den Schaden bezahlt

Gleichzeitig wird es für die Diebe immer schwieriger, das geklaute Gut zu verkaufen. Denn heute ist jedes Modul vom Hersteller mit einer unverwechselbaren Identifikationsnummer ausgestattet. Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) bietet ein offenes Register an, in das geklaute Module eingetragen werden können. Ein Blick ins Register empfiehlt sich, wenn an einer gelieferten Anlage etwas Seltsames auffällt. "Wenn die Module zum Beispiel nicht mehr richtig eingepackt sind, sollte man schon etwas skeptisch sein und sich im Internet informieren", sagt Petra Hörstmann-Jungemann vom SFV.

Auch ein verändertes Kaufverhalten bei Solaranlagen macht Dieben und Hehlern die Arbeit schwer. "Es wird mehr Wert auf Qualität gelegt", sagt Ralf Haselhuhn von der DGS. Das Interesse der Kunden an der Herkunft der Ware wächst. Haselhuhn vermutet, dass sich die Banden jetzt neue Absatzmärkte suchen werden. Vor allem Griechenland, Italien und die Tschechische Republik könnten demnächst heimgesucht werden. "Dort werden derzeit Förderprogramme aufgelegt, die die Nachfrage nach Modulen steigen lassen", sagt der Photovoltaik-Experte. Und womöglich auch die Zahl der Diebstähle.

Bauer Berthold Krug lässt sich dadurch nicht beirren. "Mit der Photovoltaik sind wir auf dem richtigen Weg, hin zu mehr regenerativen Energien." Die Versicherung hat den Schaden bezahlt. Die Anlagen laufen wieder und werden inzwischen fernüberwacht.

Hundertprozentige Sicherheit hat man dadurch natürlich nicht, weiß Krug. Erst am vergangenen Tag wurde Werkzeug von seinem Traktor gestohlen. Und wieder hat niemand was gesehen.

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Forum - Atom oder Solar - wem gehört die Zukunft?
insgesamt 6758 Beiträge
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1.
Frank und gerne Frei 08.07.2009
Sinnvoll ist es, beides zu haben....
2.
AndyH 08.07.2009
Zitat von sysopDie Strombranche befindet sich im Umbruch. Können Wind und Sonne die konventionellen Energieträger ablösen? Oder bleibt Deutschland angewiesen auf Kohle und Atom?
Es gibt kein "Umbruch" nirgendwo. Jeder arbeitet mit dem was er hat. Es wird sich langfristig nichts ändern, ausser durch Staatsterror in Form von EEG. Deutschland hat die Braunkohle in Mengen wie Irak Öl. Es wäre hirnrissig jetzt eine Ideologie zu installieren, der dies entwertet. Solar und andere flächengebundene "regenerative" Energien sind vernachlässigbar, bis auf Wasser das ist aber ausgereizt.
3.
kdshp 08.07.2009
Zitat von sysopDie Strombranche befindet sich im Umbruch. Können Wind und Sonne die konventionellen Energieträger ablösen? Oder bleibt Deutschland angewiesen auf Kohle und Atom?
Hallo, was für eine frage ! Natürlich sonnenstrom und das wird kommen zwar arbeiten die lobbys und politiker noch stark dagegen aber er wird kommen. Ich schaue auch schon was eine solarstromalange für mein haus kostet bzw. ich spare schon dafür und werde mir zu 100% eien holen. Hier hätte die regierung auch was machen sollen ähnlich wie diese abwrackprämie so eien art 100.000 dächer solar programm. man was hätten wir an energie gespart und auch an co2. Atomstrom war gestern !
4.
LumpY 08.07.2009
Zitat von AndyHEs gibt kein "Umbruch" nirgendwo. Jeder arbeitet mit dem was er hat. Es wird sich langfristig nichts ändern, ausser durch Staatsterror in Form von EEG. Deutschland hat die Braunkohle in Mengen wie Irak Öl. Es wäre hirnrissig jetzt eine Ideologie zu installieren, der dies entwertet. Solar und andere flächengebundene "regenerative" Energien sind vernachlässigbar, bis auf Wasser das ist aber ausgereizt.
Sie kennen aber schon die Klimastudien des IPCC? Die Braunkohle nicht entwerten!? hallo? das ist weder der Umwelt noch unseren Nachfahren gegenüber zu Verantworten auf solch eine Energiegewinnung zu setzten.
5.
AndyH 08.07.2009
Zitat von LumpYSie kennen aber schon die Klimastudien des IPCC? Die Braunkohle nicht entwerten!? hallo? das ist weder der Umwelt noch unseren Nachfahren gegenüber zu Verantworten auf solch eine Energiegewinnung zu setzten.
Interessiert defacto keinem, ausser als Möglichkeit die Luft zu besteuern. Unser nachfahren wird nicht dadurch geholfen, dass wir das Land deindustrialisieren bis aussieht wie Michigan.
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Solarstandort Deutschland: Gigantisches Wachstum

Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. Verfeinerte Fördertechniken machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.

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