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Edelmetall-Hype: Goldpreis steigt erstmals über 1900 Dollar

Die Rekordjagd beim Gold nimmt immer extremere Ausmaße an. Eine Feinunze des Edelmetalls kostete in Asien zeitweise mehr als 1900 Dollar - ein historisches Hoch. Tendenz: weiter steigend.

Schuldenkrise: Die Tücken des Goldpreises Fotos
REUTERS

Singapur - Die Welt erlebt den größten Goldrausch seit Jahren. Erst vor gut zwei Wochen kostete eine Feinunze (31,10 Gramm) erstmals mehr als 1800 Dollar - nun hat der Preis erstmals die 1900er-Marke durchbrochen. Im asiatischen Handel stieg der Preis bis auf 1913,50 Dollar, dann verbilligte sich das Edelmetall wieder leicht.

Gold gilt vielen als eine der letzten sicheren Anlagen. Weltweit sorgen sich Investoren um die Verfassung der Wirtschaft, da die Börsenkurse in die Tiefe rauschen, fehlen ihnen zudem Anlagealternativen. Deshalb wird immer mehr Geld in Gold umgeschichtet. Edelmetallhändler verzeichnen Rekordbestellungen, vor Abgabestellen von Goldbarren gibt es teils lange Schlangen.

Seit Anfang August legte der Goldpreis rund 17 Prozent zu. Damit steuert er auf den bisher stärksten prozentualen Gewinn in einem Monat seit 1982 zu. Im bisherigen Jahresverlauf kletterte der Goldpreis sogar um rund 35 Prozent, nachdem er 2010 bereits um mehr als ein Viertel gestiegen war.

Und der Boom dürfte weitergehen: Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten rechnen überwiegend damit, dass der Preis für Gold bis Ende 2011 über die Marke von 2000 Dollar steigen wird. Das wäre das stärkste Plus seit mehr als drei Jahrzehnten. Den größten Hype ums Edelmetall gab es zuletzt 1980, seinerzeit trieben Anleger den Preis auf 875 Dollar. Rechnet man die Teuerungsraten mit ein, würde dies derzeit rund 2500 Dollar entsprechen.

Dennoch ist vielen Marktbeobachter die Rekordrallye beim Gold inzwischen unheimlich. "Die Erträge, die zu erwarten sind, stehen in keinem Verhältnis zum Preis", sagte Dieter Wermuth von der Vermögensverwaltung Wermuth Asset Management kürzlich.

Gold-Fakten

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ssu/dpa-AFX

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insgesamt 126 Beiträge
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1. gibt es überhaupt
cheguevara73 23.08.2011
Zitat von sysopDie Rekordjagd beim Gold nimmt immer extremere Ausmaße an.*Eine Feinunze des Edelmetalls kostete in Asien zweitweise mehr als 1900 Dollar - ein historisches Hoch.*Tendenz: weiter steigend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,781777,00.html
soviel gold? oder wird hier nur in virtuelles gold investiert, das überhaupt keinen reelen gegenwert darstellt?
2. Hier könnte ein Titel stehen
shokaku 23.08.2011
Zitat von cheguevara73soviel gold? oder wird hier nur in virtuelles gold investiert, das überhaupt keinen reelen gegenwert darstellt?
Yep. Angeblich ist das Verhältnis "Papiergold" zu "Metallgold" ca. 10:1.
3. Gold steigt und Steigt
berlin_rotrot, 23.08.2011
Habe mit Goldzertifikaten in 20 Tagen 70% Gewinn gemacht. Gold steigt derzeit mehr als der Aktien Durchschnitt an der Börse, am Freitag wird in Übersee von Ben Bernake (US Notenbankchef) evtl. ein weiteres mal die Notenpresse angeworfen = frisch gedruckte Dollars für den Markt. Das wird den Anstieg des Goldkurses weiter unterstützen.
4. Wie lange noch ?
Satiro, 23.08.2011
Zitat von shokakuYep. Angeblich ist das Verhältnis "Papiergold" zu "Metallgold" ca. 10:1.
und wenn die FED Ende der Woche nochmals den Geldhahn öffnet wird sie damit die Goldblase noch weiter aufpusten. Aber auch diese Blase wird platzen. Was wird sie platzen lassen?
5. Goldpreis zu hoch? (Teil1)
Bluecher59, 23.08.2011
Aktuell gibt es vielleicht eine gewisse Übertreibung. Aber fundamental? Goldrausch!? Ach - ich kann es nicht mehr hören. Die leicht hämischen Kommentare meines lieben Bruders: "Dass der Absturz bald kommt. Das alles eine einzige Blase ist. Das Gold inzwischen doch viiiieeel zu teuer ist. Dass ich noch mein blaues Wunder erleben werde. GOLD!!! Wer da investiert ist ein bedauernswerter und von Panik getriebener Irrer der nicht kapiert wie der Markt funktioniert und in eine Blase investiert." Kann sein! Ich gebe zu: Auch ich kann nicht in die Zukunft blicken! Aber SEIN Aktiendepot ist leuchtendrot. Nicht meins! Mein Goldinvestment liegt dagegen - trotz mehrerer Nachkäufe - satt im Plus. Und ich sage Ihnen ganz ehrlich: Es beunruhigt mich! Es gefällt mir garnicht! Mir wäre lieber, ich hätte Verlust gemacht. Sie fragen sich: "Spinnt der? Ist er jetzt total übergeschnappt? " Meine Antwort lautet: Ich hatte nicht die Absicht mit Gold Geld zu verdienen. So wenig, wie ich z.B. mit meiner Unfallversicherung hoffe eines Tages den „dicken Reibach“ zu machen, weil ich querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzend die maximale Versicherungssumme einstreiche! Aber seit ich Motorrad fahre halte ich diese Versicherung für notwendig und sinnvoll. Denn so habe ich in Gold investiert: Als Versicherung gegen Inflation oder sogar Hyperinflation (was ich mir noch nicht vorstellen will aber nicht ausschliesse). Erwarten Sie, dass Sie mit einer Risikoversicherung Geld verdienen? Sie soll Sie vor größerem (ruinösem) Schaden schützen. Und dafür zahlen Sie regelmäßig einen Betrag, den Sie (hoffentlich) nicht mehr wieder sehen. Und je höher das Schadensrisiko ist, um so höher ist die Versicherungsprämie. So, wie jetzt der Goldpreis. Sollte sich die Nervosität am Markt legen und der Goldpreis wieder sinken, läge das wahrscheinlich daran, dass das Risiko einer deutlichen Inflation wieder sänke. Aber, wie wahrscheinlich ist das? Und wo würde dann der Goldpreis liegen? Alle Industrieländer pumpen unglaubliche Mengen an neuem Geld in die Märkte. Trotzdem stagniert oder sinkt die Wirtschaft. Die Schulden der Staaten wachsen noch immer jährlich in immer astronomischere Höhen. Die Zinsen sind auf nicht mehr nennenswert senkbarem Niveau. Eine wirksame Zinserhöhung ist bei der aktuellen und mittelfristig absehbaren Situation schwer vorstellbar. Das wäre aber dringend notwendig um die bereits aufziehende Inflation (die Zeichen mehren sich überall) frühzeitig im Keim zu ersticken. Die Werte (Spareinlagen, Lebens- und private Rentenversicherungen u.ä.) die sich bei einer Inflation mehr oder weniger in Luft auflösen, kann vernünftigerweise kaum jemand durch Goldkäufe kompensieren. Man kann aber einen Teil des Papiergeldes (ich meine das bunt bedruckte "Versprechen" mit dem man seine Arbeit bezahlt bekommt um später Waren und Dienstleistungen zu bezahlen) "konservieren". Gold hat über alle Jahrhunderte einen Wert. Gold war zu keinem Zeitpunkt NULL wert. Wenn Sie in ihrem Keller Geld finden, dass jemand vor z.B. 100, 75 oder 50 Jahren versteckt hat, bekommen Sie in den ersten beiden Fällen garnichts und im letzten Fall dramatisch weniger als es damals wert war. Bei Aktien können Sie Glück haben, wenn das Unternehmen noch existiert. Oder Sammlerstücke in der Hand halten, die nur einen netten Erinnerungswert haben. Für mich ist Gold ganz einfach NUR eine Versicherung. Nicht mehr – aber auch nicht weniger! siehe Teil2:
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Goldrausch - so profitieren Sie
Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.

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