Reiseunterhaltung Flixbus prüft kostenloses Filmangebot

Kunden von Flixbus können auf Reisen wohl bald gratis Filme schauen. Das Unternehmen erwägt außerdem Kombi-Tickets für Bus- und Flugreisen.

Fernbus von Flixbus
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Fernbus von Flixbus


Der Fernbusbetreiber Flixbus will die Zufriedenheit seiner Kunden steigern - unter anderem mit einem kostenlosen Filmangebot. "Entertainment im Bus wollen wir angehen", sagte Co-Gründer André Schwämmlein dem "Handelsblatt". Noch in diesem Jahr solle eine Entscheidung über das neue Unterhaltungsprogramm in den Bussen fallen.

Flixbus will zudem künftig mit Airlines zusammenarbeiten. "Wir sprechen gerade mit verschiedenen Fluggesellschaften, darunter auch mit der Lufthansa-Gruppe", sagte Jochen Engert, ebenfalls Gründer der Firma, der "Süddeutschen Zeitung".

Denkbar sei demnach ein gemeinsames Angebot, sodass der Kunde am Ende nur noch ein Ticket brauche, von zu Hause über den Flughafen bis an sein Ziel. So könne Zubringerverkehr zu den großen Flughäfen schneller und einfacher organisiert werden, wovon dann beide Partner profitieren könnten, sagte Engert.

Jochen Engert

Jochen Engert

Expansion in den USA

Große Pläne hat das Münchner Start-up Flixbus in den USA. Dort baut Flixbus gerade an der Westküste eine neue Organisation "nach europäischem Vorbild auf", sagte Engert dem "Handelsblatt". "Die ersten Linien werden auch von dort aus gehen, Richtung Las Vegas, San Francisco, Bay Area. Start soll im ersten Halbjahr 2018 sein."

Wenn die ersten Linien erfolgreich sind, will Flixbus das Angebot ausbauen. "Dann wird das nicht nur Kalifornien sein, sondern die gesamte USA." Engert sieht in den Vereinigten Staaten "viel ungenutztes Potenzial". Der bekannte und alt eingesessene Fernbusbetreiber Greyhound habe keine 50 Prozent Marktanteil, und Engert stellt infrage, ob Greyhound seinem Ruf als Ikone des Fernbusgeschäfts noch gerecht wird.

Flixbus indes ist nach eigenen Angaben inzwischen profitabel. Und zwar "in der gesamten Flixbus-Gruppe europaweit", sagte Schwämmlein dem "Handelsblatt". Im deutschsprachigen Raum schreibe das Start-up, das am 13. Februar 2013 seinen ersten Linienbus auf die Reise schickte, schon seit 2016 schwarze Zahlen.

ssu/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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maphry 13.02.2018
1. Jetzt erst?
Es ist doch erstaunlich wie langsam sich der deutsche Quasimonopolist an internationalen Standard anpasst. Selbst im Baltikum sind Fernbus-Filmangebote in Bussen auf den wichtigen Linien längst Gang und Gäbe. Konzept „Aldi“ reicht halt auf Dauer nicht um international zu überleben. Aber für das rückständische Deutschland mit digitalem Neuland scheint es ja zu reichen.
Actionscript 13.02.2018
2. In den USA lohnt sich das.
Denn dort und besonders an der Westküste gibt es kaum Zugverbindungen, und zum Flughafen muss man mit privaten Bussen, Taxis oder Uber fahren. Doch dann müssten die Busse oft (zB jede Stunde) am Tag fahren. Jedoch in Deutschland würde ich immer den Zug vor dem Bus vorziehen, auch wenn es etwas teurer ist, weil die Bahn schneller und bequemer ist.
mullertomas989 13.02.2018
3. Ok
Ist immer gut, wenn wir mehrere Verkehrsmittel zur Auswahl haben und die im Einzelnen besser werden. Das erhöht den Druck auf die Bahn..... - und macht diese im Idealfall auch besser.
smokyfields 13.02.2018
4. Hätschelkind
Entsprechend gefördert vom deutschen Oberlobbyisten Dobrindt lässt es sich natürlich locker expandieren. Falls sich die deutsche Politik irgendwann nicht mehr nur mit sich selbst beschäftigt, könnte sie sich einmal die Chancengleichheit im Verkehr anschauen. Stichworte: Maut, Mineralölsteuer (Luftverkehr), Stromsteuer, Trassengebühren (Bahn).
funny-smartie 13.02.2018
5. Der Anfang vom Ende
Tja, ein Motto "don't touch a running system" scheint wohl hier nicht zu funktionieren. Mit anderen Worten, wenn der Rubel nicht so rollt wie er rollen soll, fängt man an das Package zu überdenken. Nur "billig" ist nicht immer erwünscht und vielleicht lernt es auch mal der ein oder andere Deutsche dass man nicht nur immer auf den Preis schauen sollte.
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