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Neun Cent mehr je Liter: Aldi erhöht Milchpreis um 20 Prozent

Milch wird aller Voraussicht nach spürbar teurer. Der Discounter Aldi hat den Milchpreis jetzt um neun Cent je Liter angehoben. Die hohe Nachfrage im Ausland hatte die Position der Molkereien bei den jüngsten Verhandlungen gestärkt.

Aldi-Markt in Hamburg: Preissteigerung bei Milch bis zu 20 Prozent Zur Großansicht
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Aldi-Markt in Hamburg: Preissteigerung bei Milch bis zu 20 Prozent

Düsseldorf - Die Lage für die Milchbauern entspannt sich: Der Discounter Aldi hat die Preise für Milch drastisch um neun Cent je Liter erhöht, je nach Fettgehalt entspricht das einer Preissteigerung um bis zu 20 Prozent. Bislang kostete der Liter fettarme Milch (1,5 Prozent Fettgehalt) 45 Cent, nun sind es 54 Cent. Vollmilch mit einem Fettgehalt von 3,5 Prozent verteuert sich von 51 Cent auf 60 Cent je Liter. Bereits in den vergangenen Monaten hatte der Preis für Butter deutlich angezogen.

Aldi dürfte nach Einschätzung des Discount-Experten Matthias Queck der Vorreiter für andere große Lebensmittelhändler sein. Demnach wird die Konkurrenz aller Voraussicht nach den Sprung in der untersten Preislage für Milch rasch nachvollziehen. Auch bislang hat traditionell Aldi die Preisrunden bei Milch in der Branche eingeleitet - unabhängig davon, ob es sich um eine Senkung oder eine Steigerung handelte.

Hintergrund der drastischen Preiserhöhung ist laut Branchenkennern eine starke Nachfrage nach Milchprodukten im Ausland. Deshalb hatten die Molkereien bei der jüngsten Verhandlungsrunde mit Handelskonzernen über neue Halbjahresverträge für Milch gute Karten. In der Folge dürften sich auch die Preise für weitere Milchprodukte wie Schlagsahne erhöhen.

Seit Jahren schwankt der Preis für Milch und Milchprodukte im Halbjahresrhythmus mitunter stark. Die Verhandlungen werden seitens der Lebensmittelhändler hart geführt, da der Milchpreis für viele Verbraucher eine starke Signalwirkung hat. Bei der Preisrunde im Frühjahr hatten die Molkereien und Milchbauern noch schmerzhafte Rabatte gewähren müssen. Damals hatte sich die Milchproduktion um zwei Prozent erhöht, die Nachfrage stagnierte allerdings. Die Discounter konnten den Milchpreis daher um sechs Cent pro Liter auf 45 Cent für fettarme und 51 Cent für Vollmilch senken. Butter verbilligte sich prozentual sogar noch stärker. Viele Milchbauern fürchteten um ihre Existenz. Nun dürfte sich ihre Ertragslage bessern. Laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) zahlten die Molkereien bereits im September im bundesweiten Mittel 30,8 Cent pro Liter Milch mit vier Prozent Fett - das waren 1,3 Cent mehr als im August.

fdi/dpa

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1. na und ?
morini 02.11.2012
Zitat von sysopDPAMilch wird aller Voraussicht nach spürbar teurer. Der Discounter Aldi hat den Milchpreis jetzt um neun Cent je Liter angehoben. Die hohe Nachfrage im Ausland hatte die Position der Molkereien bei den jüngsten Verhandlungen gestärkt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/discounter-aldi-erhoeht-preise-fuer-milch-um-neun-cent-oder-20-prozent-a-864934.html
20 cent mehr, ich werds überleben. Die Milch ist sowieso skandalös billig.
2. Das wird auch mal Zeit,
blueyes1 02.11.2012
Milch wird aus meiner Sicht in Deutschland viel zu billig verkauft.
3.
Peter Werner 02.11.2012
Egal ob 50 oder 60 Cent je Liter: ein Spotpreis, welcher in keinem Verhältnis zum Aufwand steht, insbesondere bei kleineren Betrieben. Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel und teils billiger als in Flaschen abgefülltes Wasser.
4. Gut für die Erzeuger
Europa! 02.11.2012
Zitat von sysopDPAMilch wird aller Voraussicht nach spürbar teurer. Der Discounter Aldi hat den Milchpreis jetzt um neun Cent je Liter angehoben. Die hohe Nachfrage im Ausland hatte die Position der Molkereien bei den jüngsten Verhandlungen gestärkt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/discounter-aldi-erhoeht-preise-fuer-milch-um-neun-cent-oder-20-prozent-a-864934.html
Angesichts des hohen Werts für die Ernährung darf die Milch ruhig etwas mehr kosten. Muss ja nicht gleich so teuer wie Cola, Limonade und Bier werden.
5. endlich
wind_stopper 02.11.2012
ist doch gut, wenn sich die Milchwirtschaft fuer den Produzenten endlich wieder etwas lohnt. Dieses "billiger um jeden Preis" oder "Geiz istgeil" Gehabe ist ja nicht mehr zum aushalten.
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