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Stromanbieter: Flexstrom-Kunden müssen bis Jahresende Rückzahlungen fordern

Flexstrom-Firmensitz in Berlin: Forderungen bis zum 30. Dezember einreichen Zur Großansicht
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Flexstrom-Firmensitz in Berlin: Forderungen bis zum 30. Dezember einreichen

Die Kunden des insolventen Berliner Energieanbieters Flexstrom müssen bis zum 30. Dezember noch offene Rückzahlungen bei dem Unternehmen einfordern. Andernfalls werden die Ansprüche nicht berücksichtigt. Ob die Kunden überhaupt Geld bekommen werden, ist allerdings unklar.

Berlin - Ohne Forderung kein Geld: Wer Kunde des insolventen Berliner Billigstromanbieters Flexstrom war, muss seine Vorauszahlungen zurückfordern. Spätestens bis zum 30. Dezember müssten sie sich gemeldet haben, sonst würden die Ansprüche zunächst nicht berücksichtigt, teilte Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger den Kunden in einem Brief mit. Geprüft werden die Forderungen demnach am 31. März 2014. Noch sei nicht absehbar, ob und wie viel Geld die Kunden bekommen, sagte der Rechtsanwalt.

Wegen Zahlungsunfähigkeit hatte der Berliner Billigstromanbieter im April Insolvenz angemeldet. Seitdem bangen bundesweit viele der 600.000 Kunden um ihre Vorauszahlungen. Sie hatten meist dreistellige Euro-Beträge an Flexstrom überwiesen, um im Gegenzug einen günstigen Stromtarif zu bekommen.

Während die Höhe der Rückzahlung noch offen ist, erhalten die Betroffenen laut Schulte-Kaubrüggers in Kürze zumindest ihre Abrechnungen. "Bis Ende September sind wir durch." Eine Gläubigerversammlung ist für den 25. September in Berlin geplant.

Flexstrom hat den Geschäftsbetrieb mittlerweile eingestellt. Auf der Internetseite gibt es statt Informationen zu Tarifen Hinweise zum Insolvenzverfahren. Der Fall zählt zu den größten Insolvenzverfahren der Bundesrepublik - und war bereits der zweite in der Branche innerhalb von zwei Jahren. Im Sommer 2011 war bereits der Flexstrom-Konkurrent Teldafax pleite gegangen. Viele Kunden hatten für ihren Strom Vorauszahlungen an Teldafax geleistet, für die sie nach der Pleite keine Gegenleistung mehr erhielten.

nck/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Tja
vrdeutschland 12.08.2013
Das kommt dabei heraus, wenn man auf seine Regierung hört. Den steigenden Strompreisen hatte man nur die Parole " dann wechselt doch" entgegen zu werfen. Merke: Politiker sind NIE dem Volk verpflichtet sondern nur ihrem eigenen Wohlergehen...
2. Teldafax lässt grüßen
Bruschetta 12.08.2013
Die Finanzspielchen mit den Vorauszahlungen sind offenbar beliebt bei bestimmten Energieversorgern. Erst abkassieren, dann den Hut nehmen. Allerdings sollte es spätestens seit Teldafax allen Vorauszahlungskunden klar gewesen sein, auf was für eine Risikopartie sie sich hier einlassen. Ich habe Gott-sei-Dank rechtzeitig gekündigt und zahle jetzt 3 Euro mehr im Monat. Aber nur, wenn ich auch beliefert werde ;-)
3. Betrug als Geschäftsmodell
lucien 12.08.2013
Wenn 600.000 Haushalte leer ausgehen, heißt das dass kein Geld mehr da ist. Hieraus kann man schlussfolgern, dass die Pleite geplant war und dass der geplanter Betrug das eigentliche Geschäftsmodell war.
4.
kommentar4711 12.08.2013
Bin mal gespannt ob die einzelnen Kunden dann mehr zurück bekommen als die 58 Cent für die Briefmarke für die Anmeldung der Forderung.
5. die Privatisierung
zhonguomi 12.08.2013
einst öffentlicher Aufgaben ist ein kostspieliger Irrtum ~ für den Bürger.
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