Heizöl und Benzin Energiekosten für Verbraucher sinken deutlich

Der Absturz des Ölpreises kommt bei den deutschen Verbrauchern an. Die Kosten für Benzin und Heizöl sind im Oktober drastisch gesunken.

Von (Text) und Christina Elmer (Grafiken) 


Hamburg - Die Energiekosten für Deutschlands Verbraucher sind im Oktober so deutlich gefallen wie selten in einem einzelnen Monat. Gegenüber September lagen die Preise im Schnitt um 1,5 Prozent niedriger und befanden sich wieder auf dem Niveau von Mitte 2012. Das ergibt der Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation, der SPIEGEL ONLINE vorab vorliegt.

Einen stärkeren Rückgang hatte es zuletzt nur in der Finanzkrise 2009 gegeben. Damals hatten die konjunkturellen Abstürze nach dem Crash dazu geführt, dass die Nachfrage nach Öl und damit auch die Preise einbrachen.

Auch 2014 sind fallende Kurse für Rohöl der Hauptgrund für die sinkenden Energiepreise in Deutschland. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) ist im Oktober noch einmal stark gefallen. Nach dem Durchschnittsindex des Hamburger HWWI-Instituts lagen die Kurse an den wichtigsten Börsen nur noch bei 85 Dollar, das sind zehn Dollar weniger als im September und fast 23 Dollar weniger als noch im Juni.

Anders als im September, als die Benzinpreise in Deutschland noch leicht stiegen, hat sich dieser Kursrückgang im Oktober an den hiesigen Tankstellen bemerkbar gemacht. Der durchschnittliche Preis für Superbenzin fiel um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gleiches gilt für Kraftstoffe insgesamt, die - bei einem Anteil von mehr als einem Drittel an den Energieausgaben der Privathaushalte - damit mehr als die Hälfte des Gesamtrückgangs der Energiepreise im Oktober erklären.

Dass die Energiepreise nicht noch stärker gefallen sind, lag erstens daran, dass der Euro Chart zeigen an Wert verloren hat. Dies verteuert die Importe, auch von Rohstoffen, wodurch ein Teil des Preisrückgangs verpuffte. Zweitens erhöhten sich nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands die sogenannten Deckungskosten der Konzerne. Dazu zählen Ausgaben für Transport, Lagerhaltung und Bevorratung - aber auch die Margen der Unternehmen.

Deutlich gefallen - um ganze 5,8 Prozent - sind im Oktober auch die Preise für Heizöl. Auch die Preise für Zentralheizung und Fernwärme sanken um 0,3 Prozent. Etwas gestiegen sind dagegen die Preise für Strom und Gas - um jeweils 0,1 Prozent.

Die Energiekosten haben sich so stark verringert, dass sich dies auch spürbar in den gesamten durchschnittlichen Lebenshaltungskosten bemerkbar macht. Die Jahresinflation wäre in Deutschland in diesem Oktober um 0,3 Prozentpunkte höher ausgefallen, wären die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben.

Verglichen zu den wichtigsten anderen EU-Ländern sind die Energiepreise in Deutschland zuletzt deutlich stärker zurückgegangen. Im EU-Schnitt fielen sie im Oktober nur um 0,8 Prozent.

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insgesamt 26 Beiträge
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Palisander 17.11.2014
1. Nach diesem Artikel zufolge...
man liest ja "drastisch" müsste der Benzinpreis breits weit unter die 1,40 Marke gefallen sein. Das kann ich leider nicht erkennen. Meine Tankstelle an der Ecke dümmpelt seit über 2 Wochen ( bin gerade aus dem Urlaub zurück) an der 1,40 Marke herum. Ich nenne das Volksverdummung. Sobald der Preis vom Öl steigt. werden wir innerhalb von 3 Wochen weit über 1,50 stehen. Und ihr schreibt wieder hübsch mit. Affig.
robhob 17.11.2014
2. Die Strompreise sinken auch
ich habe erst letzte Woche eine Mitteilung bekommen, dass mein Arbeitspreis um 1 ct sinkt. Nächstes Jahr kommt nocheinmal ein Windpark bei uns ans Netz. Der Betreiber schießt auch nochmal was zum Haushaltsstrom dazu. Ivh hoffe damit bin ich gegen den kommenden Anstieg etwas geschützt, sobald Herr Putin den Gashahn abdreht.
karlsiegfried 17.11.2014
3. Absturz?
Wohl reichlich übetriebem um gute Laune oder Lügen zu vebreiten. 'Zitat: Deutlich gefallen - um ganze 5,8 Prozent - sind im Oktober auch die Preise für Heizöl. Auch die Preise für Zentralheizung und Fernwärme sanken um 0,3 Prozent. Etwas gestiegen sind dagegen die Preise für Strom und Gas - um jeweils 0,1 Prozent. Mal richtig bewerten und dann von Absturz sprechen.
ptepic 17.11.2014
4. Realität sieht anders aus...
Heute morgen etwa 7:00. Shell Super 1,50€/l. Normal wäre derzeit 1,40 Also WO kam gleich nochmal WAS bei den Endkunden an?
frank1980 17.11.2014
5. In der verdrehten Welt
der EZB müsste die Aussicht auf einen sinkenden Preis nun dazu führen das die Wirtschaft kaputt geht weil keiner Benzin, Heizöl und Gas kauft.
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