Bei mehreren Nutzern Inhaber eines Ebay-Kontos muss mögliche Steuern zahlen

Das Finanzamt verlangt unter bestimmten Umständen auch bei Verkäufen über Ebay Umsatzsteuern. Die muss einem Urteil zufolge der Inhaber eines Kontos zahlen, auch wenn mehrere Personen darüber verkaufen.

Ebay-Startseite (Archiv)
DPA

Ebay-Startseite (Archiv)


Der Inhaber eines Ebay-Kontos muss die anfallenden Steuern zahlen - auch wenn mehrere Personen den Zugang nutzen. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden. Eine Art "Gemeinschaftskonto" gebe es nicht, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

In dem aktuellen Fall ging es um ein Ehepaar, das über den Ebay-Account des Mannes rund tausend Verkäufe abgewickelt hatte. Als das Finanzamt den Eheleuten Umsatzsteuerbescheide zuschickte, wehrte sich das Paar.

Zunächst mit Erfolg: Die verkauften Waren hätten zum Teil der Frau, zum Teil dem Mann, zum Teil beiden gemeinsam gehört. Damit seien sie jeweils Kleinunternehmer und nicht umsatzsteuerpflichtig, argumentierten die Eheleute.

Vertragspartner ist der Kontoinhaber

In der Folge forderte das Finanzamt nur vom Ehemann als Inhaber des Ebay-Kontos Umsatzsteuer. Dieser klagte erneut, diesmal allerdings ohne Erfolg. Das Finanzgericht Baden-Württemberg entschied: Umsätze aus Verkäufen über Ebay sind jener Person zuzurechnen, die sich bei der Eröffnung des Kontos einen Nutzernamen hat zuweisen lassen.

Schließlich sei die Person auch dem Käufer gegenüber der Vertragspartner - und damit auch im umsatzsteuerlichen Sinne Leistungserbringer.

Privatverkäufe über Ebay sind bis zu einem Gewinn von 600 Euro pro Jahr steuerfrei. Gewerbliche Händler müssen jedoch Umsatzsteuer zahlen. Liegen die Umsätze dauerhaft unter 17.500 Euro im Jahr, können sich Unternehmer beim Finanzamt als Kleinunternehmer registrieren lassen. Dann sind sie von der Pflicht befreit.

Das Urteil erging bereits im Oktober 2017, wurde aber erst jetzt veröffentlicht.

(Aktenzeichen 1 K 2431/17)

brt/dpa

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
JerryKraut 05.04.2018
1. Gewinne aus Ebay-Verkäufen
müssen erst versteuert werden, wenn die gesamten zu versteuernden Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegen. Ausserdem macht, wer gebrauchten Hausrat verkauft, nur selten Gewinn.
danreinhardt 05.04.2018
2. Einkommenssteuer
Diese muss aber nur gezahlt werden, wenn das Einkommen über 8.820 ? (2017) liegt. Wohl dem, der z.B. auf volljährige Kinder in der Schulausbildung zurückgreifen kann.
Stäffelesrutscher 05.04.2018
3. #1 und #2
Im Artikel ist aber nicht von Einkommensteuer, sondern von Umsatzsteuer die Rede.
sikasuu 05.04.2018
4. Umsatzsteuerplicht ist was feines:-) Bei solider & einleuchtender ...
Einnahme-/Überschussrechnung (Gewinn&Verlustrechnung mit Kosten für Arbeits- Lagerraum für die Ware, Fahrzeug (das Zeug muss ja zum Post) usw, usw, fürs Finanzamt, kann man leicht ins Plus kommen. . Das bring so lange positive Zahlen (auf dem eigenen Konto), bis das Finanzamt es einsieht & das Gewerbe als "Hobby einstuft "Keine Gewinnerzielungsabsicht" heißt es dann! . Wer Umsatzsteuerplichtig ist hat auch Kosten! Selbst wenn er nur "Trödel" verkauft:-)
Kurt-C. Hose 05.04.2018
5.
Zitat von JerryKrautmüssen erst versteuert werden, wenn die gesamten zu versteuernden Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegen. Ausserdem macht, wer gebrauchten Hausrat verkauft, nur selten Gewinn.
Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Die erste Frage ist, ist das was man bei ebay macht, gewerblicher Handel oder ist er es nicht und sind es private Veräußerungsgeschäfte. Wenn Verkäufer innerhalb von zwölf Monaten fünfzig oder mehr Geschäfte macht, kann das Finanzamt schon davon ausgehen, dass es um gewerbsmäßigen Handel geht, und nicht um ein einzelnes privates Veräußerungsgeschäft (das grundsätzlich steuerfrei ist). Die Grenzen sind so fließend wie bedeutsam, denn wenn es gewerblich ist, ist es das mit allen Konsquenzen - Gewerbeanmeldung, Steuern, etc. Ob dann tatsächlich Gewerbesteuern zu zahlen sind, hängt dann von der Höhe des realisierten Gewinnes ab. Dort erst wird die Frage nach Freibeträgen interessant. Die nächste spannende Frage ist dann die der abfeührten Mehrwertsteuer. Ich finde es richtig, dass die Finanzämter sich langsam mal mit der Welt der "Freizeitunternehmer" bei ebay und auf anderen Plattformen beschäftigen. Gleiche Bedingungen für alle, egal ob online oder offline. Vermutlich wird der eine oder andere da eine unangenehme Überraschung erleben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.