Umfrage zum Einzelhandel Mehrheit will sonntags einkaufen können

Fast zwei Drittel der Deutschen wollen die Regeln für Öffnungszeiten am Sonntag lockern. Der Handel brauche mehr Spielraum. Doch längst nicht alle Einzelhändler sind davon begeistert.

Kassiererin im Einzelhandel
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Kassiererin im Einzelhandel


Die Mehrheit der Deutschen will Geschäften mehr Spielraum für Öffnungen an Sonntagen geben. In einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" sprachen sich 61 Prozent dafür aus, dass Händler selbst darüber entscheiden sollten, ob sie sonntags öffnen oder nicht.

39 Prozent waren dagegen. Karstadt und Kaufhof hatten in der vergangenen Woche eine Initiative "Selbstbestimmter Sonntag" gegründet, die sich für mehr verkaufsoffene Sonntage einsetzt. Doch die zusätzlichen Öffnungszeiten am Wochenende sind im Handel umstritten.

Während Kaufhof und Karstadt angekündigt hatten, dass sich weitere Firmen an der Initiative beteiligen würden, gibt es auch kritische Stimmen. So sagte Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Drogeriekette dm: "Ich sehe keinen Anlass oder die Notwendigkeit einer bundesweit einheitlichen Regelung."

Nicht automatisch höhere Umsätze

Die Drogeriekette Rossmann teilte dem Bericht zufolge mit: "Mit der aktuellen Situation sind wir sehr zufrieden." Verkaufsoffene Sonntage würden nicht flächendeckend zu höheren Umsätzen führen.

Auch Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der gleichnamigen Baumarktkette, warnte vor überzogenen Erwartungen an zusätzliche Sonntagsöffnungen. An verkaufsoffenen Sonntagen werde stets ein besonderes Programm geboten wie Vorführungen zu Heimwerkerprojekten, eine Kinderwerkstatt oder eine Grillshow. "Wäre jeder Sonntag verkaufsoffen, würde dieser besondere Charakter schwer zu halten sein", sagte Hornbach.

Die FDP warb erneut für die Freigabe der Öffnungszeiten. "Der Handel braucht gegenüber der Online-Konkurrenz faire Bedingungen, sonst sterben die Innenstädte", sagte Parteichef Christian Lindner der "Bild am Sonntag". Eine Liberalisierung könne zudem Arbeitsplätze schaffen.

him/dpa



insgesamt 494 Beiträge
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mhuz 04.06.2017
1. Wer will
Wenn Leute einkaufen wollen, muss es auch Leute geben die im Laden stehen .?
hegoat 04.06.2017
2. Gebt den Sonntag endlich frei
Ruhetag hin oder her: Geschlossene Geschäfte am Sonntag sind so überflüssig wie ein Kropf. Der Sonntag ist der Tag, an dem man als normaler Arbeitnehmer Dinge erledigen könnte, aber nicht kann, weil fast alles geschlossen ist. Wir brauchen endlich eine Flexibilisierung. Sollen Geschäfte doch sonntags aufhaben, dafür sind sie dann zB halt mittwochs oder donnerstags geschlossen. So hätten jeden Tag einige Geschäfte geöffnet. Den normalen Arbeitnehmer freut's genauso wie den Schichtdienstler, dem der Sonntag sowieso egal ist. Friseure haben übrigens schon lange montags geschlossen und keiner regt sich drüber auf.
53er 04.06.2017
3. Denjenigen, die nun euphorisch
den Einkauf am Sonntag fordern prophezeie ich heute schon, dass es nicht allzulange dauern wird, bis das schöne Einkaufserlebnis für sie vorbei sein wird und sie sich selbst unversehens auch am Sonntag an ihrem Arbeitsplatz einfinden müssen und werden. Warum sollten für Arbeitnehmer im Einzelhandel auch andere Regeln gelten als in der Industrie. Schleift die Wochenenden und ihr werdet Euch noch wundern. Ich gebe dann auch zu bedenken, dass es schwierig wird, welche Tage nun als Urlaubstage zählen und welche nicht, vorbei wäre es mit der 5-Tage-Woche. Der SPON wirft ja gerne irgendein Thema in den Diskussionsring mit angeblichen Wünschen der Mehrheit, belegbar ist das meistens nicht, aber nach dem Motto: Es bleibt immer etwas in Volkes Meinung hängen, werden da Mehrheiten gesammelt und in die vorgesehene Richtung dirigiert.
jowitt 04.06.2017
4. Habe noch nie verstanden...
... warum der Staat Ladenöffnungszeiten und Kneipenöffnungszeiten vorgeben muss. Das würde sich doch von selbst so regeln, wie die Menschen es brauchen. Das ist ganz gut an anderen Ländern zu sehen. Nachts haben dann nur noch wenige Supermärkte auf, die meisten haben geschlossen. Und die Sperrstunde bei Kneipen: Umgekehrt muss es laufen: Grundsätzlich darf man immer auf haben, nur da, wo für Anwohner eine zu große Lärmbelästigung entsteht, sollte man regulieren. Klappt doch in Berlin auch.
Spiegelleserin57 04.06.2017
5. anschauen und nicht kaufen!
es gibt jetzt schon viele Händler die Waren am Sonntag zur Schau stellen. Allerdings stellt sich wirklich die Frage wie hoch der Umsatz letztendlich ausfällt. Auch die Angestellten werden sich nicht freuen trotz der schlechten Löhne nun auch noch am Sonntag arbeiten zu müssen. Übrigens ist der Sonntag mittlerweile der einzige ruhige Tag in der Woche an dem nicht Autoströme in die Stadt fließen und die Menschen sich dort wenigstens einen Tag erholen können. Geht die Tendenz dahin dass nun auch an Sonn-und Feiertagen eingekauft werden muss? Wir sollten uns nicht wundern wenn die Wirtschaft dann die Feiertage weiter reduziert und auch die Zuschläge streichen wird. Die Kunden schaden sich selbst denn die Wirtschaft wird jeden Strohhalm ergreifen um noch mehr Gewinn zu erwirtschaften. Dann wird nicht mehr nach einem christlichen Feiertag gefragt sondern mit den vielen anderen Glaubensrichtungen argumentiert die hier keine Feiertage zugesprochen bekommen. Auch ein Stück weit ein gutes Argument welches kaum zu widerlegen ist!
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