Fipronil-Skandal Belastete Eier in 40 Ländern gefunden

Der Fipronil-Skandal weitet sich aus. Allein in der EU wurden in 24 Ländern Eier entdeckt, die mit dem Insektengift verunreinigt sind. Hinzu kommen 16 Länder auf anderen Kontinenten, darunter die USA.

Betroffene Geflügelfarm in den Niederlanden
Robin van Lonkhuijsen / AFP

Betroffene Geflügelfarm in den Niederlanden


Von dem Skandal um mit Fipronil belastete Eier sind mittlerweile 40 Länder betroffen. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, hatten bis Anfang dieser Woche 24 der 28 EU-Staaten gemeldet, dass bei ihnen mit dem Insektengift verunreinigte Eier oder Eierprodukte aufgetaucht sind. Hinzu kamen Meldungen von 16 Nicht-EU-Staaten.

In der Europäischen Union seien bis zuletzt lediglich Litauen, Portugal, Zypern und Kroatien nicht betroffen gewesen, sagte die zuständige EU-Kommissionssprecherin Anca Paduraru der dpa. Zu den betroffenen Nicht-EU-Ländern zählten mittlerweile auch die USA, Russland, Südafrika und die Türkei.

Der Fipronil-Skandal wird an diesem Dienstag erstmals Thema bei einem EU-Ministertreffen sein. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis soll bei Gesprächen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn über die aktuelle Lage und die jüngsten Entwicklungen informieren.

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Seit dem Bekanntwerden des Skandals wurden bereits riesige Mengen an Eiern vernichtet - obwohl Experten angesichts der meist sehr geringen Fipronil-Rückstände nicht von einer akuten gesundheitlichen Gefährdung der Verbraucher ausgehen.

ssu/dpa-AFX



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Meckerameise 05.09.2017
1. Gier frisst Hirn
Alle Jahre wieder ein Lebensmittelskandal. Mal war es ehec, dann illegales Pferdefleisch, Dioxin, das Gammelfleisch liegt noch etwas weiter zurück und irgendwann gab es auch mal BSE. Jedes Mal aufgrund der Gier der Wirtschaft, das Nachsehen hatte stets der Verbraucher. Politiker schrien gebetsmühlenartig nach Verbesserungen, passiert ist aber nie etwas. So ist es und wird es bleiben. Mal sehen, was beim nächsten Mal betroffen ist.
Neinsager2013 05.09.2017
2. Stempel
Versteh ich nicht. Die Eier haben doch alle den tollen Stempel aufgedruckt. Der Kleinbauer bei mir ums Eck, der die Eier seiner fröhlich im Garten scharrenden Hühner ohne Stempel zu einem sensationellen Preis verkauft, würde vermutlich eine empfindliche Strafe aufgebrummt bekommen. Mit immer mehr EU Richtlinien wird alles besser...
kayakclc 05.09.2017
3. Sommerloch
Und ich dachte, es sei Wahlkampf und das Sommerloch vorbei? Viele Fipronil belastete Eier muss ich täglich ein Jahr lang essen, damit ich in die Nähe einer Gesundheitsgefährdung kommen? Die Schätzungen liegen so bei mindestens 7-20 Fipronil Eiern täglich für mindestens zwei Jahre . Und die Hunde und Katzenbesitzer, die sich über Fipronil belastete Eier aufregen, räufeln dann das Standardprodukt gegen Flöhe und Zecken auf den Nacken ihre Lieblinge, das eine Fipronil Dosis enthält, dass das 1000-fache der Eierbelastung überschreitet. Anschliesend werden die Tiere ohen Handschuhe gestreichelt.. Bekantlich sterben diese gelieben Haustiere ja ziemlich schnell an dem Fipronil-haltigen Flohmittel, oder nicht? Naja, wenn da Politiker ohne Fachkenntnisse über Grenzwerte entscheiden......Ob ein Überschreiten der von der Politik und Verwaltungsbeamten festgelegten Grennzwerte gesundheitschädlich ist, bleibt unbewiesen. Aber Leute nehme sie mit religösen Eifer Ernst, denn sie kommen von der Obrigkeit. Es fehlt oft am kritischen Hinterfragen, ob Zahlen auch einer wissenschaflichen Überprüfung standhalten, oder nur Glaubensbekenntnisse sind. Aber Deutsche lieben Obrigkeiten und von der Obrigkeit erlassene Regeln.
Flari 05.09.2017
4.
Zitat von Neinsager2013Versteh ich nicht. Die Eier haben doch alle den tollen Stempel aufgedruckt. Der Kleinbauer bei mir ums Eck, der die Eier seiner fröhlich im Garten scharrenden Hühner ohne Stempel zu einem sensationellen Preis verkauft, würde vermutlich eine empfindliche Strafe aufgebrummt bekommen. Mit immer mehr EU Richtlinien wird alles besser...
Versuchen Sie einmal, den Eierstempel in Frischeinudeln, Backmischungen oder Speiseeis wieder aufzufinden... Eine Strafe wird verhängt, wenn ein Verschulden, ggf. auch Fahrlässigkeit vorliegt. Nach meinen persönlichen Erfahrungen, verwenden gerade kleine Betriebe eher dubiose Mittel aus ebenso dubiosen Quellen, als es bei Grossbetrieben der Fall ist. Haben Sie etwas gegen das EU-Fipronil-Verbot in der tierischen Lebensmittelerzeugung, oder durfte lediglich ein EU-Bashing nicht fehlen?
the_eagle 05.09.2017
5. zweiter Fipronil Skandal
Die betroffenen Betriebe haben teilweise ihre verseuchten Böden nach Deutschland gekarrt und in Nacht- und Nebelaktionen auf Felder und Wiesen gekippt. In Hessen findet man an jeder Ecke Erdhaufen voller Federn, die über Nacht aufgetaucht sind. Die Folge: Hunde werden krank, bekommen Durchfall. Hierzu wäre eine Recherche interessant.
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