Eierskandal Razzien in den Niederlanden und Belgien

Belgische Behörden reagierten spät auf den Fipronil-Skandal. Jetzt machen sie gemeinsam mit den niederländischen Nachbarn Druck: In beiden Ländern werden im Zusammenhang mit den belasteten Eiern Häuser und Büros durchsucht.

Konfiszierte Eier in den Niederlanden
DPA

Konfiszierte Eier in den Niederlanden


Wegen des Fipronil-Skandals haben niederländische und belgische Fahnder Häuser und Büros durchsucht. In beiden Ländern liefen wegen mit dem Insektengift belasteter Eier derzeit Durchsuchungen, teilten die Staatsanwaltschaft im belgischen Antwerpen sowie die niederländische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Es handele es sich um eine gemeinsame Aktion der Behörden.

Ein Sprecher der niederländischen Staatsanwaltschaft wollte keine Angaben darüber machen, wo die Razzien geanau stattfanden. Die Staatsanwaltschaft arbeite eng mit der Behörde für Lebensmittelsicherheit (NVWA) zusammen.

Die Untersuchung des Skandals war in Belgien bereits Anfang Juni aufgenommen worden. Dort hatte der Skandal um Millionen mit dem Gift belastete Eier nach bisherigen Erkenntnissen seinen Ursprung. Die anderen EU-Länder wurden dem Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge erst ab dem 20. Juli informiert.

Offenbar wurde verbotenerweise ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Dieses Mittel wurde auch in Ställen in den Niederlanden und in einigen Fällen auch in Deutschland eingesetzt. Millionen der belasteten Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland verkauft.

dab/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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frenchie3 10.08.2017
1. Ich bin mal gespannt
auf das Motiv. Wenn da nicht ein sauteurer Bestandteil durch das (billige) Zeugs ersetzt wurde: was soll das??
permissiveactionlink 10.08.2017
2. Herrje !
Da waren offenbar bandenmäßig organisierte Schwerstverbrecher am Werk. Anders kann man das gar nicht mehr erklären. Fipronil ist ein sehr starkes Gift, das im menschlichen Körper sogar durch Abbaureaktioen zum Fipronilsulfon noch deutlich giftiger wird. Letzteres ist in der Maus ca. fünfmal weniger giftig als Endosulfan, das mittlerweile weltweit nicht mehr zur Anwendung kommen soll. Fipronil ist nicht nur für Insekten und Milben extrem giftig, sondern auch stark giftig für im Wasser lebende Tiere inkl. Fische. Ein paar elende Halunken haben für eine Handvoll Euros die Gesundheit der Verbraucher aufs Spiel gesetzt und zahlreichen Eierproduzierenden Betrieben massiv wirtschaftlich geschadet. Für zehn Jahre wegsperren, alle Verantwortlichen !
fc-637124 10.08.2017
3. Razzien in den Niederlanden und Belgien
sollten in der EU und Deutschland fortgesetzt werden, denn durch dieses "Mistzeuch Glyphosat" werden wir Verbraucher genau so vergiftet wie durch Friponil. Ebenso verhält es sich mit den Nitratwerten im Trinkwasser, statt das Aufbringen der Gülle zu untersagen, werden die Wasserpreise erhöht. Die Politiker handeln nicht zum Wohle des Volkes, sie unterstützen die Gewinnsüchtigen Erzeuger und Chemiekonzerne.
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