Mit Fipronil belastete Eier Verzögerte Aufklärung - Kritik an niederländischen Behörden wächst

Rund drei Millionen mit Fipronil kontaminierte Eier sind nach Deutschland geliefert worden. Nun äußert die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking harsche Kritik an den niederländischen Behörden.

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In dem Skandal um mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden wird Kritik an den niederländischen Behörden laut. "Stand heute müssen wir von sehr viel mehr belasteten Eiern ausgehen, da aus den Niederlanden täglich neue Meldungen auftauchen", sagte die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) der "Rheinischen Post". "Wir erwarten, dass die Niederlande ihre Untersuchungen in Kürze abschließen und uns dann endlich eine komplette Liste mit Nummern vorlegen."

Der europaweit größte Eier-Zertifizierer KAT warf den niederländischen Behörden schleppende Zusammenarbeit vor. "Der Datenfluss aus den Niederlanden lässt deutlich zu wünschen übrig", sagte der Vorsitzende des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), Friedrich-Otto Ripke, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Ripke zufolge haben die Behörden aus dem Nachbarland nach wie vor keine Liste potenziell betroffener Betriebe freigegeben. "Das verzögert die Aufklärung in Deutschland und lässt die Verbraucher im Unklaren", sagte er. "Das geht in so einer Situation gar nicht."

Mindestens drei Millionen mit dem Insektizid Fipronil kontaminierte Eier sind nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden. Ein großer Teil davon sei in den Handel gelangt, teilte das Ministerium am Donnerstag auf seiner Internetseite mit. Große deutsche Discounter wie Rewe, Lidl und Aldi Süd haben den Verkauf von Eiern aus Betrieben unter Fipronil-Verdacht gestoppt.

Das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit betriebene Portal lebensmittelwarnung.de listete am Donnerstag die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein auf.

hej/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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_unwissender 03.08.2017
1. So eine Sauerei aber auch ...
Da tricksen die Niederländer und ihre Behörden und verraten nicht, was Sache ist. So eine Sauerei! Haben die sich etwa ein Beispiel genommen an der deutschen Autoindustrie? Das geht aber gar nicht, vor allem nicht unter Freunden!!
frenchie3 03.08.2017
2. Wäre wenigstens, wie bei den Schweinen,
Antibiotika drin. Hatte immer geholfen, eine Entzündung, holländisches Wasserschwein auf den Grill und nach zwei Schnitzeln war man wieder gesund. Aber ehrlich, Insektentöter in den Eiern....
Subco1979 03.08.2017
3. Abgeschaut
Ist wie es schon immer war: Um die eigene Industrie zu schützen, werden fremde wie eigene Bevölkerung gerne geopfert. War so bei der Donaukatastrophe, ist so bei der Dieselverarsche und jetzt halt bei Eiern. Ich kaufe definitiv nichts bei den betroffenen Autoherstellern und keine Eier aus den Niederlanden, bis die Sache geklärt ist. Nur so trifft man die Leute da wo es ihnen weh tut. Leider gibt es zu viele Fanboys...
Nobody X 03.08.2017
4. Wundert das jemanden?
Holland dürfte aufgrund seiner grenzenlosen Liberalität ebenso verkommen sein, wie Deutschland - warum sollte irgendetwas dort also besser funktionieren, als in D?
FrauSchlauer 03.08.2017
5. Diesel, Eier und und und...
Das Gift wird doch nicht nur in NL gespritzt und auch nicht erst seit heute.
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