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Ungleiche Preise: EU will Onlinehändler zu Fairness verdonnern

Einkaufssymbol auf Smartphone: Die EU knöpft sich Onlinehändler vor Zur Großansicht
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Einkaufssymbol auf Smartphone: Die EU knöpft sich Onlinehändler vor

Onlinehändler verlangen unterschiedliche Preise - je nach Herkunft der Kunden. Damit bald Schluss sein: Die EU-Kommission will die Anbieter zu einer einheitlichen Preispolitik verpflichten.

Onlinekäufer sollen in der EU nicht mehr je nach Nationalität unterschiedliche Preise zahlen müssen. Das ist eines der Ziele der Binnenmarkstrategie, die die EU-Kommission am Mittwoch vorgestellt hat. Verbraucher sollen demnach grenzüberschreitend die gleichen Einkaufsbedingungen und Lieferkonditionen erhalten. Ausnahmen dürfe es nur bei "objektiven Gründen" wie etwa unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen oder Lieferkosten geben.

Als Beispiel verlautete etwa, dass deutsche Kunden beim Onlinekauf für ein Ticket des Pariser Disneylands mehr zahlen als Belgier oder Franzosen. Die EU-Behörde geht schon länger Beschwerden nach, die Verbraucher "über ungerechtfertigte unterschiedliche Behandlung aufgrund der Nationalität oder des Wohnorts" in Brüssel einreichten.

Die EU-Kommission hatte im Sommer Ermittlungen unter anderem gegen spanische Hotels und Tourveranstalter aufgenommen, weil sie für bestimmte EU-Bürger aufgrund ihrer Nationalität mehr Geld verlangten. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es sogar Fälle, in denen Bürger bestimmter Länder für Hotelzimmer das Doppelte zahlen müssen. Auch gegen österreichische Skiliftbetreiber, Amazon und die Stadt Venedig hatte die EU-Kommission Verfahren eingeleitet.

Im Onlinehandel spielt allerdings nicht nur die Herkunft der Käufer bei der Preisgestaltung eine Rolle. So weisen Shopping-Apps für Nutzer unterschiedlicher Smartphone-Systeme manchmal auch verschiedene Preise aus, obwohl beim selben Händler bestellt wird. User, die auf ein Werbebanner geklickt haben, bekommen ein anderes Preisschild zu sehen als andere Anwender.

mxw/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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1. gute Idee
AllesKlar2014 28.10.2015
wenns wie beim Telefonie- rooming geht dürfen wir wohl bereits für 2037 mit ersten EU Erfolgen in diese Richtung rechnen. weiter so..
2. selber schon erlebt
lauterbachheiner 28.10.2015
Hoffentlich wirkt es und die Unternehmen lernen etwas daraus. Gerade die Werbebanner Geschichte hab ich auch schon mitbekommen. Einfach mal testen mit zwei verschiedenen Browsern. Manchmal stellt man fest das der Werbepreis eigentlich gar keiner ist sondern nur Nepp. Aber auch 399 Euro 10% Rabatt lockt den Schnäppchenjäger eher als 359 Euro ohne Rabatt.
3. ist
hermi16 28.10.2015
doch nicht nur bei Online Händlern so. Warum kosten Autos im Ausland weniger
4. Toll
CommonSense2006 28.10.2015
Hört sich für mich als Verbraucher gut an, aber andererseits frage ich mich schon, wohin das führen soll. Darf dann am Ende VW seine Wagen nicht mehr günstiger in Italien anbieten als in Deutschland? Warum sollte ein Unternehmen nicht unterschiedliche Preise verlangen, je nachdem, was die Kunden bereit oder fähig sind zu zahlen? Wird auf B2B-Ebene tagtäglich gemacht.
5. Interessant
MeFFM 28.10.2015
denn selbst im Schuhgeschäft sind manchmal verschiedene Preise für Deutschland, GB und FR angegeben.
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