Sonderzahlung Männer und Westdeutsche bekommen häufiger Weihnachtsgeld

Glücklich, wer einen Tarifvertrag hat: Solche Angestellten bekommen laut einer Umfrage deutlich häufiger Weihnachtsgeld ausgezahlt als Kollegen ohne Tarifbindung. Im Nachteil sind auch Frauen und Ostdeutsche.

Einkaufsstraße in Berlin (Archivbild): Gewerkschaftsmitglieder im Vorteil
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Einkaufsstraße in Berlin (Archivbild): Gewerkschaftsmitglieder im Vorteil


Nach wie vor spielen Geschlecht und Wohnort eine große Rolle bei der Auszahlung eines 13. Gehalts: Frauen erhalten seltener Weihnachtsgeld als Männer, Westdeutsche eher als Ostdeutsche. Insgesamt erhalten rund 54 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine solche Sonderzahlung, wie aus einer aktuellen Umfrage des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs hervorgeht.

Die Erhebung unter etwa 8800 Teilnehmern ergab etwa, dass fast drei Viertel der Angestellten mit Tarifvertrag am Jahresende einen Zuschuss erhalten - unter den Beschäftigten ohne solche Tarifbindung profitieren davon nur 42 Prozent.

Im Nachteil sind nach wie vor auch weibliche Mitarbeiter und Angestellte in den neuen Bundesländern: Zwischen Freiburg und Flensburg liegt die Weihnachtsgeld-Quote bei 56 Prozent, in Schwerin, Magdeburg oder Chemnitz hingegen bei durchschnittlich nur 40 Prozent. Jede zweite Frau bezieht eine Sonderzahlung, unter Männern sind es hingegen 56 Prozent.

Auch in anderen Bereichen sind die Unterschiede ausgeprägt. So erhält etwa zwar nahezu jeder zweite Leiharbeiter Weihnachtsgeld, aber nur 45 Prozent der unbefristet Beschäftigten und lediglich 51 Prozent der Angestellten ohne Zugehörigkeit in einer Gewerkschaft. Wer sich in einem solchen Berufsverband organisiert hat, steht dagegen gut da: Zwei Drittel von ihnen beziehen ein zusätzliches Gehalt.

Weihnachtsgeld wird typischerweise im November ausgezahlt und ist in der Regel nicht abhängig vom Gewinn des Unternehmens. Es kann etwa als Anspruch aus Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder individuellen Arbeitsverträgen fällig werden. In Tarifverträgen wird es meist unabhängig von der weiteren Sonderzahlung des Urlaubsgeldes geregelt. Besonders hohes tarifliches Weihnachtsgeld in Höhe eines vollen Monatsgehalts gibt es unter anderem im Bankgewerbe, in der Druck- und in der Süßwarenindustrie.

Kein Rechtsanspruch auf Sonderzahlung

Einen rechtlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben Arbeitnehmer aber nicht. Enthält der Arbeitsvertrag hierzu keine Regelungen, können Beschäftigte in den Tarifvertrag und die Betriebsvereinbarungen schauen. Auch dort können Ansprüche auf Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld stehen. Ist das nicht der Fall, gehen sie in der Regel leer aus.

Ausnahmsweise kann es noch einen Anspruch aus "betrieblicher Übung" geben. Das ist der Fall, wenn der Arbeitgeber den Angestellten mindestens drei Jahre hintereinander Weihnachtsgeld gezahlt hat, ohne darauf hinzuweisen, dass es sich um eine einmalige Zahlung handelte. Dann durften Arbeitnehmer auf die Zahlung vertrauen - und sie steht ihnen erneut zu.

Zahlt der Arbeitgeber Weihnachtsgeld ohne vertragliche Festlegung, muss er alle Mitarbeiter gleich behandeln. Es ist unzulässig, dass die Mehrheit der Kollegen Weihnachtsgeld bekommt und einige wenige nicht.

mxw



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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
hatshepsut 04.11.2015
1. bin ein Mann im Westen und kriege auch keins
was kann ich mir jetzt davon kaufen? nix
Lagrange 04.11.2015
2. Jahresgehalt
Es ist doch vollkommen Wurscht ob man Weihnachtsgeld bekommt oder nicht. Das Jahresgehalt spielt die entscheidende Rolle. Dass hier wieder Frauen als diskriminiert dargestellt werden, zeigt aber wieder wie falsch solche Studien aufgezogen werden. Im letzten Abschnitt steht ja genau, dass der Arbeitgeber Weihnachtsgeld entweder allen oder keinem zahlt. Damit kann es auch keine Benachteiligung von Frauen geben. Frauen arbeiten vielleicht vermehrt bei Arbeitgebern, die kein Weihnachtsgeld zahlen - das ist aber eigene Entscheidung der Berufs-/Arbeitgeberwahl. Gleiches gilt für das Jahresgehalt.
Sibylle1969 04.11.2015
3. Es kommt aufs Jahresgehalt an
In meinem Arbeitsvertrag steht mein Jahresgehalt und dass es in 13 Monatsgehältern (13. Gehalt je zur Hälfte als Sonderzahlung im Mai und November) ausgezahlt wird. Dh das Weihnachtsgeld ist mir per Arbeitsvertrag garantiert und kann auch nicht gestrichen werden. Wobei mir eine Auszahlung in 12 gleichen Monatsgehältern schon lieber wäre...
pauleschnueter 04.11.2015
4. Ist doch alles fair?
Die Regionen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sind nun mal immer noch wirtschaftlich schwächer. Da liegt es nahe, dass sich das Füllhorn seltener ergießt. Frauen wiederrum sind in verschiedenen Berufsgruppen teils erheblich anders stark vertreten als Männer. Ergo könnte dieser Untershciede auch mit der Berfuswahl zusammenhängen. Berücksichtigt man dies und schaut sich die Statistik an, dann muss man sich eigentlich wundern, dass die Unterschiede so gering ausfallen. Mir erscheint es durchaus fair.
moveup 04.11.2015
5. Weihnachstgeld, Urlaubsgeld, Tarfivertrag was ist das?
Im Osten weitestgehend unbekannt. Eine Luxuserscheinung im Westen.
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