Freihandel mit USA: Verbraucherschützer pochen auf Schranken für Lebensmittel

EU- und US-Politiker wollen Handelshürden möglichst komplett abbauen, deutsche Verbraucherschützer dagegen nicht. Die Einfuhr von Chlorhühnchen oder Hormonfleisch soll laut Verbandschef Billen verboten bleiben. Die FDP warnt vor Panikmache.

Containerhafen in Florida: Weiter Handelsschranken für Lebensmittel? Zur Großansicht
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Containerhafen in Florida: Weiter Handelsschranken für Lebensmittel?

Berlin - Die Verhandlungen über eine Freihandelszone zwischen USA und EU haben gerade erst begonnen. Doch schon jetzt werden Sorgen bezüglich der Folgen eines möglichen Abkommens laut. Aus Sicht der Verbraucherzentralen müssen notfalls Handelsschranken für Lebensmittel bestehen bleiben.

"Wir brauchen für Produkte, die auf unseren Märkten nicht gewünscht sind, weiterhin Einfuhrverbote", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Gerd Billen, der "Rheinischen Post". "Wir dürfen uns nicht damit vertrösten lassen, dass Chlorhähnchen und mit Hormonen versetzte Milch für den europäischen Markt nur gekennzeichnet werden."

Wenn Hühner wie in den USA zur Desinfizierung beim Schlachten durch ein Chlorbad gezogen würden, sei der Anreiz für hohe Hygienestandards in den Ställen gering, so Billen weiter. Er forderte für die Verhandlungen ein eigenes Kapitel zum Verbraucherschutz.

Der Vorsitzende des Bundestags-Verbraucherausschusses, Hans-Michael Goldmann (FDP), warnte dagegen vor Panikmache. Wer von "Chlorhuhn" und "Klonfleisch" spreche, schüre unnötig Angst. "Es ist unbestritten, dass für die europäischen Märkte weiterhin für alle Produktklassen hohe Standards und Kennzeichnungspflichten gelten werden. Daran wird das Freihandelsabkommen nichts ändern."

dab/dpa

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