Kritik von "Finanztest" Gebühr an fremden Geldautomaten wird spät angezeigt

Fallstrick für Verbraucher: Viele Banken legen die Gebühr für das Abheben mit fremden Girokarten laut "Finanztest" erst nach Eingabe der Geheimnummer an. Auch die Höhe der Gebühren variiert stark.

Geldautomat
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Viele Banken und Sparkassen zeigen Gebühren für das Abheben mit fremden Girokarten an ihren Automaten nach Angaben der Stiftung Warentest erst spät an. Bei 14 von 20 Anbietern mussten Kunden zunächst die Geheimnummer eingeben, obwohl die Herkunft der Karte für den Automaten schon nach dem Einschieben erkennbar sei, wie es in der Dezember-Ausgabe der "Finanztest" heißt.

Bei dem Praxistest von Juli bis Oktober prüfte die Stiftung Warentest in Berlin und München die Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten. Dabei wurden 20 Anbieter getestet - darunter Banken und Sparkassen sowie spezialisierte Automatenbetreiber.

Es gebe keine rechtlichen Vorgaben, wann und wie Bankkunden über das Entgelt zu informieren seien. Sie müssten nur die Gelegenheit haben, den Vorgang abzubrechen, wenn es ihnen zu teuer sei, erklärte die "Finanztest".

Sechs Banken zeigten in dem Test das Entgelt vor der PIN-Eingabe an: Commerzbank, Deutsche Bank, ING-Diba, Postbank, Targobank und Volkswagen Bank. Die sechs Banken informierten die Kunden auch in kurzen Texten über die anfallende Gebühr.

Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf

Bei einem anderen Anbieter hätten die Kunden die Höhe der Gebühr erst aus einem "sehr langen Text in sehr kleiner Schrift" entnehmen müssen. Die Höhe der Gebühr variiert stark: ING-Diba, DKB und Volkswagen Bank begnügen sich dem Bericht zufolge mit 1,95 Euro bei Abhebungen mit fremden Girokarten - allerdings gibt es von ihnen nicht viele Automaten. Viele große Banken und Sparkassen fordern laut "Finanztest" 3,50 Euro bis 4,95. Bis zu 7,99 Euro betrage das Entgelt beim Bankhaus August Lenz und bei Cardpoint.

Die Bundesregierung hatte erst kürzlich erklärt, sie sehe keinen Handlungsbedarf gegen Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten. Verbraucher würden Automaten von anderen Kreditinstituten "vorwiegend in nicht planbaren Ausnahmesituationen" nutzen, hieß es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Grünen-Politikern. Zudem gebe es eine "flächendeckende transparente Preisanzeige an den Geldautomaten". Verbraucher könnten auf dieser Grundlage eine "informierte Entscheidung" treffen.

msc/AFP



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