Falsche Verpackungen 1,2 Milliarden Tonnen Lebensmittel verderben pro Jahr

Fast ein Kilo Nahrung wirft jeder Bürger eines Industrielandes täglich weg. Und in der Dritten Welt werden laut "Handelsblatt" bis zu 40 Prozent der Lebensmittel bereits auf dem Transportweg schlecht. Eine Lösung wären bessere Verpackungen.

Obstmarkt in Indien: Häufig falsche Lagerung und Transportbedingungen
REUTERS

Obstmarkt in Indien: Häufig falsche Lagerung und Transportbedingungen


Hamburg - Weltweit werden die Ressourcen knapper, Lebensmittelpreise steigen, immer mehr Menschen haben nicht genug zu essen. Die Welternährungsorganisation FAO und die Weltbank gehen von rund einer Milliarde Menschen aus, die Hunger leiden.

Offenbar müssen aber nicht nur mehr Lebensmittel produziert werden - bessere Verpackungen wären bereits ein erster Schritt. Einem Bericht des "Handelsblatt" zufolge müssen weltweit tonnenweise Nahrungsmittel weggeworfen werden, weil sie häufig schlecht verpackt sind. "Schätzungen zufolge liegt der weltweite Nahrungsmittelverlust je nach Art des Lebensmittel zwischen 20 und 75 Prozent mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,2 Milliarden Tonnen", sagte Robert van Otterdijk, FAO-Beauftragter, der Zeitung.

Schlechte Produktions-, Konservierungs- und Verpackungsmethoden sowie falsche Lagerung und schlechte Transportbedingungen sorgen dafür, dass ein großer Teil bereits im Herstellungsprozess verdirbt. Dies ist dem Bericht zufolge besonders in Entwicklungsländern, wo zum Teil Verpackungen komplett fehlen, ein Problem.

"In wenig entwickelten Ländern verderben jeden Tag bis zu 40 Prozent der Nahrungsmittel, bevor sie den Konsumenten erreichen", sagte Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf.

In Industrieländern verderben die Speisen hingegen zumeist erst beim Verbraucher - und das nicht zu knapp: Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass in Industrieländern der Pro-Kopf-Verlust im Jahr 300 Kilo beträgt. In der EU würden mehr als 70 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeworfen.

Die FAO und die Messe Düsseldorf wollen im Rahmen des Fachkongress' "Save Food" am 16. und 17. Mai auf die Missstände hinweisen und neue Studien zu dem Thema vorstellen.

lgr

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insgesamt 43 Beiträge
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gzollt 21.04.2011
1. wegwerfen von Nahrungsmitteln
Zitat von sysopFast ein Kilo Nahrung wirft jeder Bürger eines Industrielandes*täglich weg. Und in*der Dritten Welt*werden*laut*"Handelsblatt" bis zu 40 Prozent der Lebensmittel bereits auf dem Transportweg schlecht. Eine Lösung wären bessere Verpackungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,758450,00.html
was nützt eine bessere Verpackung, wenn schlecht haltbare Lebensmittel darin aufbewahrt werden. Wurstwaren wurden zum Beispiel früher geräuchert und waren dadurch wochenlang ohne verpackung haltbar. Es liegt vielleicht auch daran, dass die kurze Haltbarkeit Absicht ist um den Verbrauch zu erhöhen. Sehr viele Menschen hätten die Möglichkeit auf dem Markt, beim Hoflladen oder aber selbst Obst und Gemüse anzupflanzen. Jetzt bitte keine diskussion über Preise oder können sich viele nicht leisten, man leistet sich auch Zigaretten, teure Handy - Verträge, Sky - Abos etc., dies bleibt jedem selbt überlassen. eine andere Möglichkeit wäre noch, dass die manche nicht mehr in der Lage sind richtig einzukaufen.
graf.koks 21.04.2011
2. "Verpackungsingenieure"
Zitat von sysopFast ein Kilo Nahrung wirft jeder Bürger eines Industrielandes*täglich weg. Und in*der Dritten Welt*werden*laut*"Handelsblatt" bis zu 40 Prozent der Lebensmittel bereits auf dem Transportweg schlecht. Eine Lösung wären bessere Verpackungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,758450,00.html
Jetzt bin ich aber mal gespannt, wie die Verpackungsingenieure auf so eine Meldnung reagieren. Es ist ja nicht nur, daß diese oft katastrophalen Kreationen dieser "Experten" für Lebensmittel herhalten müssen. Insgesamt muß man sich fast täglich damit herumschlagen. Duschgelflaschen, die aus den Händen rutschen und umkippen (insbesondere Nivea); Blister-Packungen, die die Finger zerschneiden; Fischdosen, deren Öffnungslaschen für Zwergenhände geschaffen wurden und auch noch regelmäßig abbrechen; Pillendosen für Rheuma und Gicht, für deren Öffnen man eine Rohrzange braucht; Tüten mit Abreißstreifen, die nie richtig abreißen; die berühmte Ketchup-Flasche aus Glas mit der kleinen Öffnung; Gläser für Salat-Dressings, in die kein Eßlöffel paßt, die aber für Teelöffel viel zu tief sind; und, und, und... Verpackungsingenieure, so scheint es mir, benutzen nie ihre eigenen Machwerke.
taubenvergifter 21.04.2011
3. ...
Zitat von sysopFast ein Kilo Nahrung wirft jeder Bürger eines Industrielandes*täglich weg. Und in*der Dritten Welt*werden*laut*"Handelsblatt" bis zu 40 Prozent der Lebensmittel bereits auf dem Transportweg schlecht. Eine Lösung wären bessere Verpackungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,758450,00.html
der Konsumtrottel der ersten Welt hält es ja auch für "schlechten Service", wenn er nicht 5 Minuten vor Geschäftsschluss noch das komplette Brotsortiment frisch gebacken vorfindet.
jaein 21.04.2011
4. quatsch mit soße
Zitat von sysopFast ein Kilo Nahrung wirft jeder Bürger eines Industrielandes*täglich weg. Und in*der Dritten Welt*werden*laut*"Handelsblatt" bis zu 40 Prozent der Lebensmittel bereits auf dem Transportweg schlecht. Eine Lösung wären bessere Verpackungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,758450,00.html
1 kilo? soviel esse ich nicht am tag! woher kommen denn solche zahlen?
mimeya 21.04.2011
5. Keine Rendite auf Kosten der Ärmsten
Jeder kann auf Geldanlagen verzichten, die Mensch und Umwelt schaden! Keiner braucht Finanzprodukte, die auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren! Dafür setzt sich die Initiative www.handle-fair.de ein.
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