Gerechte Geschäfte: Fairtrade boomt in Deutschland

Die Verbraucher in Deutschland legen offenbar Wert auf fair gehandelte Waren: Im vergangenen Jahr kauften sie Fairtrade-Produkte im Wert von rund 400 Millionen Euro. Die Nachfrage nach entsprechendem Kaffee, Blumen oder Bananen wuchs damit das achte Jahr in Folge.

Fair gehandelte Waren: Auswahl aus mehr als 2000 Produkten Zur Großansicht
DPA

Fair gehandelte Waren: Auswahl aus mehr als 2000 Produkten

Bonn - Es sind Wachstumsraten, von denen andere Branchen nur träumen können: Um 18 Prozent wuchs im vergangenen Jahr der Absatz von Fairtrade-Produkten in Deutschland. 2011 trugen Waren im Wert von rund 400 Millionen Euro das Siegel. Obwohl das Segment damit das achte Jahr in Folge im zweistelligen Prozentbereich zulegte, hat sich das Wachstum leicht abgeschwächt: In den beiden Jahren davor lag das Plus noch bei 27 und 26 Prozent.

Seit 2002 habe sich der Gesamtumsatz verachtfacht, sagte Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath. Maßgebend für den kräftigen Zuwachs im vergangenen Jahr seien die Eigenmarken des Handels gewesen - die Marktanteile sind allerdings immer noch sehr gering.

Die ausländischen Produzenten erwirtschafteten den Angaben zufolge durch den Verkauf von Fairtrade-Produkten Einnahmen in Höhe von 82 Millionen Euro. Die wichtigsten Produkte waren Kaffee, Blumen und Bananen. So kauften die deutschen Konsumenten rund 8800 Tonnen fair gehandelten Kaffee, 22 Prozent mehr als im Jahr davor. Der Marktanteil lag damit bei knapp zwei Prozent.

Ein deutliches Plus verzeichnete der Absatz von Fairtrade-Biobananen, der um fast 60 Prozent stieg und einen Marktanteil von knapp über zwei Prozent erreichte. Mit fast sieben Prozent Marktanteil können sich Rosen aus fairem Handel am besten im Markt behaupten.

Inzwischen bieten in Deutschland rund zweihundert Lizenznehmer den Angaben zufolge knapp zweitausend Produkte an. Wichtiger Abnehmer bleibt die Gastronomie, knapp ein Drittel des fairen Kaffees wurde in Bäckereien, Cafés, Mensen oder Betriebskantinen abgesetzt.

nck/dpa/afp

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Donnerwetter
supersmith 20.04.2012
Zitat von sysopDPADie Verbraucher in Deutschland legen offenbar Wert auf fair gehandelte Waren: Im vergangenen Jahr kauften sie Fairtrade-Produkte im Wert von rund 400 Millionen Euro. Die Nachfrage nach entsprechendem Kaffee, Blumen oder Bananen wuchs damit das achte Jahr in Folge. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,828807,00.html
Bei knapp über 410 Mrd Euro EH-Umsatz in 2011 sind das schon 0,1%... weiter so!
2.
Hank_Chinaski 20.04.2012
Super Artikel ;) Nur fairtread ist nicht gleich fair trade. das ist nur eins von mehreren fair trade Siegeln. Ausserdem sind fair Produzierte Waren auch ausserhalb des Lebensmittelbereichs zu haben. Kleidung z.B.
3. Lassen wir sie ...
Heinz-und-Kunz 20.04.2012
Zitat von supersmithBei knapp über 410 Mrd Euro EH-Umsatz in 2011 sind das schon 0,1%... weiter so!
...doch mal zur Abwechslung ihr eigenes Geld zur Weltbeglückung und Gewissensreinigung ausgeben. Dann nehmen sie nicht noch mehr von unserem. Außerdem darf (noch) jeder mit seinem Geld machen was er will, auch Bioeier, Biosprossen usw. kaufen.
4.
spiegelwelt 20.04.2012
Witzig. Heute auf hr-Info wurde ein Beitrag gesendet, in dem genau das Gegenteil behauptet wurde, weil nur etwa 5€/Einwohner/Jahr zugunsten FairTrade geht. So unterschiedlich kann man Statistiken interpretieren ...
5. ?
dig 20.04.2012
Zitat von Heinz-und-Kunz...doch mal zur Abwechslung ihr eigenes Geld zur Weltbeglückung und Gewissensreinigung ausgeben. Dann nehmen sie nicht noch mehr von unserem. Außerdem darf (noch) jeder mit seinem Geld machen was er will, auch Bioeier, Biosprossen usw. kaufen.
Bitte, was haben Bioeier, Biosprossen usw. mit FAIR TRADE zu tun?
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