Zahlen per Kreditkarte: EU-Kommission plant Gebühren-Kappung

Die Gebühren für Kredit- und EC-Karten sollen sinken: Die EU-Kommission prüft laut "Financial Times", die Aufschläge für Endkunden zu deckeln. Ein Sprecher von Mastercard dagegen sagt, es gehe um die gebühren für Händler - was dem Verbraucher sogar schaden könnte.

Kreditkarten: Instituten drohen drastische Einnahmeausfälle Zur Großansicht
DPA

Kreditkarten: Instituten drohen drastische Einnahmeausfälle

Brüssel - Sogar ein komplettes Verbot hatten die Wettbewerbshüter in Brüssel erwogen - nun läuft es wohl lediglich auf eine Kappung hinaus: Die EU-Kommission prüft einem Bericht der "Financial Times" ("FT") zufolge eine Begrenzung der Gebühren für Kreditkarten und andere Bankkarten. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren sei vorgesehen, dass die Deckelung nur für grenzüberschreitende Transaktionen gilt.

Nach Schätzungen der Kommission könnte sich die Gesamtsumme der Gebühren für Zahlungen mit sogenannten Debitkarten in der Europäischen Union dadurch halbieren - auf rund 2,5 Milliarden Euro.

Konkret sieht der nun überholte Entwurf dem Bericht zufolge eine Kappung auf 0,2 Prozent des Werts der Kartentransaktion vor. Bislang schwanken die Gebührenhöhen innerhalb der EU sehr stark. Laut "FT" betragen sie für EC- oder Bankkarten in Polen typischerweise 1,6 Prozent des Transaktionswerts, in Dänemark hingegen nur 0,1 Prozent. bei den Kreditkartengebühren gehörten die Aufschläge in Deutschland mit durchschnittlich 1,8 Prozent zu den höchsten, während sie etwa in Frankreich nur 0,5 Prozent ausmachen.

Bereits im Jahr 2007 hatte die EU-Kommission festgestellt, dass die Gebühren für die in Europa ausgegebenen Karten gegen Wettbewerbsrecht verstoßen und letztlich die Kosten für Händler und Verbraucher in die Höhe treiben.

Wer vom Gebührendeckel letztlich profitiert, ist offen. Laut "FT" plant die EU eine Begrenzung der Transaktionsgebühren. Davon würde letztlich der Endverbraucher profitieren. Das Unternehmen Mastercard dagegen gibt an, dass es vermutlich um eine geplante Kürzung der sogenannten Interbankenentgelte gehe - was dem Endkunden letztlich schaden könnte. Zwar liege der Vorschlag der EU-Kommission nicht vor, es sei in der bisherigen Berichterstattung aber stets um Interbankenentgelte gegangen.

Interbankenentgelte sind Gebühren, die ein Händler an jene Bank zahlt, über die er Kreditkartenzahlungen seiner Kunden abwickelt - und die diese Bank an das Institut weiterreicht, das die Kreditkartenzahlungen des Endkunden managt. "Sollten diese Interbankenentgelte sinken, besteht das Risiko, dass Händler und Banken die entgangenen Einnahmen auf den Endkunden abwälzen", sagt ein Sprecher. "In diesem Fall könnte der Endkunde sogar draufzahlen."

fdi/ssu/Reuters

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1. Der nächste Schritt zur Abschaffung des Bargeldes und damit zum gläsernen Bürger.
si tacuisses 17.07.2013
Zitat von sysopDPADas Zahlen mit Kredit- und EC-Karte könnte künftig billiger werden. Die EU-Kommission prüft laut "Financial Times", die Gebühren zu deckeln. Demnach sollen die Institute maximal 0,2 Prozent des Transaktionswerts verlangen dürfen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/eu-kommission-prueft-kappung-der-gebuehren-fuer-kreditkarten-zahlung-a-911555.html
Frist hier eigentlich keiner was die mit uns machen ?
2. Na Prost!
calinda.b 17.07.2013
Dann werden die Kartengesellschaften uns diesen 'Verlust' aufbürden bei der Erstellung der Karten oder sonstigen Gebühren.
3. optional
hansschulze 17.07.2013
Bargeld wird eh nur benötigt, wenn man illegale Geschäfte machen will. Drogen, Hehlerware z.B. kann man schlecht bargeldlos zahlen. Ergo: Kein Bargeld = weniger Kriminalität. In Schweden wurde daher schon die komplette Abschaffung angedacht.
4. Na das sind ja mal Probleme...
spon-facebook-1804069627 17.07.2013
...da bin ich aber froh, dass die EU-Kommision sich mit solchen Themen befasst. Es gibt ja nichts drängenderes. Kommt mir das nur so vor oder kümmert sich die Abgeordneten dort in erster Linie um Themen die sie selbst betreffen. Das ist jetzt schon das zweite Thema (nach der Regulierung der Roaming Gebühren) von denen wohl in erster Linie regelmäßig im Ausland arbeitende Personen profitieren (z.B. EU Abgeordnete). Ich habe ja nichts gegen niedrigere Gebühren, ich finde es aber schon eigenartig, dass man sich dort anscheinend in erster Linie mit sich selbst beschäftigt statt mit den echten Sorgen der Bürger in der EU.
5. Es wurde Zeit!
Archimedes_da_Siracusa 17.07.2013
Es gibt keinen Grund, warum man ohne wesentliche Gebühren 5000 Euro für eine Reise überweisen kann aber fast 100 Euro Gebühren bei einer Bezahlung mit Kreditkarte hinlegen soll.
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