Euro-Krise Deutsche fürchten um die Zukunft ihrer Kinder

Die Schuldenkrise verunsichert die Menschen in Europa nachhaltig. Eine Studie zeigt: Vor allem Griechen und Spanier sorgen sich um ihre Zukunft. Die Deutschen geben sich vergleichsweise optimistisch, für ihre Kinder allerdings sehen sie schwarz.

Eltern mit Tochter: Sorge um die Zukunft der nächsten Generation
Corbis

Eltern mit Tochter: Sorge um die Zukunft der nächsten Generation


Hamburg - Arbeitsplätze in Gefahr, steigende Verschuldung und Angst vor dem Abschwung: Die Grundstimmung in Europa ist pessimistisch. An ein baldiges Ende der Krise glauben die Verbraucher nicht mehr - das ist das Ergebnis der jährlichen Studie der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG), die SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Für die Studie, über die zuvor "Welt Online" berichtete, hat BCG unter anderem erhoben, wie ängstlich und pessimistisch die Menschen sind und für wie sicher sie ihren Arbeitsplatz und ihre finanzielle Situation halten. Wenig überraschend ist, dass vor allem die Griechen ihre Zukunft düster sehen und dass sie nur bei der Frage nach der Unsicherheit ihrer Jobs noch von den Spaniern übertroffen werden. Der Umfrage zufolge fürchtet jeder dritte Spanier um seinen Arbeitsplatz, in Deutschland ist es jeder Vierte.

Einig sind sich die Europäer vor allem in der Schuldfrage: Die Regierungen tragen den Großteil der Verantwortung für die Krise, sagen mehr als 90 Prozent der Befragten, in Griechenland erreicht der Wert sogar 100 Prozent. In vielen Ländern glaubt eine Mehrheit der Menschen nicht mehr, dass sich die wirtschaftliche Lage in den kommenden Jahren wieder bessert. Deutschland liegt mit 39 Prozent der Befragten allerdings weit vorne - übertroffen nur von China, wo nur 13 Prozent der Verbraucher nicht daran glauben, dass der Aufschwung kommt.

Deutsche sehen schwarz für ihre Kinder

Besonders pessimistisch sind die Deutschen dagegen, wenn sie nach ihren Kindern befragt werden: Nur noch 13 Prozent glauben, dass der Nachwuchs es einmal besser haben wird als man selbst. Der Grund: Den Deutschen geht es, jedenfalls im Moment, nicht gerade schlecht. Gleichzeitig aber geht mehr als jeder Zweite davon aus, dass die Euro-Krise ihn persönlich treffen wird - oder gleich seine Kinder.

Fast überall sehen die Menschen die Zukunft für die kommenden Generationen optimistischer. Im weltweiten Vergleich sticht vor allem China hervor: Dort gehen mehr als 80 Prozent der Menschen davon aus, dass die nächste Generation ein besseres Leben haben wird.

Die persönlichen Erfahrungen mit der Krise bestimmen auch das Sparverhalten der Menschen: Alle Europäer legen mehr Geld zurück, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Während Italiener, Spanier, Franzosen und Briten vor allem aus Angst vor dem nächsten Abschwung sparen, legen die Deutschen unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung vor allem Geld für die Familie zurück - und für größere Anschaffungen.

nck

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insgesamt 77 Beiträge
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Seite 1
limrz 11.06.2012
1.
Zitat von sysopCorbisDie Schuldenkrise verunsichert die Menschen in Europa nachhaltig. Eine Studie zeigt: Vor allem Griechen und Spanier sorgen sich um ihre Zukunft. Die Deutschen geben sich vergleichsweise optimistisch, für ihre Kinder allerdings sehen sie schwarz. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838135,00.html
Soso, die Deutschen haben Angst um die Zukunft ihrer Kinder. Dann sollten sie mal nachhaltig wählen und nicht diejenigen, die als Heilsbringer dem Wähler - nicht deren Kindern - das Blaue vom Himmel versprechen.
uezegei 11.06.2012
2.
Zitat von sysopCorbisDie Schuldenkrise verunsichert die Menschen in Europa nachhaltig. Eine Studie zeigt: Vor allem Griechen und Spanier sorgen sich um ihre Zukunft. Die Deutschen geben sich vergleichsweise optimistisch, für ihre Kinder allerdings sehen sie schwarz. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838135,00.html
Immer wieder diese übertriebene Angst! Angesichts der sich abzeichnenden Massenarmut werden sich Banker, Hedgefondsmanager und Börsenzocker zusammentun, um auf Boni und Spekulationsgewinne zu verzichten, auch Steuern wird man gerne bezahlen und auch Steuererhöhungen gerne akzeptieren. Dann kann der Neoliberalismus endlich einmal sein freundlich-lächelndes Antlitz zeigen - ganz hemmungslos.
theodorheuss 11.06.2012
3. Die
Zitat von sysopCorbisDie Schuldenkrise verunsichert die Menschen in Europa nachhaltig. Eine Studie zeigt: Vor allem Griechen und Spanier sorgen sich um ihre Zukunft. Die Deutschen geben sich vergleichsweise optimistisch, für ihre Kinder allerdings sehen sie schwarz. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838135,00.html
Deutschen fürchten um die Zukunft ihrer Kinder. Und das vollkommen zu Recht! Ich darf mich ganz herzlich bei ihnen, Frau Merkel und Herr Schäuble, bedanken das sie mit ihren politischen Entscheidungen die Menschen in diesem Land aufs tiefste nachhaltig verunsichern. Mit ihren inkompetenten Entscheidungen machen sie den Menschen Angst, bringen sie um den Schlaf und dieses Gefühl ist selbst schon bei den Kleinsten zu finden. Man sollte mal eine Umfrage machen was die 10 - 17 jährigen so über ihre Zukunft denken und was ihnen zu Europa und der Eurokrise einfällt. Besonders schmerzhaft empfinde ich die Tatsache, daß die Deutschen so ziemlich alles richtig gemacht haben seit die Globalisierung grassiert und trotzdem oder besser gerade deswegen, bis aufs Blut ausgepeßt werden soll und das über Generationen. Und da gibt es doch tatsächlich Politiker im Lande die das auch für vollkommen in Ordnung halten.
kaiser-k 11.06.2012
4. Keine Angst
Eine Zukunft werden unsere Kinder schon haben. Doch leider liegt diese in UNSEREN Händen, und die ruhen fest in beiden Taschen. Dabei ist die NOTwendigkeit nach Taten doch so offensichtlich: Wir müssen jetzt sofort aufhören, über unsere Verhältnisse zu Leben. Irgendwann können wir den Kredit, den wir unserer Welt - ökonomisch, wie ökologisch - abverlangen nicht mehr zurück zahlen. Die Natur aber ist gnadenlos und unsere Spezies offensichtlich suizid - also wird sich das Problem letztendlich von selbst lösen. Das wäre dann wohl die Zukunft unserer Kindes-Kinder. Kurzum: Licht aus, wenn man den Raum verlässt, Müll trennen, keinen neuen Fernseher dieses Jahr und morgen mit der Bahn zur Arbeit. Das wär mal nen Anfang.
fk85 11.06.2012
5. 0_0
Zitat von sysopCorbisDie Schuldenkrise verunsichert die Menschen in Europa nachhaltig. Eine Studie zeigt: Vor allem Griechen und Spanier sorgen sich um ihre Zukunft. Die Deutschen geben sich vergleichsweise optimistisch, für ihre Kinder allerdings sehen sie schwarz. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,838135,00.html
Wir haben alle eine Scheißangst. Zuhause, in der Firma, in der Nachbarschaft. Jeder der logisch denken kann, weiß dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Nur wie sieht dieses Ende aus?
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