Umstrittene Preiserhöhungen: RWE-Kunden können auf Rückzahlung hoffen

Das oberste Gericht der EU macht Gaskunden von RWE Hoffnung: Der Konzern dürfe Preiserhöhungen nicht einfach auf Sonderkunden übertragen. Nun muss der Bundesgerichtshof entscheiden.

RWE-Firmensitz in Hamburg: Rückschlag vor dem EuGH Zur Großansicht
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RWE-Firmensitz in Hamburg: Rückschlag vor dem EuGH

Luxemburg - Kunden des Gasversorgers RWE können auf Rückzahlung früherer Preiserhöhungen hoffen, wenn sie diesen widersprochen haben. Dafür hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg den Weg frei gemacht. Abschließend muss nun allerdings der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Betroffen sind sogenannte Sondervertragskunden, also nahezu alle Kunden, die mit Gas heizen. Für Kleinkunden mit sogenanntem Standardtarif, die in der Regel nur mit Gas kochen, sind Preiserhöhungen gesetzlich geregelt und danach recht einfach möglich. Die Kunden haben allerdings ein Kündigungsrecht.

RWE hat die Klausel auch für seine Sondervertragskunden übernommen. Nach Überzeugung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist das unzulässig. Die Kunden würden durch die Möglichkeit einseitiger Preiserhöhungen unzulässig benachteiligt. RWE konterte, eine gesetzlich formulierte Klausel könne gar nicht missbräuchlich sein. Die "Missbrauchskontrolle", der Allgemeine Geschäftsbedingungen generell unterliegen, greife daher nicht.

Die Verbraucherzentrale klagte und verlangt für 25 Verbraucher wegen unwirksamer Preiserhöhungen in der Zeit von 2003 bis 2005 insgesamt 16.129 Euro zurück. Die Instanzgerichte gaben ihr recht, der BGH legte den Streit dem EuGH vor.

Der entschied nun, dass die Klausel der Missbrauchskontrolle unterliegt. Denn die gesetzliche Regelung gelte nur "für eine andere Vertragskategorie", nämlich den Standardtarif. Nur hier sei daher die Annahme gerechtfertigt, dass schon der Gesetzgeber eine ausgewogene Regelung geschaffen hat. Auf andere "Vertragskategorien" sei dies nicht übertragbar. Weiter betonten die Luxemburger Richter, eine Preisanpassungsklausel müsse "den Anforderungen an Treu und Glauben, Ausgewogenheit und Transparenz genügen".

Nun muss der BGH abschließend über den Streit entscheiden. In den Vorinstanzen hatten sowohl das Landgericht wie auch das Oberlandesgericht der Verbraucherzentrale recht gegeben. Der BGH hatte bereits 2009 eine Preisanpassungsklausel des Bremer Energieversorgers swb als einseitig und daher unwirksam verworfen. Geld zurückverlangen können nach einem weiteren BGH-Urteil vom März 2012 allerdings nur Gaskunden, die gegen die Preiserhöhungen Widerspruch eingelegt haben. Die Frist für einen Widerspruch setzten die Karlsruher Richter auf drei Jahre fest.

cte/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Ich könnte kotzen...
mactwo 21.03.2013
Was weiss ich denn, ob mich mein Gasversorger betrogen hat? Es ist immer dasselbe. Die Betrüger kommen wieder davon, dafür ist unser Geld weg. Da muss verdammt nochmal durchgegriffen werden !
2. Man sollte..
bob27.3. 21.03.2013
Zitat von mactwoWas weiss ich denn, ob mich mein Gasversorger betrogen hat? Es ist immer dasselbe. Die Betrüger kommen wieder davon, dafür ist unser Geld weg. Da muss verdammt nochmal durchgegriffen werden !
..bei allem ,wo RWE draufsteht nur "unter Vorbehalt"zahlen.Auch die Stromversorger im Verbund der RWE sind in NRW in starken Verdacht geraten,beim Strompreis abgezockt zu haben: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen : Strompreisstudie NRW: Kritik an Grundversorgern hat weiter Bestand (http://www.vz-nrw.de/strompreisstudie-nrw--kritik-an-grundversorgern-hat-weiter-bestand)
3.
gaia71 21.03.2013
Zitat von bob27.3...bei allem ,wo RWE draufsteht nur "unter Vorbehalt"zahlen.Auch die Stromversorger im Verbund der RWE sind in NRW in starken Verdacht geraten,beim Strompreis abgezockt zu haben: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen : Strompreisstudie NRW: Kritik an Grundversorgern hat weiter Bestand (http://www.vz-nrw.de/strompreisstudie-nrw--kritik-an-grundversorgern-hat-weiter-bestand)
Was hat Ihr Beitrag mit dem Thema zu tun? Hier geht es um Gaskunden und net um die nach hinten losgegangene Hetzkampagne der Medien mit den falschen Aussagen der VZ NRW aufgrund falscher Daten. Die VZ NRW versucht nun den angerichteten Schaden zu begrenzen, der durch die ungeprüfte Übernahme falscher Daten entstanden ist. Das trifft aber net auf Gaskunden zu, also ist Ihr Beitrag hier völlig deplaziert.
4.
gaia71 21.03.2013
Zitat von bob27.3...bei allem ,wo RWE draufsteht nur "unter Vorbehalt"zahlen.Auch die Stromversorger im Verbund der RWE sind in NRW in starken Verdacht geraten,beim Strompreis abgezockt zu haben: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen : Strompreisstudie NRW: Kritik an Grundversorgern hat weiter Bestand (http://www.vz-nrw.de/strompreisstudie-nrw--kritik-an-grundversorgern-hat-weiter-bestand)
Was hat Ihr Beitrag mit dem Thema zu tun? Hier geht es um Gaskunden und net um die nach hinten losgegangene Hetzkampagne der Medien mit den falschen Aussagen der VZ NRW aufgrund falscher Daten für Stromkunden. Die VZ NRW versucht nun den angerichteten Schaden zu begrenzen, der durch die ungeprüfte Übernahme falscher Daten entstanden ist. Das trifft aber net auf Gaskunden zu, also ist Ihr Beitrag hier völlig deplaziert.
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