Kommissionsbericht: EU-Tester finden Tausende gefährlicher Produkte

Badezusatz in Sektflasche, künstliche Trauben: Mehr gefährliche Produkte in der EU Zur Großansicht
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Badezusatz in Sektflasche, künstliche Trauben: Mehr gefährliche Produkte in der EU

Kleidung, Spielzeug, Elektrogeräte: In Europa sind im vergangenen Jahr deutlich mehr gefährliche Produkte entdeckt worden als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Waren stammt aus China. In Deutschland werden mehr Risikoartikel produziert als in jedem anderen EU-Land.

Brüssel - Verbraucherschützer ziehen in Europa immer öfter gefährliche Produkte aus dem Verkehr. Die Kontrolleure meldeten im vergangenen Jahr 2278 riskante Waren, die die Gesundheit gefährden. Das waren dem Rapex-Bericht der EU-Kommission zufolge 26 Prozent mehr als 2011. Damit erreichte die Anzahl entdeckter Risikoprodukte in etwa den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2010. Über die Datenbank Rapex warnen sich die EU-Staaten gegenseitig vor gesundheitsgefährdenden Produkten.

Die Ergebnisse des Berichts dürften vor allem Eltern beunruhigen. Denn ein Drittel der beanstandeten Produkte waren Kleidungsstücke wie T-Shirts mit giftigen Chemikalien - Kinder sind dadurch überdurchschnittlich gefährdet. Auf Platz zwei der Liste landeten gefährliche Spielzeuge. Erst auf Rang drei befinden sich mit Elektrogeräten eine Artikelgruppe, die Kinder nicht stärker gefährdet als Erwachsene. (Die wöchentlichen Rapex-Berichte mit den Namen der gefährlichen Produkte finden Sie hier.)

Mit 58 Prozent stammt mehr als jeder zweite Risikoartikel aus China oder Hongkong. Der Anteil der chinesischen Güter auf der Rapex-Liste ist seit Jahren konstant hoch, was vor allem daran liegt, dass ein Großteil der in Europa importierten Artikel aus chinesischen Fabriken kommt. Doch auch in der EU werden risikobehaftete Artikel produziert. 330 in Europa hergestellte Artikel finden sich auf der Rapex-Liste, darunter 60 aus Deutschland. Nach Herstellungsländern aufgelistet steht die Bundesrepublik damit auf Platz eins in Europa.

Von jedem vierten der über 2200 gelisteten Artikel ging laut Kommission eine Verletzungsgefahr aus. An einem weiteren Viertel drohten Verbraucher entweder zu ersticken oder davon stranguliert zu werden, was vor allem Kinder betrifft. Mit 18 Prozent sind eine weitere Gefahrenquelle laut dem Report giftige Chemikalien sowie mit 13 Prozent Elektrogeräte, die Stromschläge versetzen könnten. Insgesamt wurden im Rapex-System 85 Prozent der gelisteten Güter als ernsthaft gesundheitsgefährdend eingestuft.

EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg erklärte die deutliche Zunahme gelisteter Produkte vor allem auf bessere Kontrollen durch die einzelnen Länderbehörden zurück, weniger auf die Anzahl gefährlicher Güter an sich. "Die Ergebnisse für das Jahr 2012 zeugen von einer erhöhten Wachsamkeit, aber wir müssen weiter nach Verbesserungen streben", sagte Borg. Ein Beispiel für den Fortschritt bei dem Verbraucherwarnsystem sei laut EU-Kommission, dass immer mehr nationale Zollbehörden aktiv teilnehmen und gefährliche Produkte schon bei der Einfuhr melden.

fdi/AFP/dpa

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insgesamt 73 Beiträge
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ralf_gabriel 16.05.2013
Zitat von sysopDPAKleidung, Spielzeug, Elektrogeräte: In Europa sind im vergangenen Jahr deutlich mehr gefährliche Produkte entdeckt worden als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Waren stammt aus China. In Deutschland werden mehr Risikoartikel produziert als in jedem anderen EU-Land. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/eu-kommission-tester-finden-mehr-gefaehrliche-produkte-in-europa-a-900258.html
Ich weiß - Google ist mein Freund. Aber Ihr verlinkt doch sonst auch alles mögliche in den Artikeln. Warum nicht die Datenbank?
2. hm
scarlet 16.05.2013
Zitat von sysopDPAKleidung, Spielzeug, Elektrogeräte: In Europa sind im vergangenen Jahr deutlich mehr gefährliche Produkte entdeckt worden als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Waren stammt aus China. In Deutschland werden mehr Risikoartikel produziert als in jedem anderen EU-Land. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/eu-kommission-tester-finden-mehr-gefaehrliche-produkte-in-europa-a-900258.html
Könnte der Fakt, dass die meisten "gefährlichen" Produkte innerhalb der EU in Deutschland hergestellt werden vielleicht daran liegen, dass Deutschland EU-weit am meisten produziert..?
3. Nichts neues !
rockibalboa 16.05.2013
Die Industrie, egal ob hier oder in China, geht doch zur Gewinnoptimierung über Leichen. Ob Kind oder Erwachsener, nur Sekundär....
4. Sinnfrei
zahorsky77 16.05.2013
Würde es das besser machen, oder was soll er sinnfreie Kommentar? scarlet heute, 14:18 Uhr [Zitat von sysopanzeigen...] Könnte der Fakt, dass die meisten "gefährlichen" Produkte innerhalb der EU in Deutschland hergestellt werden vielleicht daran liegen, dass Deutschland EU-weit am meisten produziert..?
5. Politisch unkorrekt
Aguilar 16.05.2013
Zitat von sysopDPAKleidung, Spielzeug, Elektrogeräte: In Europa sind im vergangenen Jahr deutlich mehr gefährliche Produkte entdeckt worden als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Waren stammt aus China. In Deutschland werden mehr Risikoartikel produziert als in jedem anderen EU-Land. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/eu-kommission-tester-finden-mehr-gefaehrliche-produkte-in-europa-a-900258.html
Der sich aus dem Artikel ergebende Appell dürfte wohl auf vielen Seiten auf Unverständnis stoßen: Verbraucher kauft weniger Schnickschnack, vor allem nicht den Schund aus China und zahlt ein paar Euro mehr für Qualität. Eigentlich einfach, aber wer will es?
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