SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

28. Oktober 2015, 17:58 Uhr

Ungleiche Preise

EU will Onlinehändler zu Fairness verdonnern

Onlinehändler verlangen unterschiedliche Preise - je nach Herkunft der Kunden. Damit bald Schluss sein: Die EU-Kommission will die Anbieter zu einer einheitlichen Preispolitik verpflichten.

Onlinekäufer sollen in der EU nicht mehr je nach Nationalität unterschiedliche Preise zahlen müssen. Das ist eines der Ziele der Binnenmarkstrategie, die die EU-Kommission am Mittwoch vorgestellt hat. Verbraucher sollen demnach grenzüberschreitend die gleichen Einkaufsbedingungen und Lieferkonditionen erhalten. Ausnahmen dürfe es nur bei "objektiven Gründen" wie etwa unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen oder Lieferkosten geben.

Als Beispiel verlautete etwa, dass deutsche Kunden beim Onlinekauf für ein Ticket des Pariser Disneylands mehr zahlen als Belgier oder Franzosen. Die EU-Behörde geht schon länger Beschwerden nach, die Verbraucher "über ungerechtfertigte unterschiedliche Behandlung aufgrund der Nationalität oder des Wohnorts" in Brüssel einreichten.

Die EU-Kommission hatte im Sommer Ermittlungen unter anderem gegen spanische Hotels und Tourveranstalter aufgenommen, weil sie für bestimmte EU-Bürger aufgrund ihrer Nationalität mehr Geld verlangten. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es sogar Fälle, in denen Bürger bestimmter Länder für Hotelzimmer das Doppelte zahlen müssen. Auch gegen österreichische Skiliftbetreiber, Amazon und die Stadt Venedig hatte die EU-Kommission Verfahren eingeleitet.

Im Onlinehandel spielt allerdings nicht nur die Herkunft der Käufer bei der Preisgestaltung eine Rolle. So weisen Shopping-Apps für Nutzer unterschiedlicher Smartphone-Systeme manchmal auch verschiedene Preise aus, obwohl beim selben Händler bestellt wird. User, die auf ein Werbebanner geklickt haben, bekommen ein anderes Preisschild zu sehen als andere Anwender.

mxw/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH