Kinderfrühstücksflocken Foodwatch kritisiert hohen Zuckergehalt

Jede zweite Sorte Frühstücksflocken für Kinder enthält mindestens 30 Prozent Zucker. Das hat eine Untersuchung von Foodwatch ergeben. Die Verbraucherorganisation kritisiert die Produkte in seinem Marktcheck als "Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich" und fordert eine gesetzliche Zuckergrenze.

AP

Berlin - Zuckerbomben statt gesundem Frühstück: Die Organisation Foodwatch hat festgestellt, dass ein Großteil der Frühstücksflocken für Kinder sehr viel Zucker enthalten. Für ihren Marktcheck untersuchten die Verbraucherschützer insgesamt 143 Produkte, die mit Aufmachung und Werbung gezielt Kinder ansprechen (die Gesamtliste mit den Resultaten finden Sie hier im PDF).

Das Ergebnis: In jeder zweiten Packung steckten mindestens 30 Prozent Zucker, teilte Foodwatch am Mittwoch in Berlin mit. Vier von fünf Produkten haben demnach noch einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent. Einen Zuckeranteil von unter zehn Prozent wiesen laut Untersuchung nicht einmal sechs Prozent der Produkte auf.

Einträgliches Geschäft für die Industrie

"Frühstücksflocken für Kinder sind in der Regel schlicht Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich", sagte Oliver Huizinga, bei Foodwatch für die Kampagne abgespeist.de verantwortlich. Aus einem "eigentlich ausgewogenen Produkt" habe die Industrie "ein billiges Gemisch aus Mehlpampe und Zucker gemacht". Für die Industrie seien "die Flocken mit der billigen Zutat Zucker ein einträgliches Geschäft". Für die Gesundheit von Kindern seien sie jedoch fatal. Laut Foodwatch gelten in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder als zu dick, sechs Prozent sogar als fettleibig.

In dem Test schnitten nicht nur die Produkte von Markenherstellern, sondern auch die Angebote von großen Supermarktketten schlecht ab, die über ihre Eigenmarken Frühstücksflocken verkaufen. Auch im Bio-Bereich haben fast 60 Prozent der Produkte einen Zuckergehalt von mehr als 20 Prozent, wie Foodwatch bemängelte. Bio-Produzenten zeigten aber auch, dass es möglich sei, "ausgewogene Frühstücksflocken für Kinder mit weniger als zehn Prozent Zucker anzubieten".

Die Verbraucherorganisation verlangte gesetzliche Mindestanforderungen für Kinder-Frühstücksflocken: Nur Produkte mit einem maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent dürften an Kinder vermarktet werden, forderte Foodwatch.

nck/AFP

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Lütt_Matten 19.09.2012
1.
Zitat von sysopAPJede zweite Sorte Frühstücksflocken für Kinder enthält mindestens 30 Prozent Zucker. Das hat eine Untersuchung von Foodwatch ergeben. Die Verbraucherorganisation kritisiert die Produkte in seinem Marktcheck als "Süßigkeiten mit Müsli-Anstrich" und fordert eine gesetzliche Zuckergrenze. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,856688,00.html
Nein, das ist natürlich wieder ausschliesslich die "Schuld der Eltern", die sich nicht die Zeit nehmen stundenlang zwischen unzähligen "Kinder-Frühstücksprodukten", die mit hohen Werbeetats um die Zielgruppe buhlen, zu unterscheiden, bis sie eines finden, in dem nicht Unmengen von Zucker enthalten sind und in dessen müslimäßigen Gesundpackung sich keine verkleidete Sachertorte befindet.... Ironie aus!
Turin 19.09.2012
2. Kohlenhydrate insgesamt
Schon erschreckend, wenn fast die Hälfte der Frühstücksflocken aus Zucker sind. Emenso wichtig finde ich allerdings den Kohlenhydrat-Anteil. Da diese im Körper meist sehr schnell in Zucker abgebaut werden, zählen diese eigentlich gleich mit. (Glycemischer Index). Da es sich bei den meisten Flocken um einfache Weizen Weiß-mehl produkte handelt, erfolgt nämlich die Umwandlung von den Kohlenhydraten zu Zucker sehr schnell - weil einfach keine komplexen Kohlenhydrate vorhanden sind. Daher macht es IMO keinen/kaum Unterschied, ob die Flocken 30 oder 60% Zucker haben, wenn 80% Kohlenhydrate enthalten sind.
ponyrage 19.09.2012
3. Spendenschleicher
Wenn ich Müsli kaufe, schaue ich immer auf den Zuckergehalt. Das ist auch überhaupt kein Problem, weil das überall draufsteht. Wenn ich dann einmal ein gutes Produkt gefunden habe, kaufe ich das immer wieder. Warum sollten Eltern das nicht hinkriegen? Weil sie zu dämlich sind? Weil sie sich gegen den Nachwuchs nicht durchsetzen können? Ach, interessiert mich eigentlich auch gar nicht.
MrStoneStupid 19.09.2012
4. Werbeverbot und Sondersteuern sind machbar
Eher/potentiell schädliche Lebensmittel sollen einen großen Warnhinweis enthalten, nicht beworben werden dürfen und mit einer Sondersteuer belegt werden - gerade bei Produkten für Kinder kann man mal damit anfangen. Wohlbekannte Genußmittel (z.B. Schokolade) brauchen keinen speziellen Warnhinweis, nur ein Werbeverbot. Schluß mit korruptem Lobbyismus zum Schaden von Mensch und Gesellschaft - ein Werbeverbot und Sondersteuern sind machbar, Herr Nachbar. (imho)
BiffBoffo 19.09.2012
5. Keine Lobby für die Kleinen
Von Frau Aigner darf man gar nichts erwarten. Sie kommt nur dann zum einsatz wenn die große Masse schreit oder wenn schon alles Vergiftet ist. Wozu haben wir eine Verbraucherministerin ? Sie muss für alle Deutschen einstehen und nicht nur für die Wirtschaft. Da fängt bei kleinen an und hört bei den Alten auf die überhaupt nicht mehr wissen was wirklich im Essen ist. Es ist einfach nur noch zum Kotzen.
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