Fieser Weihnachtsgeld-Deal Entlassungen in katholischer Klinik waren illegal

Die Mitarbeiter eines katholischen Krankenhauses verzichteten auf Weihnachtsgeld, im Gegenzug wollte der Arbeitgeber auf Entlassungen verzichten - doch später hielt er sich nicht daran und feuerte 120 Leute. Nun hat ein Gericht entschieden: Die Kündigungen waren illegal. 


Düsseldorf - Im Streit um Massenentlassungen haben Beschäftigte einer katholischen Klinik gegenüber ihrem Arbeitgeber recht bekommen. Das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf erklärte Dutzende Kündigungen für unwirksam. 1800 Mitarbeiter eines Duisburger Krankenhauses hatten auf ihr Weihnachtsgeld verzichtet und bekamen im Gegenzug den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2011 zugesichert. Aber schon im Januar 2011 stellte der Arbeitgeber dennoch 120 Beschäftigten außerordentliche betriebsbedingte Kündigungen zu.

Ein solcher Schritt sei zwar auch im Falle eines vertraglichen Kündigungsverzichts nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erklärte das Gericht. Für die Begründung würden aber in einem solchen Fall besondere Anforderungen gelten.

Der Arbeitgeber hatte argumentiert, der Tarifabschluss sei so hoch ausgefallen, dass die Insolvenz gedroht habe. Damit sei die Geschäftsgrundlage für die Weihnachtsgeld-Vereinbarung entfallen. Zudem habe die Bank des Bistums Essen die Massenentlassung zur Bedingung für eine Erhöhung der Kreditlinie gemacht.

Die Richter ließen diese Argumente nicht gelten und erklärten, die Klinik habe sich schon beim Verzicht der Beschäftigten auf das Weihnachtsgeld in einer schwierigen Lage befunden. Außerdem seien die Zahlen zum Einspareffekt und den außerplanmäßigen Kostensteigerungen widersprüchlich gewesen.

(Az.: 12 Sa 1164/11)

mmq/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Rainer Helmbrecht 23.11.2011
1. .
Zitat von sysopSieg vor Gericht: Mitarbeiter eines katholischen Krankenhauses haben*im Kampf gegen Kündigungen Recht bekommen.*Die Beschäftigten*hatten auf Weihnachtsgeld verzichtet, damit es keine Entlassungen gibt. Doch der Arbeitgeber hielt sich nicht an den Deal. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,799605,00.html
Wie kann man auch einem Gläubigen glauben;o). MfG. Rainer
Wigers7 23.11.2011
2. Pietätlos.
"Zudem habe die Bank des Bistums Essen die Massenentlassung zur Bedingung für eine Erhöhung der Kreditlinie gemacht." Die kirchliche Bank verfolgt vertritt hier aber wirklich höchst christliche Werte.
adam68161 23.11.2011
3. Firma Gott & Sohn
Allmählich wird es Zeit, dass konfessionell geführte Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten in staatliche bzw professionelle Hände gelangen. Wenn ich dazu noch heute das "Weltbild"-Desaster lese: Deutsche Bichöfe! Der Papst hat schon recht: Hört endlich auf, Unternehmer spielen zu wollen!
vatervonw, 23.11.2011
4. Gottes Werk...
... mit des Teufels Beitrag!
bestoffive 23.11.2011
5. Gott Mammon
Zitat von Wigers7"Zudem habe die Bank des Bistums Essen die Massenentlassung zur Bedingung für eine Erhöhung der Kreditlinie gemacht." Die kirchliche Bank verfolgt vertritt hier aber wirklich höchst christliche Werte.
Mit Geld konnte und kann die Kirche (kath. und ev.) schon immer sehr gut umgehen....
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