Lebensmittelskandal Mindestens 28 Millionen Fipronil-Eier nach Deutschland geliefert

Offenbar sind weit mehr mit Fipronil belastete Eier nach Deutschland geliefert worden als bisher bekannt. Allein nach Niedersachsen sind laut einem Zeitungsbericht fast 30 Millionen verdächtige Eier gelangt.

Eier mit belgischen Seriennummern
DPA

Eier mit belgischen Seriennummern


Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier hat in Deutschland wohl ein deutlich größeres Ausmaß als bislang angenommen. 28,1 Millionen möglicherweise mit dem Insektizid verseuchte Eier sind allein nach Niedersachen geliefert worden, berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung".

In den vergangenen Tagen hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium lediglich von rund 10,7 Millionen Eiern gesprochen, die aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden seien und mit Fipronil belastet seien könnten.

Die Zeitung beruft sich auf eine Auswertung des niedersächsischen Agrarministeriums auf Basis der Daten im EU-Schnellwarnsystem. "Rückrufe zu allen diesen Chargen sind erfolgt", teilte das Ministerium mit. Aus dem Bundesland seien wiederum knapp 17 Millionen Fipronil-Eier nach außerhalb geliefert worden. Das umfasse sowohl Chargen aus Verdachtsbetrieben in den Niederlanden als auch aus den insgesamt vier Legehennenbetrieben in dem Bundesland, in denen Fipronil nachgewiesen worden sei.

Der grüne Agrarminister Niedersachsens, Christian Meyer, spricht von einer erschreckend hohen Zahl und wirft der Bundesregierung vor, selbst zu wenig über das Ausmaß des Skandals aufgeklärt zu haben. "Die Zahlen stammen aus dem EU-Schnellwarnsystem. Da hätte der Bund auch selbst reinschauen können", sagte Meyer der Zeitung.

Insgesamt hat der Fipronil-Skandal bislang zwölf europäische Länder erreicht. Besonders stark betroffen sind Belgien, die Niederlande und Deutschland.

fdi/dpa



insgesamt 35 Beiträge
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kingcole 16.08.2017
1. Niedersachsen hat Riesen Hühnerfarmen
... wieso werden Eier nach Niedersachsen importiert? Das verstehe ich nicht.
Alfons Emsig 16.08.2017
2. Schnellwarnsystem?
Bereits am 20. Juli wurde von den Belgiern das European Alert System informiert. Rund vier Wochen später erfahren wir aus der Zeitung die tatsächliche Menge der nach Deutschland gelieferten, belasteten Eier? Wie schnell ist das denn? Aber die Zahl der Kommentare im Forum wird auch diesmal zeigen, dass das Thema Lebensmittelsicherheit in Deutschland eigentlich kaum jemanden so wirklich interessiert. Hauptsache ist doch, der ALDI hat wieder Eier.
felidae1970 16.08.2017
3. Verstehe die Aufregung nicht
Ich verstehe die Aufregung wirklich nicht. Wenn ich meine Eier möglichst billig kaufen möchte, dafür in Kauf nehme, dass Massentierhaltung unter grausamsten Bedingungen für die Tiere Standard ist, dann sind solche Dinge die logische Schlussfolgerung. Der Kunde hat wieder einmal selber Schuld, er ist das Problem, weil er diesen Mist kauft. Solange der Kunde nicht bereit ist, für sein Essen deutlich mehr Geld auszugeben, statt es in sinnlosen andere Dinge zu stecken, wird so etwas immer wieder passieren.
tomhueskens 16.08.2017
4. Da ich eh nur 0-DE..
Eier kaufe, also deutsche Bio-Eier, und man in diesem Bereich (noch) nichts von Fipronil gehört hat (oder??) , esse ich weiterhin ab und zu ein Ei. ;-)
chardon 16.08.2017
5. Wieviel Eier
müssen gegessen werden, damit ein Mensch echten dauerhaften gesundheitlichen Schaden nimmt? Soweit ich weiss - Minumum 17 Eier/Tag, über wieviel Zeit? Selbstverständlich darf so etwas nicht passiern und die Gesundheitsbehörden sollen ihre Arbeit tun. Aber, dass die Presse (Mangels anderer Themen) tagtäglich darüber berichtet, ohne Neuigkeiten zu geben - das ist sowas von laaaangweilig. Gilt auch für Diesel, genauso oder gar noch langweiliger.
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