Sinkende Energiepreise Inflation in Deutschland stagniert

Die Inflationsrate ist vorläufigen Berechnungen zufolge im Februar auf Null gesunken. Während die Energiepreise stark fielen, wurden Nahrungsmittel teurer.

Kunde in einem Supermarkt: Die Preise für Nahrungsmittel sind gestiegen
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Kunde in einem Supermarkt: Die Preise für Nahrungsmittel sind gestiegen


Die Verbraucherpreise in Deutschland haben im Februar stagniert. Die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat betrage voraussichtlich 0,0 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung mit. Bankvolkswirte hatten im Mittel mit einer leichten Preissteigerung um 0,1 Prozent gerechnet.

Die Teuerung bleibt damit ungewöhnlich schwach, was vor allem eine Folge der stark gefallenen Ölpreise ist. Zuletzt hatten die Verbraucherpreise im September 2015 stagniert.

Stark rückläufig waren im Februar laut Statistik erneut die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe, die 8,5 Prozent niedriger waren als im Vorjahresmonat. Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen um 0,8 Prozent, Dienstleistungen um 0,9 Prozent. Die endgültige Inflationsrate für Februar veröffentlicht die Statistikbehörde am 11. März.

Im Monatsvergleich zogen die Preise allerdings etwas an. Gegenüber Januar habe die Teuerung bei 0,4 Prozent gelegen, teilten die Statistiker mit. Ökonomen hatten einen etwas höheren Wert von 0,5 Prozent erwartet.

Tariflöhne 2015 gestiegen

Kombiniert mit steigenden Tariflöhnen stärkt die stagnierende Inflation die Kaufkraft der Verbraucher. Das kann den Konsum anschieben, der seit Monaten die wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur ist. Im vergangenen Jahr sind die Tariföhne in Deutschland erneut deutlich stärker gestiegen als die Inflation.

Die tariflichen Monatsverdienste inklusive Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld lagen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 2,1 Prozent über dem Vorjahr. Die Behörde bestätigte damit vorläufige Zahlen aus dem Januar.

Am stärksten erhöhten sich die Tarifverdienste 2015 im Gastgewerbe. Dort stiegen sie um 3,3 Prozent - ein Grund: die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro zum 1. Januar. Auch in der Industrie stiegen die Verdienste mit 3,2 Prozent überdurchschnittlich - vor allem wegen eines vergleichsweise hohen Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie.

Insgesamt jedoch brachte 2015 bei den Tarifverdiensten das geringste Plus seit 2011 (1,7 Prozent). 2014 waren es 3,2 Prozent, 2013 immerhin 2,4 Prozent und 2012 nach Bundesamts-Angaben 2,7 Prozent. Den vergleichsweise geringen Anstieg im vergangenen Jahr erklärten die Statistiker mit einem Sondereffekt: Im öffentlichen Dienst gab es 2014 hohe Nachzahlungen infolge des damaligen Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst (TVöD). 2015 gab es solche Nachzahlungen nicht. Im vierten Quartal 2015 waren die Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen um 2,0 höher als im Vorjahresquartal.

brt/dpa/AFP



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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
großwolke 26.02.2016
1.
Mich würde mal interessieren, wieviele Haushalte/Personen tatsächlich so durchschnittlich sind, dass diese Werte für sie passen. Für mich z.B. bedeuten teurere Nahrungsmittel eine ziemlich hohe Inflation, da ich weder ein Auto besitze noch am vertraglich festgelegten Preis für Gas und Strom im Haushalt drehen kann. Ich bin auch kein Tarifangestellter, von denen gibt es vermutlich sowieso immer weniger, so dass das "kräftige" Einkommensplus auch nicht so wirklich da war.
Bürger Icks 26.02.2016
2. ...Während die Energiepreise stark sanken...
Ja? Ich habe vor ca. 3 Wochen noch einen Brief erhalten in dem stand das ich mehr bezahlen muss, für Strom.
wauz 26.02.2016
3. Der immer gleiche Quark
von der "Inflationsrate". Was uns da verkauft wird, ist eine hin- und her.manipulierter Preisindex. Aussagekraft: wenig bis null. Es kann sein, dass es irgendwo in der Mittelschicht eine "Familie Durchschnitt" gibt, deren Konsum so dem rechenschema entspricht, dass sich die so "ermittelten" (im Wortsinne) Preisveränderungen tatsächlichj in der Prozentzahl ihren Gewinn oder Verlsut an Kaufkraft ausdrücken. Tatsächlich müsste man den Warenkorb Milieu- oder wenigstens Schicht-spezifisch anpassen. Der alten Oma mit Rollator hilft es nämlich nichts, wenn das benzin günstiger wird, dafür das Gemüse teurer. Als Wirtschaftsindex taugt diese scheinbare Inflationsrate gar nichts. Denn Inflation bedeutet eine Aussage über die Geldmenge. In diesem Fall über die in der Realwirtschaft in Umlauf befindliche Geldmenge. Und das Verhältnis zwischen Geldumlauf und Warenumlauf bestimmt die Kaufkraftz/ den Geldwert. Was nun die Geldmenge betrifft; da Öl im Euroraum deutlich weniger gefördert als verbraucht wird, sorgt der Import von Öl/Derivaten für einen Abfluss an Geldmenge. Je höher der Ölpreis, je höher der Abfluss. da das Ölgeld aber nur zum Teil in Form von bezahlung von Exporten verwendet wird, wirkt ein hoher Ölpreis tatsächlich deflationieren (bezüglich des Umlaufs) wird aber über diesen Warenkorb als Infaltion gerechnet. Daran sieht man schon, dass "Inflationsrate" ein reiner Propaganda-Index ist, den man der Katz zum Spielen geben kann.
GoaSkin 26.02.2016
4. Nahrungsmittel sind immernoch viel zu billig
Mit einer derartigen Selbstverständlichkeit werden Lebensmittel verramscht und im Hintergrund eine ganze Branche ausgebeutet, die zu dem unter fragwürdigen Bedingungen zu diesen Billigpreisen produziert. Hauptsache jeden Tag ein ganzes Huhn für 3 Euro essen können und sich auch bei einem geringen Einkommen keinen Kopf darum machen müssen, was man im Supermarkt kauft - vor allem jeden Tag viel Fleisch. Und wenn der Geldbeutel darunter leidet, wird auch nichts Anderes gekauft, sondern nur dasselbe stattdessen im Discounter.
passiflore 26.02.2016
5. So ein Blödsinn
Kürzlich war in der FAS der gleiche Blödsinn zu lesen, gleichzeitig war der Preis für das Blatt innerhalb von 2 Jahren um 14 % gestiegen. Man fragt sich, was sich diese "Experten" da eigentlich zusammenrechnen. Es genügt, sich im Moment einfach mal die horrenden Preise für die "neue Frühjahrsmode" anschauen. Da wird's einem schlecht, 15 Prozent Preissteigerung im Vergleich zum Vorjahr sind locker drin.
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