Discounter Aldi und Netto erhöhen Milch- und Butterpreise

Milch kostet bei vielen Discountern so wenig, dass die produzierenden Bauern ihre Kosten kaum decken können - oder sogar drauf zahlen. Jetzt versprechen Lidl und Netto: Wir erhöhen die Preise.

Milch, Butter und eine Hand voll Kleingeld: Die Discounter heben die Preise
DPA

Milch, Butter und eine Hand voll Kleingeld: Die Discounter heben die Preise


Für Milchbauern in Deutschland ist es eine gute Nachricht, für Verbraucher weniger: Die Discounter Aldi Nord, Aldi Süd sowie Netto erhöhen die Preise für Trinkmilch und Butter. Milch werde zum 1. Oktober um vier Cent teurer, Butter um zehn Cent, teilten die Ketten mit.

Laut Aldi ist dies eine Reaktion auf die außergewöhnlich schwierige Situation der heimischen Milchbauern. Eine Netto-Sprecherin sagte: "Mit dieser Preiserhöhung reagieren wir auf die aktuelle Situation der Milchbauern in Deutschland."

Wegen der weltweiten Überproduktion sind die Erzeugerpreise für Milch eingebrochen. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) sank der deutsche Milchpreis im Schnitt seit Ende 2013 von 41 auf 28 Cent pro Liter.

Wegen der niedrigen Milchpreise hatten europäische Bauern zuletzt immer wieder Hilfe von der Politik gefordert. Das europäische System der Milchquote war im März abgeschafft worden. Sie wurde im Jahr 1984 eingeführt, um auf die Überproduktion von Milchprodukten zu reagieren. Die Quote begrenzte die Mengen der zu produzierenden Kuhmilch in den EU-Staaten. Laut Aldi ist auch das russische Embargo für westliche Waren und eine sinkende Nachfrage in China für das Überangebot verantwortlich.

Mit dem aktuellen Preis können die Bauern nach eigener Darstellung ihre Kosten nicht mehr decken - mindestens 40 Cent pro Liter seien nötig. Nach massiven Protesten einheimischer Bauern hatte bereits Aldi-Konkurrent Lidl vor kurzem Preiserhöhungen für Milch angekündigt.

Aldi schätze die hohe Qualität der deutschen landwirtschaftlichen Erzeugnisse und habe sich daher entschlossen, einen Beitrag zur Verbesserung der angespannten Lage auf dem deutschen Milchmarkt zu leisten, hieß es in der Mitteilung.

amt/dpa/AFP



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insgesamt 133 Beiträge
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Seite 1
Havel Pavel 30.09.2015
1. Wird auch Zeit!
Bleibt nur zu hoffen, dass die Preissteigerungen auch den Milchbauern zugute kommen, damit sie dem gerechten Erzeugerpreis ein Stück näher kommen. Milch zum Dumpingpreis zu verramschen ist der Sache nicht dienlich und die Mehrbelastung bei einem gerechten Preis ist für den Endverbraucher leicht verkraftbar. Selbst kaufe ich nur Biomilch, der Qualität wegen, und bin gerne bereit dafür einen etwas höheren Preis zu zahlen.
kojak2010 30.09.2015
2.
sowas. nachdem die fast schon wöchentlich "die Preise" senken, dachte ich schon, ich bekomme was raus, wenn ich einkaufe. und jetzt so ebbes...
Hosterdebakel 30.09.2015
3. Nicht nur
dort sollen die Preise erhöht werden. Bei Saisonartikeln, Dominosteine z. B. wurden die Preise im Vergleich zum Vorjahr um rund 20% erhöht. Letztes Jahr der Preis für eine Packung mit 250g bei 0,99 € und nun 1,19 €. Kann man jetzt zwar als kleinlich abtun, aber das ist nicht das einzige Beispiel.
vjeko.walter 30.09.2015
4. Gutes Vorgehen..
allerdings wohl wirkungslos. Steigt der Preis, erhöht sich wohl wieder die Produktionsmenge. Und dann fangen wir von vorn an....
westerwäller 30.09.2015
5. Ziemlich ungewöhnlich ...
... dass sich die Leute freuen, wenn Preise angehoben werden ... Sehr altruistisch. Aber bekommen die Bauern auch mehr?
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