Sammlerstück Fünf-Euro-Münze sehr begehrt

Seit heute ist sie zu haben: die neue Fünf-Euro-Münze mit Kunststoffring. Am ersten Ausgabetag herrschte großer Andrang. An der Supermarktkasse wird das Stück aber wohl kaum zu sehen sein.

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Jeder nur eine Münze: Die Bundesbank hat auf den Ansturm auf die am Donnerstag erschienene Fünf-Euro-Münze reagiert. Die Ausgabe in den Filialen der Bundesbank ist auf ein Exemplar pro Person und Tag beschränkt. Dadurch sollen möglichst viele Menschen die Sammlermünze mit dem blauen Plastikring erwerben könnten.

Die Münze war am ersten Ausgabetag sehr beliebt: Bei den Bundesbankfilialen in Hamburg, Berlin und Frankfurt herrschte großer Andrang, es bildeten sich Schlangen. Die Münze kostet bei der Bundesbank den Nennwert von fünf Euro. Geschäftsbanken oder Münzhändler können Ausgabeaufschläge auf die Münze erheben.

Die Technologie, mit der die Sammlermünze hergestellt wird, ist so innovativ, dass sie auch bei regulären Münzen im Kampf gegen Geldfälscher zum Einsatz kommen könnte: In die Münze ist ein lichtdurchlässiger Kunststoffring eingelassen, der den inneren Metallkreis und den äußeren Metallring trennt. Er ist laut Bundesbank optisch und technologisch eine Weltneuheit. Auf der Rückseite zeigt der äußere Ring der Münze das Weltall mit Abbildungen zahlreicher Planeten, der innere Kern die Erde.

Mehrere Jahre forschten Münzexperten und Wissenschaftler demnach daran, den geeigneten Kunststoff für den Ring zu entwickeln. Er musste hitze- und kältebeständig sein sowie unter anderem unempfindlich gegenüber Wasser, Chemikalien und UV-Strahlung. Jede der fünf Münzprägestätten verwendet zudem einen etwas anderen Blauton für den Polymerring. Dadurch unterscheiden sich die Münzen von Prägestätte zu Prägestätte.

Zahlungsmittel nur in Deutschland

Die Fünf-Euro-Münze ist zwar ein gesetzliches Zahlungsmittel - aber nur in Deutschland. Daher macht das neue Geldstück den Fünf-Euro-Schein nicht verzichtbar. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) herausgegebenen Banknoten bleiben das gesetzliche Zahlungsmittel im gesamten Euroraum. "Beide Produkte haben zwar den gleichen Nennwert, jedoch völlig unterschiedliche Funktionen", teilte das Bundesfinanzministerium mit.

Video: Run auf die Fünf-Euro-Münze

"Durch ihr hohes technologisches Niveau, das außergewöhnliche Erscheinungsbild und den vergleichsweise niedrigen Nennwert ist beabsichtigt, auch bei weiteren Bevölkerungsteilen, insbesondere jüngeren Menschen, das Interesse für Münzen oder das Münzensammeln zu wecken", hieß es beim Ministerium weiter.

Von der Fünf-Euro-Münze werden insgesamt 2,25 Millionen Stück hergestellt. Zum Vergleich: Von der Fünf-Euro-Banknote wurden allein im Jahr 2015 etwa 600 Millionen Stück produziert. Das Fünf-Euro-Stück in der höherwertigen Prägequalität "Spiegelglanz" wurde 250.000-mal hergestellt und nur über die Verkaufsstelle für Sammlermünzen sowie den private Münzhandel angeboten. Sie ist unter Sammlern so begehrt, dass sie bereits ausverkauft ist.

brt/dpa/AFP



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