Pleite von Stromanbieter: Was Flexstrom-Kunden jetzt beachten müssen

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Flexstrom-Zentrale in Berlin: Stromanbieter meldet Insolvenz an

Der Berliner Stromanbieter Flexstrom ist insolvent. Davon betroffen sind bundesweit etwa 500.000 Kunden. Was bedeutet die Pleite für sie? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Düsseldorf - Wieder ist ein Stromanbieter in Deutschland in Schwierigkeiten geraten: Der Versorger Flexstrom meldete am Freitag Insolvenz an. Kunden können aber zunächst gelassen bleiben: "Es besteht kein Grund zur Panik", sagt Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Strom wird weiterhin fließen." Die wichtigsten Fragen und Antworten für betroffene Verbraucher.

Was bedeutet die Insolvenz für die Kunden?

Grundsätzlich gilt: Die Verträge zwischen dem Energieversorger und den Kunden bestehen weiter. "Sie haben einen Anspruch auf Erfüllung", erklärt Schröder. Das heißt, Flexstrom und die Tochterunternehmen müssen die Kunden weiter beliefern. Erst wenn das nicht mehr möglich sei, springe der Grundversorger ein. "Das kostet dann zwar etwas mehr." Im Dunkeln sitzen müsse aber kein Kunde.

Was sollten Kunden jetzt tun?

Aktiv werden müssen Verbraucher vorerst nicht. "Sie können abwarten, bis ein Insolvenzverwalter bestellt wurde", sagt Schröder. Denn erst dann werde entschieden, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Die monatlichen Abschläge sollten weiter bezahlt werden. "Auch die Kunden müssen den Vertrag ja erfüllen."

Müssen sich die Kunden jetzt einen neuen Anbieter suchen?

Das ist nicht zwingend - aber möglich. Die Insolvenz stellt nach Angaben des Energieexperten Schröder aber keinen außerordentlichen Kündigungsgrund dar. Also sind etwaige Kündigungsfristen zu beachten. Erst bei einem Lieferstopp besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht, und Kunden kommen schneller aus ihren Verträgen. Fallen Kunden bei einem Lieferstopp in die Ersatzversorgung bei einem örtlichen Unternehmen, können sie ohne Kündigungsfristen zu einem neuen Anbieter wechseln. In der Grundversorgung gelten in der Regel zwei Wochen Kündigungsfrist. Die Preise sind bei Grund- und Ersatzversorgung gleich.

Was passiert mit Vorauszahlungen?

Wer seinen Stromverbrauch im Voraus bezahlt, sollte jetzt vorsichtig sein, empfiehlt Schröder. "Solange man nicht weiß, ob das Unternehmen auch ein Jahr lang Strom liefern kann, sollte man nicht zahlen." In diesem Fall sollten Kunden dem Versorger schriftlich mitteilen, dass sie die Vorauszahlung erst überweisen, wenn sichergestellt sei, dass die Versorgung auch gewährleistet wird.

Sind auch Kunden von Flexgas betroffen?

Dem Unternehmen zufolge: nein. Für die Gaskunden ändere sich nichts, Flexgas werde von einem Investor fortgeführt.

cte/dpa/AFP

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Extrem öko oder extrem billig ist eben ebensowenig sicher
iffel1 12.04.2013
wie Geldanlagen über 2%. Das ist doch wirklich prollig zu glauben, dass ein billiger Stromanbieter ein 100%iger Vertragspartner ist. Der Preis ist immer auch ein Bonitätsmerkmal. Bei allen Stromanbietern, die Vorauszahlungen von mehr als einem Monat verlangen, ist Vorsicht geboten, das weiß aber eigentlich jeder und trotzdem machen es viele - unverständlich.
2. genau....
fritzfrie 12.04.2013
...alles wie nach Teldafax -- es hat sich nichts geändert und für die geprellten Kunden wird sich auch auch nichts ändern -- die Bundesnetzagentur kostet auch weiterhin Millionen....
3. Vielleicht war ja
Prokrastes 12.04.2013
... die Firmenzentrale am Reichpietschufer direkt neben dem Bendler-Block in Berlin-Tiergarten doch ein bisschen arg großkotzig?
4. Abbuchung retour?
bristolbay 12.04.2013
Zitat von sysopDPADer Berliner Stromanbieter Flexstrom ist insolvent. Davon betroffen sind bundesweit etwa 500.000 Kunden. Was bedeutet die Pleite für sie? Antworten auf die wichtigsten Fragen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/flexstrom-fragen-zu-kuendigung-wechseln-vorauszahlungen-a-894068.html
Sollte man lieber mal nicht sofort den aktuellen Zählerstand ablesen und seine eigene Rechnung aufmachen und diese gegen die geleisteten monatlichen Abschlagszahlungen stellen. Bei einem Guthaben die letzte Zahlungen/Zahlungen zurückgehen lassen, damit man später nicht zum Gläubiger wird Habe ich so bei Hit-Energie gemacht, die haben das akzeptiert.
5. Der Wahnsinn hat Methode...?
pietro42 12.04.2013
frage ich mich doch, auch ohne ein großer Verschwörungstheoretiker zu sein. Die "Herrschaften" dieser Republik kennen viele Wege der Absprache, und - schwupps - man sitzt wieder bei seinem teueren, lokalen Provide/Stadwerke etc., die ja auch immer als Netzbetreiber ihr oft verzögertes ja und amen zum Providerwechsel geben müssen. ...und vom insolventen Teldafax bekomme ich seit über einem Jahr noch ein paar hundert Euro zurück - oder eben auch nicht... - wie geht noch Strom selbermachen als kapitalloser Bürger?
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