Spätestens 2022 ist Schluss: Am Montag beschließt die Regierung den Atomausstieg. Viele Investoren hoffen nun auf einen Boom bei den erneuerbaren Energien und halten Ausschau nach lukrativen Anlageprodukten.
Bei Fonds für erneuerbare Energien haben Anleger die Wahl zwischen gemanagten Fonds und solchen, die einem Index folgen (ETF). Nur: Welches Produkt eignet sich für wen? "Finanztest" gibt den Überblick. Die Zeitschrift hat sieben Investmentfonds aus der Branche untersucht, die mindestens fünf Jahre alt sind - und vier Indizes mit den dazugehörigen Fonds.
Einige gemanagte Fonds liefen in den vergangenen fünf Jahren besser als die Indizes. Vor allem der SAM Smart Energy Fund und der DWS Zukunftsressourcen konnten überzeugen. Der SAM Smart Energy Fund schaffte als bester seiner Kategorie in den vergangenen fünf Jahren eine durchschnittliche Rendite von 3,5 Prozent pro Jahr.
Die Stärke von gut gemanagten Fonds liegt darin, dass sie den Branchenbegriff sehr weit fassen können. So wird die Wertentwicklung stabiler, wenn sie große Konzerne wie General Electric, Siemens, Air Liquide oder Linde berücksichtigen, die Ökosparten besitzen. Siemens produziert beispielsweise Windräder.
Auch berücksichtigen gemanagte Fonds spezielle Unternehmen, die nicht im engeren Sinne zur Erneuerbaren-Energien-Branche gehören. So ist der deutsche Maschinenbauer Aixtron in vielen Umweltfonds vertreten. Das Unternehmen stellt Maschinen für die Produktion von Leuchtdioden her und profitiert vom weltweiten Trend zu energiesparender Beleuchtung. Die Aktie hat ihren Wert in den vergangenen fünf Jahren etwa verzehnfacht.
Es ist nicht alles öko
Anleger, die in Indexfonds (ETF) investieren, können nicht auf solche Effekte hoffen. Dafür haben sie geringere jährliche Kosten und wissen besser, was sie kaufen. Die vier untersuchten Indizes und die dazugehörigen ETF bieten einen guten Querschnitt durch die Erneuerbare-Energien-Branche. Anleger können sich entscheiden, ob sie eher auf große oder kleine Unternehmen, mehr auf etablierte Märkte oder Schwellenländer setzen wollen.
Egal ob gemanagter Fonds oder Indexfonds - auf jeden Fall gilt: Anlegern denen es nicht nur um die Rendite geht, sondern die gezielt nachhaltige Technologien unterstützen wollen, sollten sich ihr Anlageportfolio genau ansehen.
Nur wenige Erneuerbare-Energien-Fonds erheben den Anspruch, ökologisch, ethisch und sozial korrekt zu investieren. Viele sind zwar "sauberer" als die meisten herkömmlichen Aktienfonds, da viele zweifelhafte Unternehmen nicht infrage kommen.
Doch bei kritischer Betrachtung gibt es so manchen Makel. So weist etwa der aktuelle Halbjahresbericht für den Fonds HSBC GIF Climate Change einen gut zweiprozentigen Anteil an Tepco aus - dem Konzern, der für die Unglücksreaktoren im japanischen Fukushima verantwortlich ist. Auch in anderen Fonds ist Kernkraft kein Tabu. Vier der sieben geprüften Anlageprodukte haben keine ausdrücklichen Ausschlusskriterien zur Kernenergie.
Nachhaltigkeitsfonds als Alternative
Geht es Anlegern nicht darum, auf einen Boom der erneuerbaren Energien zu spekulieren, sondern um ein ethisch-ökologische Basisinvestment, sollten sie lieber in einen Nachhaltigkeitsfonds investieren. Diese streuen das Geld weltweit über verschiedene Branchen.
"Finanztest" hat Nachhaltigkeitsfonds im Mai 2010 untersucht. Einen guten Eindruck hinterließ der GreenEffects-NAI-Werte. Der Fonds enthält einige Solar- und Windkraftaktien, investiert aber auch in viele andere Branchen. Mit einer "Finanztest"-Bewertung von 50,8 Punkten ist er in seiner Kategorie durchaus zu empfehlen.
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