Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Drohende Krise: Jahrhundertdürre in China treibt Getreidepreise

Die Gefahr einer neuen Lebensmittelkrise nimmt zu: In Teilen Chinas ist es so trocken wie zuletzt vor 200 Jahren. Chinas Premier Wen Jiabao warnt: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten."

Mähdrescher bei der Ernte: Winterweizen ist gefährdet Zur Großansicht
ddp

Mähdrescher bei der Ernte: Winterweizen ist gefährdet

Peking - Seit Monaten steigen die Nahrungspreise, die Uno warnte bereits vor einer neuen Lebensmittelkrise. Nun könnte eine Dürre in China die Situation weiter verschärfen. Die Landwirtschaftsorganisation der Uno ( FAO) in Rom ist alarmiert: "Die anhaltende Dürre ist potentiell ein sehr ernstes Problem."

Acht chinesische Provinzen, in denen normalerweise mehr als 80 Prozent des Getreides im Land geerntet wird, sind betroffen. Im zweitgrößten Anbaugebiet in Shandong wird die längste Dürreperiode seit 200 Jahren befürchtet.

Die Böden in der nordchinesischen Ebene sind der FAO zufolge so trocken, dass die Ernte des Winterweizens im Juni gefährdet ist. "Die Situation könnte kritisch werden", meldete die FAO über ihr Frühwarnsystem. Die Dürre dürfte die Weizenpreise "weiter unter Druck setzen."

Spekulationen auf Ernteausfälle hievten den Weizen-Preis am Mittwoch bereits auf ein 30-Monats-Hoch. Der Preis je Scheffel stieg um gut ein Prozent auf 8,83 Dollar. In China stiegen Weizenpreise im Januar sogar um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr - was auch die Inflation weiter anheizte.

Extreme Wetterlagen treiben bereits seit Monaten die Lebensmittelpreise in die Höhe. Neben der Dürre in China verschärften auch Schneestürme in den USA, Überschwemmungen in Australien und schlechtes Wetter in Kanada und Russland die Lage. Im Januar stiegen die weltweiten Nahrungsmittelpreise auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen durch die FAO vor 20 Jahren.

Auch der chinesische Regierungschef Wen Jiabao zeigte sich bei einem Besuch in Shandong besorgt. "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten", sagte er.

dab/dpa-AFX/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. EU Subventionen stoppen
Burkhardt1949, 09.02.2011
Zitat von sysopDie Gefahr einer neuen Lebensmittelkrise nimmt zu: In Teilen Chinas ist es so trocken wie zuletzt vor 200 Jahren. Chinas Premier Wen Jiabao warnt: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten." http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,744566,00.html
bei diesen hohen Preisen kann die EU endlich die Subventionen für europäische Bauern stoppen und die Milliarden an die Mitgliedsstaaten zurückgeben.
2. Keinen Titel gefunden
TheBear, 09.02.2011
Zitat von sysopDie Gefahr einer neuen Lebensmittelkrise nimmt zu: In Teilen Chinas ist es so trocken wie zuletzt vor 200 Jahren. Chinas Premier Wen Jiabao warnt: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten." http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,744566,00.html
Vielleicht hilft diese Nachricht den Träumern, die behaupten, die Erde könnte ohne weiteres auch das doppelte der jetzigen Erdbevölkerung ernähren, auf ihr Geschwafel zu verzichten, und anzuerkennen, das man das Problem der Ueberbevölkerung ernsthaft angehen muss. So wie es die Chinesen zumindest versucht haben.
3. Lebensmittel gehören nicht als "Biosprit" in Tank und Ofen
rettetdenregenwald 09.02.2011
Wenn die Regierungen in Deutschland und Europa nicht so scharf darauf wären, immer mehr Lebensmittel und Biomasse in Heizkraftwerken und Autotanks zu verbrennen, könnten die Äckern der Welt wieder die Menschen ernähren. Stattdessen wächst auf dem Land der ärmsten Menschen Zuckerrohr für unser „Bio“-Benzin oder Palm- und Sojaöl für „Bio“-Diesel und Blockheizkraftwerke. Die erneuerbaren Energien dürfen nicht dazu missbraucht werden, um unseren ungeheuren Energiekonsum weiter aufrecht zu erhalten. Wir müssen Energie sparen und effizienter nutzen – damit nicht noch mehr Menschen den Hungertod sterben, während wir Lebensmittel weiterhin ungebremst durch Auspuff und Kamine jagen können.
4. E10
helmar 09.02.2011
Zitat von sysopDie Gefahr einer neuen Lebensmittelkrise nimmt zu: In Teilen Chinas ist es so trocken wie zuletzt vor 200 Jahren. Chinas Premier Wen Jiabao warnt: "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten." http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,744566,00.html
Eigentlich müßte ich nicht mehr als "E10" sagen. Was ich noch dazu sage, ist daß die Kanzlerin über Demokratie und Freiheit in Ägpten schwadroniert und gleichzeitig das Verfassungsgericht in Deutschland offensichtlich machtlos ist, wenn man das Verbrechen bezüglich HartzIV ansieht, was nun rausgekommen ist. Wer richtet jetzt unsere Politiker, die neben der Verfassung stehen? Die wollen Mubarak was über Demokratie erzählen? Klar, daß der fern vom Abdanken ist. Sowas kann man nicht ernst nehmen. Mir tun nur die Ägypter leid in dem Zusammenhang. Wenn in Ägypten der Brotpreis steigt, sollte man den Zorn im Moment vllt. gar nicht einschränken. In ein paar Wochen sind die auf der Straße wegen Brotpreisen und nicht wegen Demokratie. Dann wird es nicht so einfach, die wieder friedlich zu bekommen. -Helmar
5. Nicht nur Sprit
Extremophile 09.02.2011
Zitat von rettetdenregenwaldWenn die Regierungen in Deutschland und Europa nicht so scharf darauf wären, immer mehr Lebensmittel und Biomasse in Heizkraftwerken und Autotanks zu verbrennen, könnten die Äckern der Welt wieder die Menschen ernähren. Stattdessen wächst auf dem Land der ärmsten Menschen Zuckerrohr für unser „Bio“-Benzin oder Palm- und Sojaöl für „Bio“-Diesel und Blockheizkraftwerke. Die erneuerbaren Energien dürfen nicht dazu missbraucht werden, um unseren ungeheuren Energiekonsum weiter aufrecht zu erhalten. Wir müssen Energie sparen und effizienter nutzen – damit nicht noch mehr Menschen den Hungertod sterben, während wir Lebensmittel weiterhin ungebremst durch Auspuff und Kamine jagen können.
Wenn Sie zu Ihrer Liste noch die Futtermittelproduktion für unser Fleisch- und Milchvieh dazutun, haben Sie das Problem korrekt beschrieben. Ist - noch - die größere Verschwendung von Ressourcen, aber ich bin überzeugt dass der Biosprit das bald toppt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Getreidepreise: Welche Länder es am stärksten trifft

Interaktive Grafik
Teure Grundnahrungsmittel: Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu öffnen

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: