Kritik von Umweltschützern Händler verweigern Rücknahme von Elektroschrott

Seit Kurzem müssen Einzelhändler alte Elektrogeräte zurücknehmen - doch viele erschweren die Rücknahme, kritisiert die Deutsche Umwelthilfe. Einige der 45 getesteten Unternehmen verweigerten sich ganz.

Elektroschrott
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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft vielen Händlern vor, die gesetzlich vorgeschriebene Rücknahme alter Elektrogeräte zu erschweren. Tests bei 45 Unternehmen belegten, dass "die Mehrheit des Handels" Verbraucher schlecht oder falsch informiere, Geräte nicht zurücknehme oder dafür Gebühren verlange, stellt die DUH fest. Die Verbraucherschützer haben nach eigenen Angaben Elektrofachgeschäfte, Baumärkte, Möbelhäuser und Onlinehändler getestet.

Seit einem Monat dürfen Verbraucher in Deutschland ihre ausgedienten Elektrogeräte beim Händler abgeben. Das Gesetz zur Rücknahmepflicht gilt bereits seit Oktober, eine letzte Übergangsfrist lief allerdings noch bis zum 24. Juli. Allerdings sind ausschließlich Geschäfte ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmeter für Elektrogeräte dazu verpflichtet.

Viele Geschäfte verweigerten die Rücknahme unter Verweis auf die Fläche, kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Es sei "absurd", dass Kunden den Laden vermessen müssten, um ihr Recht durchzusetzen.

Probleme gibt es demnach bei Onlinehändlern, weil diese häufig ausschließlich einen Paketversand anbieten. "So wird Kunden die Rückgabe erschwert, um möglichst wenig Geräte zurücknehmen zu müssen", sagte der DUH-Referent für Kreislaufwirtschaft, Philipp Sommer. Onlinehändler sollten Kunden stattdessen die Rückgabe über stationäre Sammelstellen ermöglichen, forderte Sommer.

Nach dem neuen Elektrogesetz müssen Geschäfte Geräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter ohne Kassenbon und ohne den Kauf eines neuen Geräts zurücknehmen. Größere Geräte dürfen Kunden nur beim Kauf eines neuen kostenlos abgeben.

In den vergangenen Wochen hatte die DUH bereits Ikea und Amazon vorgeworfen, gegen die Rücknahmepflicht zu verstoßen. Gegen beide Händler geht die DUH nach eigenen Angaben rechtlich vor, die Unternehmen weisen die Vorwürfe jedoch zurück.

fdi/dpa



insgesamt 133 Beiträge
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fatherted98 25.08.2016
1. Typisch...
...Gesetzte erlassen...aber ohne Folgen. Sowas ist typisch. Der Bürger kann sich jetzt mühsam an irgendwelche Behörden wenden und sich beschweren...oder seinen Elektroschrott einfach in einem großen Mülleimer entsorgen.
ptb29 25.08.2016
2. Deutsche Regulierungswut
In jeder Gemeinde wird von den Entsorgern auch Elektroschrott entsorgt. Dem Kunden ist es wohl nicht zuzumuten, dass er an den entsprechenden Tagen seinen Schrott zur Sammelstelle bringt. Wenn man dann im Baumarkt einmal in die Elektroschrotttonne guckt, findet man auch genug anderen Müll.
10prozentfett 25.08.2016
3. ?
Warum soll ich denn zum Händler gurken und die kaputte Maus zu entsorgen - ist da der Mülleimer nicht umweltfreundlicher? Die Deutschen sind echt im Müllwahn!
ford.prefect 25.08.2016
4. Wertstoffhof
Ist die kostenlose Abgabe von Elektroschrott im kommunalen Wertstoffhof eine bayerische Besonderheit, oder gibt es das im ganzen Bundesgebiet? Ich würde nie auf den Gedanken kommen, ein Elektrogerät beim Händler zu entsorgen. Am Wertstoffhof kann ich direkt am Container halten, was zumindest bei größeren Geräten schon ein Vorteil ist.
Mikrohirn 25.08.2016
5. Wie jedes Umweltschutzgesetz untauglich
Umweltschutz (nicht der Naturschutz!) ist wichtig. Wird aber von unfähigen Ideologen vereinnahmt, die keine praktikablen Gesetze formulieren können (aus beruflichen Gründen kenne ich alle). Noch schlimmer ist es bei den Naturschutzgesetzen (leider kenne ich auch alle), was ein Vorteil sein könnte - wenn 1. Naturschützer Gesetze lesen und 2. sich um andere Rechte und Gesetze scheren würden.
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