Deutlicher Rückgang: Ergo senkt Zinsen auf Lebensversicherungen

Schlechte Nachrichten für viele Ergo-Kunden: Der Zins auf Lebensversicherungen des Konzerns sinkt erneut deutlich. Das könnte Signalwirkung für die gesamte Branche haben.

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: "Ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht absehbar" Zur Großansicht
dapd

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: "Ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht absehbar"

Frankfurt - Inhaber einer Lebensversicherung von Ergo müssen erneut eine deutliche Senkung der Überschussbeteiligung hinnehmen. Diese sinkt im kommenden Jahr um 0,6 Prozentpunkte, wie das zum weltgrößten Rückversicherer Munich Re gehörende Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Damit können die Kunden mit einer Gesamtverzinsung von 3,55 Prozent rechnen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Ergo die Überschussbeteiligung um bis zu 0,4 Prozentpunkte gesenkt.

Den erneuten Schritt begründete Ergo mit den niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen und andere sichere Anlagen an den Kapitalmärkten, mit denen die Lebensversicherer einen Großteil ihrer Renditen erwirtschaften müssten. So werfen zehnjährige Bundesanleihen derzeit nur noch rund 1,4 Prozent ab. "Ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht absehbar", teilte Ergo mit.

Die hohen Garantiezinsen aus alten Lebensversicherungsverträgen, die bis zu vier Prozent betragen können, will Ergo weiterhin erfüllen. Für seit Anfang 2012 abgeschlossene Verträge beläuft sich der Garantiezins jedoch nur noch auf 1,75 Prozent.

Die erneute Absenkung könnte Signalwirkung für die gesamte Branche haben. Vor Ergo hatten nur zwei kleinere Versicherer ihre Zinsen für 2013 bekanntgegeben: Während die Alte Leipziger die Gesamtverzinsung von 3,85 auf 3,35 Prozent senkte, begnügte sich die DEVK mit einer Reduzierung um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent.

Nun richten sich die Blicke auf den Marktführer Allianz Leben, dessen Entscheidung in dieser Woche erwartet wird. Für 2012 hatte er eine Verzinsung von 4,0 Prozent versprochen. "Die Marktsituation ist unübersichtlich", sagte der Herausgeber des Branchen-Newsletters "map-Report", Manfred Poweleit. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Gesamtverzinsung im Durchschnitt um mehr als 0,25 Punkte sinken wird. Bei Ergo sind das wohl eher individuelle Probleme." Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata in Köln erwartet branchenweit einen Rückgang der Gesamtverzinsung um rund 0,3 auf 3,6 Prozent.

Während der Garantiezins von Lebensversicherungen für die ganze Vertragslaufzeit gilt, wird die Überschussbeteiligung jährlich neu festgesetzt. Beide zusammen ergeben die Gesamtverzinsung. Dazu kommen eine vorgeschriebene Beteiligung an den Bewertungsreserven und der Schlussüberschuss.

dab/dpa/Reuters

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