Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Edelmetall-Hype: Zehn Dinge, die Sie schon immer über Gold wissen wollten

Immer mehr Anleger flüchten wegen der Euro-Krise in Gold. Wussten Sie, dass alle Barren der Welt in einen Würfel mit 20 Metern Kantenlänge passen? Zehn merk-würdige Fakten über den glitzernden Rohstoff.

Schuldenkrise: Die Tücken des Goldpreises Fotos
REUTERS

Hamburg - Goldhändler machen dieser Tage ein glänzendes Geschäft. Anleger reißen Händlern die wertvollen Barren aus den Händen. Die BayernLB, einer der größten Edelmetallhändler im deutschsprachigen Raum, verzeichnet derzeit mehr als doppelt so viele Bestellungen wie üblich.

Gold gilt vielen als eine der letzten sicheren Anlagen. Als die Börsen in den vergangenen elf Tagen immer weiter abstürzten, stieg der Preis für das Edelmetall auf bis zu 1814,95 Dollar je Feinunze (31,10 Gramm). Anlageexperten betrachten diesen Hype mit immer größerer Skepsis. Manche warnen vor einer Blase: "Die Erträge, die zu erwarten sind, stehen in keinem Verhältnis zum Preis", sagte Dieter Wermuth von der Vermögensverwaltung Wermuth Asset Management kürzlich.

Schon einmal war der Goldpreis ähnlich steil gestiegen - und genauso steil wieder abgestürzt: Im Jahr 1980 trieben die Anleger den Preis auf 875 Dollar. Rechnet man die Teuerungsraten mit ein, würde dies heute rund 2500 Dollar entsprechen. Wer damals zum Höchstkurs gekauft hat, sitzt heute also noch immer auf Verlusten.

Für Tobias Kramer, Herausgeber des Fachmagazins "Der Zertifikateberater", gibt es noch ein anderes Signal einer Überbewertung: Die "Bild"-Zeitung verlost seit vergangener Woche 100 Goldbarren. Wenn jetzt sogar schon Boulevardzeitungen den Anlegerirrsinn befeuern, lässt das aus Kramers Sicht nur einen Schluss zu: "Gold scheint reif für einen kräftigen Rücksetzer zu sein."

Allerdings schränkt er dies im nächsten Satz gleich wieder ein, da "die Politik in diesen Tagen alles dafür tut, das Misstrauen der Bürger in Euro, EZB und Regierende zu erhöhen und damit Gold zu noch stärkerem Glanz und letztendlich höheren Kursen zu verhelfen". Tatsächlich scheinen sich die Anleger nur kurzfristig zu beruhigen: Der Goldpreis steigt nach einem kurzen Rückgang auf unter 1770 Dollar wieder in Richtung 1800 Dollar je Feinunze.

Zehn Fakten zum Edelmetall, die Sie interessieren - klicken Sie hier.

Gold-Fakten

Zitate starten: Klicken Sie auf den Pfeil

ssu

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 152 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. gold
andresa 16.08.2011
ich biete eine sache die sie schon immer über geld wissen wollten: http://le-bohemien.net/2011/04/13/aufruf-zur-debatte/ ...oder auch zwei: zinseszinssytem und zentrale geldschöpfung führen im zeitverlauf zwangsweise zum währungskollaps ;-)
2. Finanzexperten
unitedunited 17.08.2011
"Für Tobias Kramer, Herausgeber des Fachmagazins "Der Zertifikateberater", gibt es noch ein anderes Signal einer Überbewertung: Die "Bild"-Zeitung verlost seit vergangener Woche 100 Goldbarren. Wenn jetzt sogar schon Boulevardzeitungen den Anlegerirrsinn befeuern, lässt das aus Kramers Sicht nur einen Schluss zu: "Gold scheint reif für einen kräftigen Rücksetzer zu sein."" Das sind mir die richtigen Experten. Und morgen zieht der zur Analyse und "Zertifikateberatung" vermutlich die Glaskugel zu Rate. Oder er liest im Kaffeesatz.
3. Mumpitz
blowup 17.08.2011
Selten so einen Mumpitz gelesen. Weltweit verlieren Menschen das Vertrauen in das Papiergeld oder fürchten - wie in China - eine massive Inflation. Gold ist da - neben Immobilien - ein relativ sicherer Hafen. Ob die Bildzeitung Gold verteilt oder nicht hat auf den globalen Goldpreis soviel Auswirkungen wie der berühmte Sack Reis in China. Ich sehe auch nicht, dass das Vertrauen in das Papiergeld so schnell zurück kommt. Erst recht nicht, wenn jetzt die Druckerpressen noch einmal richtig angeschmissen werden.
4.
dictusmagister 17.08.2011
Habe ich da etwas nicht verstanden, oder wo sind die 10 Dinge, dich ich schon immer wissen w(s)ollte? Sind die Bildunterschriften gemeint? Das ist ja arm und das beim Thema Gold... mit freundlichem Gruß und den besten Wünschen
5. Endlich: SPON unerbietet BILD und Burda...
MaxMatthias 17.08.2011
in Niveau und Aussagekraft. Und dazu auch noch eine Fotostrecke? Gibt es beim nächsten Spiegel Sammelbilder und Goldimatat als Beilage? Kein Leser bekommt im Sommer eine Krise, wenn eine Zeitung einfach mal dünner ist, weil es keine Meldungen gibt. Für wen tun Sie das also? Bleibt ja nur für Ihre Werbekunden oder es dient der Selbstbefriedigung. Ich fange an mich vor mir zu schämen ständig Ihre Website geöffnet zu haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Goldrausch - so profitieren Sie
Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: