Energiewende Ökostrom überholt Atomstrom

In Deutschland wird mehr Strom aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt als in Atomkraftwerken. 2011 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 20 Prozent die zweitwichtigste Quelle bei der Stromerzeugung.

Solaranlage in Brandenburg: Erneuerbare auf Platz zwei der Stromerzeugung
DPA

Solaranlage in Brandenburg: Erneuerbare auf Platz zwei der Stromerzeugung


Berlin - Im Dezember 2011 erzeugten allein die Windkraftanlagen in Deutschland 8,5 Milliarden Kilowattstunden Strom - es war der erfolgreichste Windmonat aller Zeiten. Aber auch im Gesamtjahr hat die Stromerzeugung aus Wind, Wasser und Sonne die Atomenergie hinter sich gelassen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix ist auf 20 Prozent gestiegen.

Die Atomenergie dagegen kam im vergangenen Jahr, nachdem acht Meilern abgeschaltet worden waren, nur noch auf einen Anteil von 18 Prozent. Die wichtigste Energiequelle war laut Branchenverband BDEW mit 25 Prozent die Braunkohle. Steinkohlekraftwerke steuerten 19 Prozent zur Stromgewinnung bei. Öl, Pumpspeicherkraftwerke und andere Quellen kommen auf einen Anteil von fünf Prozent.

Weil die Stromerzeugung aus Wind und Sonne stark schwankt, werden die Rufe nach dem schnellen Ausbau der Netze immer lauter. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller begrüßte zwar das starke Wachstum der erneuerbaren Energien, forderte aber eine bessere Integration und einen schnelleren Netzausbau.

Auch der Rekord bei den Solaranlagen, mit 7500 Megawatt neu installierter Leistung, bringt Probleme: Wegen der hohen Förderung drohten die Kosten für den Verbraucher aus dem Ruder zu laufen, sagte Müller.

Trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums ist der Stromverbrauch in Deutschland 2011 zurückgegangen. Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre, dass sich Konjunktur und Energieverbrauch entkoppelt haben. Nach ersten Schätzungen ist der Verbrauch wohl um 0,5 Prozent gesunken - auch weil der Winter mild und der Sommer nicht sehr heiß war.

nck/dpa/dapd



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insgesamt 41 Beiträge
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wugorek 11.01.2012
1. Erzeugen? Speichern?
Zitat von sysopIn Deutschland wird mehr Strom aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt als in Atomkraftwerken. 2011 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 20 Prozent die zweitwichtigste Quelle bei der Stromerzeugung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,808535,00.html
Wer stellt denn da die Zahlen zusammen? Pumpspeicherkraftwerke sind zwar sinnvoll um Leistungsspitzen abzufangen, aber erzeugen tun die keine Energie!
msiefert 11.01.2012
2. Wow
Zitat von sysopIn Deutschland wird mehr Strom aus Wind, Wasser und Sonne erzeugt als in Atomkraftwerken. 2011 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 20 Prozent die zweitwichtigste Quelle bei der Stromerzeugung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,808535,00.html
Die Erneuerbaren mit 20 Prozent auf dem zweiten Platz hinter der Braunkohle mit 25 Prozent? Wow, dann dauert es ja nicht mehr lange bis die Erneuerbaren auf den ersten Platz vorrücken. Und dabei hatten doch in den 90ern die großen Stromkonzerne in Zeitungsanzeigen noch behauptet, das nie mehr als 4% erreicht werden können....
wugorek 11.01.2012
3. 1990
Zitat von msiefertDie Erneuerbaren mit 20 Prozent auf dem zweiten Platz hinter der Braunkohle mit 25 Prozent? Wow, dann dauert es ja nicht mehr lange bis die Erneuerbaren auf den ersten Platz vorrücken. Und dabei hatten doch in den 90ern die großen Stromkonzerne in Zeitungsanzeigen noch behauptet, das nie mehr als 4% erreicht werden können....
Ja mit der Technik von damals. Aber da hat sich gottseidank vieles getan. Die steigenden Preise für gespeicherte Sonnenenergie aus der Erde tun ihr übriges. Wir müssen nur aufpassen das uns die Energiekonzerne nicht auch hier über den Tisch ziehen.
MarkusW77 11.01.2012
4. nur mal so als kleines Rechenbeispiel:
Zitat von wugorekWer stellt denn da die Zahlen zusammen? Pumpspeicherkraftwerke sind zwar sinnvoll um Leistungsspitzen abzufangen, aber erzeugen tun die keine Energie!
8,5Milliarden kwh alleine im Dezember NUR durch Wind- das entspricht ungefähr 240.000.000 €, die an Steinkohleimporten eingespart wurden, und die hier nun wieder in EE oder aber anderweitig investiert werden können. Bei verbrannter Steinkohle wäre das Geld jetzt im Ausland und weg. Man kann die EE im gegensatz zu konventioneller Energieerzeugung mit Mietzahlungen und Eigenheimbesitzern vergleichen. Die Mieter zahlen ein Lebenlang, der Eigenheimbesitzer nur bis es abbezahlt ist, und dann evtl Reperaturen, aber meisten ist dann schon die nächste Generation dabei. ;-)
günter1934 11.01.2012
5.
Zitat von wugorekJa mit der Technik von damals. Aber da hat sich gottseidank vieles getan. Die steigenden Preise für gespeicherte Sonnenenergie aus der Erde tun ihr übriges. Wir müssen nur aufpassen das uns die Energiekonzerne nicht auch hier über den Tisch ziehen.
Wollen Sie damit sagen, dass fossile Energie teurer wird? Zumindest bei Kohle und Erdgas besteht da nicht der geringste Grund dafür. Für die nächsten 200 Jahre.
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