"Steigert die Intelligenz" Landliebe verzichtet auf dubiose Kakaowerbung

"Kakao steigert die Intelligenz", das hatte der Hersteller Landliebe - größter Lieferant von Schulmilch - in Werbeslogans behauptet. Nach einer Abmahnung durch die Verbraucherorganisation Foodwatch zieht die Firma nun Konsequenzen.

Kakaobohnen
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Das Unternehmen Landliebe hat nach einer Abmahnung durch die Verbraucherorganisation Foodwatch eine Reihe von Werbeaussagen zu Schulkakao zurückgezogen.

In einer Unterlassungserklärung hieß es unter anderem, dass Landliebe künftig auf Aussagen wie "Kakao steigert die Intelligenz und Konzentration" und "Kakao schmeckt und macht geistig fit" verzichten werde. Die Angaben seien von den Internetseiten entfernt worden, auch eine abgemahnte Elternbroschüre werde nicht mehr verteilt.

Foodwatch sprach von einer "Blamage" für die Länder Berlin und Brandenburg, denn die für das gemeinsame Schulmilchprogramm zuständige Behörde habe unter anderem mit diesen Werbeaussagen ihr Festhalten an einer Förderung von gesüßter Schulmilch in diesen Ländern begründet.

Landliebe ist der größte Schulmilchlieferant. Das Unternehmen habe "jahrelang unzulässig Märchen über die vermeintlich positive Wirkung von Schokomilch verbreitet", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker.

Die Organisation kritisierte auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Es könne nicht sein, dass sich Klöckner einerseits für Zuckerreduktion ausspreche und andererseits hinnehme, "dass der Zuckerkonsum an den Schulen staatlich gefördert wird".

Landliebe verteidigte unterdessen, dass nicht nur Milch, sondern auch zuckerhaltiger Kakao generell Teil der Subventionierungen im Rahmen des Schulmilchprogramms ist. Nicht alle Kinder würden "den Geschmack purer Milch" mögen. Erfahrungsgemäß würden Kinder deutlich zuckerhaltigere Erfrischungsgetränke kaufen, "wenn nicht auch der Kakao subventioniert würde", gab Landliebe zu bedenken.

  • Alle Hintergründe zu dem Fall lesen Sie hier.


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Wegen 23.11.2018
1. Kostenlose Erfrischungsgetränke an Schulen
gibt es bereits. Diese schimpfen sich "Wasser" und beinhalten keinerlei Zucker. Würde nicht das Gros der Kinder von völlig ahnungslosen oder überbesorgten Eltern zum Konsum von Apfelschorle, Caprisonne und ähnlicher Plörre genötigt werden, hätten wir viele Probleme weniger. Im Übrigen ist Kälbermilch für Kälber. Für menschliche Säuglinge gibt es Muttermilch.
competa1 23.11.2018
2. Gut,...
..,dass es Foodwatch gibt!
Flari 23.11.2018
3. Wer zu spät kommt...
"Steigert die Intelligenz": Landliebe verzichtet auf dubiose Kakaowerbung Hätten die Manager von Landliebe mehr Kakao getrunken, hätten sie die Abmahnung vermeiden können.
su27 23.11.2018
4. Zuckerkonsum
Die ersten 3 Jahre seines Lebens haben meinem Sohn Süßigkeiten gar nicht geschmeckt. Wenn er sich doch mal ein Stück Schokolade oder anderen Süßkram in den Mund steckte, hat er's gleich wieder ausgespuckt und sein Gesicht vor Ekel verzogen. Meine Frau und ich sind nun wirklich keine Gesundheitsapostel und haben selbst immer viel Süßes gegessen. Wir haben uns aber darüber gefreut, dass unser Sohn das Zeug (noch) nicht mag und ihm dann auch nichts gegeben. Dann kam er in die Kita, wo die Kinder regelmäßig Süßigkeiten bekamen z.B. zur Belohnung, dass sie alles schön aufgeräumt haben. Da wurde er sofort "angefixt". Es hat keine zwei Wochen gedauert, und er fing an, regelmäßig Süßigkeiten zu essen -- wenn wir nicht aufgepasst haben, sogar heimlich in großen Mengen. Das Verrückte dabei ist, dass es in der Kita auch Aufklärung und Aktionen zur Zahngesundheit und gesundem Essen gab. Das alles zeigt beispielhaft, wie selbstverständlich und sorglos die Kinder heutzutage erst einmal auf Zuckerkonsum konditioniert werden, und -- etwas überspitzt gesagt -- danach bringt man ihnen dann bei, dass das ja alles gar nicht gut für die Gesundheit ist. Ich vermute, dass nicht nur mein Sohn, sondern viele andere Kinder auch "von Natur aus" gar nicht auf Zuckerbomben stehen. Aber es scheint mittlerweile fast unmöglich, sie davon fernzuhalten. Erst recht, wenn es in der Kita und später in Schulen noch gefördert wird.
felix_hauck 23.11.2018
5.
Ab wann gilt etwas als wissenschaftlich nachgewiesen? Es ließen sich problemlos Studien finden, welche die Aussagen von Landliebe unterstützen.
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