Illegaler Verkauf Großrazzia bei Pferdefleischhändlern in Frankreich

Französische Ermittler haben eine Razzia bei Reitställen und Unternehmen in elf Departements gestartet. Der Verdacht: Pferde aus der Pharmaforschung könnten illegal für die Lebensmittelproduktion geschlachtet worden sein.


Paris - Der Pferdefleischskandal von Anfang des Jahres ist nie vollständig aufgeklärt worden, damals ging es vor allem um die falsche Auszeichnung von Pferd als Rind. Jetzt scheint es einen neuen Skandal zu geben: Viele Pferde aus der Pharma-Forschung und aus Reitställen könnten in Frankreich illegal für die Lebensmittelproduktion geschlachtet worden sein. Ermittler starteten am Montag nach eigenen Angaben eine Razzia in elf Departements. Rund hundert Einsatzkräfte der Gendarmerie sollten dabei Unternehmen durchsuchen und Verdächtige festnehmen.

Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP könnten unter anderem Pferde aus Forschungseinrichtungen des Pharmariesen Sanofi an Schlachtereien verkauft worden sein. Vermutlich hätten die Händler zu diesem Zweck die Dokumente gefälscht, hieß es.

Es gehe diesmal nicht um als Rind deklariertes Pferdefleisch, sagte Verbraucherminister Benoît Hamon am Montagmorgen in Bezug auf den europaweiten Pferdefleischskandal. In diesem Fall seien eventuell Tierkörper, die beseitigt werden sollten, in Metzgereien gelandet.

Hunderte Pferde, die im Zeitraum von 2010 bis 2012 an wissenschaftlichen Forschungen teilgenommen haben, sollen in die Nahrungsmittelkette gelangt sein, berichtet der französische Sender France 3 unter Berufung auf Lieferdokumente. Demnach sollen Pferde, die mit Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt wurden, illegal zum Verzehr verkauft worden sein.

Die Ermittlungen wurden demnach durch einen anonymen Hinweis angestoßen. Ein Pferdehändler aus dem südfranzösischen Narbonne soll mindestens 200 Pferde weiterveräußert haben, die er von dem Pharmakonzern Sanofi gekauft hatte. Auf ein konkretes Gesundheitsrisiko für Verbraucher gab es zunächst keine Hinweise.

nck/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Zehero 16.12.2013
1. Pharmahirne bei SPON
Insbesondere der SPON-Bildredakteur muß zuviel von dem pharmazeutisch verseuchten Pferdefleisch gegessen haben - dieses Wildpferd-Foto einem solchen Schindmährenfleisch-Skandal zuzuordnen und ihn damit zu "illustrieren"!
Airkraft 16.12.2013
2. Juhu :-(
Zitat von sysopDPAFranzösische Ermittler haben eine Razzia bei Reitställen und Unternehmen in elf Départements gestartet. Der Verdacht: Pferde aus der Pharma-Forschung könnten illegal für die Lebensmittelproduktion geschlachtet worden sein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/frankreich-razzia-bei-haendlern-von-pferdefleisch-a-939301.html
Früher war man noch auf Kalbfleisch angewiesen, wenn man die Apotheke meiden wollte. Jetzt hat man freie Auswahl und kann auch auch zu Geflügel und/oder Pferdefleisch greifen ;-)
regensommer 16.12.2013
3.
Und wo sind jetzt diejenigen die meinten diese Lasagne könnte man doch billig abgeben, vor allem an H4 Empfänger? Wo sind die Leute die meinten die Lasagne mit Pferd wäre viel besser? Immer rein mit dieser Pferdefleisch Lasagne - ist sowas wie Roundup nur für Menschen.
mathildesch. 16.12.2013
4. So, so ... die Pferde haben also an der Forschung teilgenommen
Ich rätsele immer noch, warum die NSA/Snowden-Unterlagen davon sprechen, dass Microsoft, Apple und Google dem Prism-Programm "joined"-ten. Da eine freiwillige Teilnahme willkommen war und mit Privilegien verbunden war (der SPIEGEL berichtete), heißt das dass diese Unternehmen freiwillig teilnahmen? Also ... die Pferde sind den Tierversuchen sicherlich freiwillig beigetreten ... äh .. öh ...
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