Dioxinskandal Behörden sperren mehr als 4700 Bauernhöfe

Die Affäre um dioxinverseuchtes Tierfutter trifft die deutschen Bauern hart. Laut Verbraucherministerium wurden mehr als 4700 landwirtschaftliche Betriebe geschlossen. Die meisten liegen in Niedersachsen. Es handele sich um reine Vorsichtsmaßnahmen, heißt es.

Geflügel in Mastbetrieb: Tausende Höfe vorsorglich gesperrt
REUTERS

Geflügel in Mastbetrieb: Tausende Höfe vorsorglich gesperrt


Berlin - Der Skandal um erhöhte Dioxinwerte in Tiernahrung hat deutschlandweit zur massiven Schließung von Bauernhöfen geführt. Wie das Verbraucherministerium am Donnerstagabend in Berlin mitteilte, wurden insgesamt 4709 Betriebe vorsorglich gesperrt.

Die meisten Höfe, die möglicherweise Mischfutter mit belastetem Futterfett bekommen haben, liegen demnach in Niedersachsen. Dort sind 4468 Unternehmen betroffen, darunter vor allem Schweinemastbetriebe. Die Sperrung seien aber zunächst reine Vorsichtsmaßnahmen.

"Auch wenn ein Teil der ersten Proben unauffällig war, hat der vorsorgende Gesundheitsschutz absoluten Vorrang", heiß es in einer Erklärung des Ministeriums.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte europaweite Regelungen zum besseren Schutz der Lebens- und Futtermittelkette. Wie ihr Ministerium mitteilte, sprach sie sich in einem Telefonat mit EU-Verbraucherkommissar John Dalli für europaweit verbindliche Standards zur Trennung gesundheitsgefährdender Stoffe aus. "Betriebe, die Futterfette herstellen, dürfen nicht auf dem selben Firmengelände gleichzeitig Stoffe für die technische Industrie produzieren", so Aigner.

Der Dioxin-Skandal war durch Eigenkontrollen des Tierfutterfettverarbeiters Harles und Jentzsch und eines von der Firma belieferten Mischfutterherstellers aufgeflogen. An welcher Stelle der Produktion das Dioxin in die Futtermittelkette gelangte, ist immer noch nicht geklärt. Laut Ermittlern ist bei Harles und Jentzsch mit Dioxin verunreinigtes Industriefett in Tierfutterfett geraten. Gerüchte um eine drohende Insolvenz wies die Firma am Donnerstag zurück.

Obergrenze um das Zehnfache überschritten

Unabhängige Untersuchungen hatten eine hohe Dioxin-Belastung in Waren von Harles und Jentzsch bestätigt. Bei neun von 20 ausgewerteten Proben des Betriebs habe der Dioxin-Gehalt den zulässigen Höchstgehalt von 0,75 Nanogramm überschritten, teilte das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium mit.

Der höchste gemessene Wert der Proben lag demnach bei 10,05 Nanogramm und war damit zehnmal höher als die zulässige Obergrenze. Die betroffenen neun Proben seien "wegen der Höchstgehaltüberschreitung nicht für die Futtermittelherstellung geeignet", hieß es. Die untersuchten Proben stammen aus dem vergangenen Jahr und waren von der Firma selbst entnommen worden.

Laut Bundesregierung wurden bis zu 150.000 Tonnen Futter für Hühner, Puten und Schweine mit dem Gift verseucht. Das von Harles und Jentzsch gelieferte Fett war von 25 Futterherstellern eingemischt worden.

Bisher 13 Bundesländer betroffen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat bisher keine Erkenntnisse über gesundheitliche Auswirkungen bei den Verbrauchern. Am Donnerstag wurden auch in Rheinland-Pfalz erstmals mehr als 500 Eier aus einem Betrieb entdeckt, der mit dioxinhaltigen Futtermitteln beliefert wurde. Damit hat der Skandal 13 Bundesländer erreicht. Nach Hessen wurden Ferkel geliefert, die zuvor mit belastetem Futtermittel gefüttert wurden. In Baden-Württemberg gibt es ebenfalls Hinweise, dass möglicherweise dioxinbelastete Ware ins Land gelangt ist.

Bei in Bayern sichergestellten Eiern bestätigte sich der Verdacht auf Dioxin. Belastetes Fertigfutter ging an Legehennen- und Schweinemastbetriebe in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

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Dioxin im Futter: Verseuchte Lebensmittel?
Auch auf das Ausland weitete sich der Skandal aus. Produkte mit möglicherweise belasteten Eiern aus Deutschland wurden nach Angaben der EU-Kommission nach Großbritannien exportiert. Die britischen Behörden versuchten nun, diese Produkte zu finden und ihren Verkauf zu stoppen, sagte ein Sprecher von EU-Verbraucherkommissar John Dalli.

Betroffene Produkte wie Mayonnaise oder Backwaren wurden demnach mit deutschen Eiern hergestellt, die zuvor in die Niederlande verkauft worden waren.

jok/dpa/AFP

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SaT 04.01.2011
1. Natürlich nicht
Stärkere Kontrollen könnten nämlich die Wirtschaftlichkeit der Nahrungsproduktion negativ beinträchtigen. Und Geld ist ja alles – auch wenn wir dabei zugrunde gehen. Zudem ist die Dioxinbelastung laut Medien nur für Kinder problematisch. Bei den wenigen Kinder die wir in Deutschland haben ist das ein vernachlässigbares Risiko.
doubleq 04.01.2011
2. Wertigkeit der Interessen
Da gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
jocurt1 04.01.2011
3. Veröffentlichen nicht verschärfen
Zitat von sysopDer Skandal um vergiftete Eier verunsichert die Deutschen. Doch wer trägt Schuld an der Verseuchung? Bei der Suche nach den Verantwortlichen schaltet sich jetzt die Politik ein: Der Bundestag soll sich mit dem Skandal beschäftigen. Müssen die Kontrollen verschärft werden?
wenn jeder Bürger nachlesen kann, wer da Ross und Reiter ist, erledigt sich das ganz schnell. ZZ gilt so was als Geschäftsgeheimnis und darf nicht offengelegt werden. Mit der Regel kann ich auch Kacke als Schokoladenaustausch verkaufen.
mood 04.01.2011
4. 2 Foren
Zitat von doubleqDa gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
Keine Panik; idiotischerweise ist das hier schon das zweite Forum (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838) Ist zwar vollkommener Quatsch bei einem Thema zwei Foren zu machen, aber es ist so...
buktu1975 04.01.2011
5.
Zitat von doubleqDa gibt es eine Meldung über einen Wecker, der im iPhone nicht funktioniert und daraus entstehen 14 Seiten im Forum. ein Thema wie die mit Dioxin verseuchten Futtermittel interessiert dagegen offensichtlich niemanden. Obgleich dieses Thema uns ALLE betrifft - die überwiegende Mehrheit der Verbraucher isst Eier oder Geflügel. Wie wichtig ist da ein Wecker im Handy???
Naja, ein paar Einträge gab es ja schon: http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=26838 Und im übrigen scheint der Mensch in diesem Fall eher kurzfristig zu denken und ein Meister der Verdrängung zu sein,anders kann ich mir das nicht erklären: Verschlafen beim iPhone=zu spät zur Arbeit kommen=Ärger. Dioxin im Futter=schmeckt man nicht=wird man vielleicht krank von=ich bestimmt nicht, nur andere.
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