Gift im Ei Agrarminister vermutet Kriminelle hinter Eierskandal

In der Affäre um giftbelastete Eier weist Landwirtschaftsminister Schmidt jegliche Schuld von sich. In dem Fipronil-Skandal ermitteln inzwischen Behörden in Belgien, Niederlanden und Deutschland.

Christian Schmidt (CSU)
Clemens Bilan/ EPA/ REX/ Shutterstock

Christian Schmidt (CSU)


Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sieht hinter dem Eierskandal kriminelle Machenschaften. Was geschehen sei, "das ist kriminell, ganz klar", sagte der Politiker in der ARD. Neben zehn Millionen Eiern aus den Niederlanden sind in Deutschland 16 Millionen belastete Eier aus Niedersachsen zurückgerufen worden und müssen vernichtet werden. Inzwischen ermitteln neben den Behörden in Belgien und den Niederlanden auch in Deutschland Staatsanwälte.

Schmidt erneuerte seine Vorwürfe gegen die belgischen Behörden, die von der Belastung der Eier schon früh gewusst hatten. "Das ist nicht im Sinne des Schnellwarnsystems, im Juni Bescheid zu wissen, und uns dann Ende Juli zu informieren." Nun sollen deutsche Verbindungsbeamte in die Niederlande und nach Belgien entsandt werden und für mehr Transparenz sorgen.

In den Verkaufsregalen sollten sich laut Schmidt keine belasteten Eier mehr befinden. "Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kann man dieses ausschließen", sagte er. Jetzt müsse geprüft werden, was mit verarbeiteten belasteten Eiern geschehen sei. In Niedersachsen wurden erste Proben aus Verarbeitungsbetrieben untersucht, etwa aus Nudeln und Backwaren. Dabei gab es keine Beanstandungen.

Fipronil-Eier auch in Luxemburg aufgetaucht

Der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer (Grüne) warf Schmidt vor, er wolle in Deutschland das Vorgehen in dem Skandal nicht koordinieren. "Das bedauere ich sehr." Meyer forderte, die von dem giftigen Fipronil ausgehenden Gesundheitsgefahren nicht herunterzuspielen. In den niedersächsischen Eiern seien Spurwerte gefunden worden, die in den Niederlanden als Gefahr für Kinder angesehen würden. "Nach unseren Berechnungen bei niedersächsischen Eiern ist man schon beim Konsum von zwei Eiern am Tag bei Kindern deutlich über den Warnwerten der EU."

Inzwischen sind auch in Luxemburg sind mit Fipronil belastete Eier aufgetaucht. Die Regierung teilte , in Läden des Discounters Aldi seien zwei Chargen von Fipronil-Eiern gefunden worden. Bei einer Charge handele es sich um Ware, die nicht von kleinen Kindern gegessen werden dürfe, bei der anderen gebe es kein Risiko für die Verbraucher. Die Eier seien vom Markt genommen worden.

hej/dpa-AFX



insgesamt 50 Beiträge
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josipawa 08.08.2017
1. Soso, Kriminelle.
Kriminelle Machenschaften sollen sich also hinter Eiergate verbergen. Gilt das dann auch für Dieselgate, Glyphosatgate und Güllegate? Alles, was die Lebensgrundlagen der Menschen in diesem Land tatsächlich bedroht, entlockt unseren Politikern höchstens ein Schulterzucken.
Schulterklopfer 08.08.2017
2. Geschäftemacher wie ...
diese Pantscher, VW-Vorstände usw. sind immer Kriminelle.
womo88 08.08.2017
3. CSU-Minister sind nie Schuld!
Die machen entweder alles richtig, was nie vorkommt, da sie nie was machen, oder sie machen nichts, was sie immer machen. Aber Schuld sind CSU-Minister nie, denn, wie es so schön heißt: Wer schläft, sündigt nicht.
gandhiforever 08.08.2017
4. Gute Erkenntnis
Ich finde es eine gute Erkenntnis, hinter dem Eierskandal Kriminelle zu vermuten. Das war sicher schwer. Ich frage mich, wie lange dieses 'Spiel' schon dauert, wie viele giftbelastet Eier schon verzehrt worden sind. Was blueht den Kriminellen? Ein Strafe in Hoehe von 100 Euro?
Freidenker10 08.08.2017
5.
Das Bild passt zu unserem Agrar-Hero! Diese Erkenntnis hat ihn nun stolze 2 Wochen gekostet und ein ganzes Ministerium beschäftigt, bin zutiefst beeindruckt! Aber auch hier sieht man, dass der Wirtschaftsschutz vor Verbaucherschutz geht. Vom kleinen Ei bis zum großen Auto immer das gleiche...
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